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Drei Gebäude für Mies-van-der-Rohe-Preis nominiert

Mit architektonischer Massenware kommt man in der Tschechischen Republik nicht mehr unbedingt gut an: Drei neue Gebäude befinden sich im Rennen um den europäischen Architekturpreis

Drei jüngst errichtete tschechische Bauprojekte wurden wegen ihrer Umweltfreundlichkeit und ihrer Fähigkeit baulich Altes mit Neuem zu verbinden von der tschechischen Architektenkammer für den renommierten EU-Preis für zeitgenössische Architektur, den Mies-van-der-Rohe-Preis nominiert. 2007 hatten diesen Preis das „MUSAC“, das Museum für zeitgenössische Kunst Kastilien und León des Gestalterteams „Mansilla + Tuñón“ sowie das „Institut für Mathematik der Universität Ljubljana“ der Architekten Matija Bevk, Vasa und Bevk Perovic erhalten.

Eindrucksvolle Hall of Fame

Unter den noch früheren Preisträgern befinden sich so illustre Namen wie Norman Foster, Dominique Perrault, Peter Zumthor, Rem Kohlhaas, im Beirat des Komitees zur Verleihung des Preises ist auch das Architekturzentrum Wien vertreten. Ziel des EU-Preises, nach dem deutschen funktionalistischen Architekten Mies van der Rohe benannt, ist es zeitgenössische Architektur zu fördern und herauszustreichen, welche Rolle der Baukunst im Aufbau und bei der Ausformung einer europäischen, transnationalen Identität zukommt.

Die tschechische Architektenkammer schlug das „Slunákov Zentrum für Umwelterziehung“ in Horka nad Moravou, das neue Hauptquartier der Bank „CSOB“ in Prag 5 und das neue Hotel „Metropol“ in der Goldenen Stadt vor. Die Gebäude zeugen davon, dass die tschechische Architektur durchaus im Trend ihrer europäischen Zeitgenossen liegt.

„Slunákov“ von „Projektil Architekti“ gewann bereits im Vorjahr den Großen Preis der tschechischen Architekten, heuer den Preis des tschechischen Umweltministers. Das Gebäude der „CSOB“ des „AP Ateliers“ war 2007 das „Gebäude des Jahres der Tschechischen Republik“, erhielt 2008 den Preis der tschechischen Architekten, der Hotelbau der Architekten Chalupa war schließlich in der Tschechischen Republik das Gebäude des Jahres 2008.

Erhaltung historischer Werte

Das Hotel „Metropol“ wurde in erster Linie wegen der umsichtigen Renovierung der Innenräume nominiert, wegen der Berücksichtigung des historischen Kontextes an der historischen Prager „Národni trida“ sowie der Zuhilfenahme moderner Elemente dabei. „Slunákov“ kam auf die Liste, weil es ein Problem, mit dem man in der Tschechischen Republik noch wenig Erfahrung hatte, auf überzeugende Weise lösen konnte: Internationale Maßstäbe ökologischen Bauens mussten von der Gruppe „Projektil Architekti“ hier auf lokale Bedingungen angewandt und transformiert werden.

Kommunikation im Fokus

Beim Bankgebäude der „CSOB“ wurde bei der Nominierungsbegründung die – angesichts seiner Größe – außerordentliche Berücksichtigung von Sozial- und Kommunikationsbeziehungen innerhalb eines Bürogebäudes besonders hervorgehoben: Das Gebäude verfügt als einziges in Ostmitteleuropa das „LEED-Zertifikat“. „LEED“, “leadership in energy and environmental design” ist ein Programm des „US-Rates für grüne Bauwerke“ mit international anerkannten Standards für nachhaltiges Design und Bauen.

Der Mies-van-der-Rohe-Preis geht mit einem Preisgeld in der Höhe von 50.000 Euro einher. Noch wurde nicht bekannt gegeben, wann der Preis verliehen wird – doch schon allein die Nominierung könnte sich für tschechische Architekten als sehr fruchtbar erweisen – tschechische Architekten sind außerhalb den Grenzen des Landes bis jetzt nahezu unbekannt.

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Archivmeldung: 08.12.2008

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