großer Grundrissplan liegt auf Tisch, Mann in rotem Pulli hält Lineal dran und zeichnet Linien mit Bleistift am Bestandsplan ein. Angenehmer Sonneneinfall von links.

großer Grundrissplan liegt auf Tisch, Mann in rotem Pulli hält Lineal dran und zeichnet Linien mit Bleistift am Bestandsplan ein. Angenehmer Sonneneinfall von links. © 22January/stock.adobe.com

Bestandsplan: Inhalt, Funktion, Form

Der Bestandsplan dokumentiert den aktuellen Zustand eines Gebäudes, einer Anlage oder eines Geländes. Er dient dazu, die bestehenden baulichen, technischen und geografischen Gegebenheiten, also den Bestand, präzise abzubilden.

Sie möchten neu bauen, zubauen oder Ihre Immobilie verkaufen? Ein aktueller Bestandsplan ist eine unverzichtbare Grundlage für Vorhaben rund um Immobilien. Er liefert wichtige Informationen für Bauherren, Planer, Behörden und andere Projektbeteiligte.

Wofür braucht es einen Bestandsplan?

Bestandspläne unterliegen den gleichen Standards wie Einreichpläne. Sie werden auf der Grundlage der Ausführungspläne, ergänzt durch einige Naturmaße, erstellt. Wie ihr Name schon sagt, zeigen sie den Bestand, also den tatsächlichen Zustand des Gebäudes und Grundstücks. Auch wenn die Erstellung von Bestandsplänen mit Kosten verbunden ist, sollten Sie - unabhängig von den behördlichen Erfordernissen – eine Erstellung in Erwägung ziehen. Ein aktueller und guter Bestandsplan kann nämlich teure Fehlplanungen vermeiden und ist die Basis für den reibungslosen Ablauf von Neubau- und Sanierungsprojekten. Wofür oder in welchen Situationen braucht es einen Bestandsplan? Hier ein paar Beispiele:

  • Bei Umbau- oder Sanierungsarbeiten: Um Änderungen am Gebäude zu planen, muss der Ist-Zustand genau bekannt sein.
  • Beim Immobilienkauf: Ein Bestandsplan gibt Aufschluss über den tatsächlichen Zustand und die Aufteilung der Immobilie. Essenzielle Faktoren beim Kauf bzw. Verkauf von Immobilien.
  • Für Behördengänge: Bei Genehmigungen, Bewilligungen oder Baumeldungen werden von der Baubehörde oft aktuelle Bestandspläne verlangt.
  • Für Wertermittlungen: Um festzulegen, was eine Immobilie oder ein Grundstück wert sind, braucht der Gutachter genaue Pläne des Bestandes.
  • Für Versicherungen: Zur Ermittlung von Versicherungssummen sind ebenfalls exakte Gebäudedaten erforderlich.
  • Für Energieberater: Die Erstellung eines Energieausweises oder die Planung von Energieeffizienzmaßnahmen, von der PV-Anlage am Dach bis zur Installation einer Wärmepumpe, setzt die Kenntnis sämtlicher baulicher Gegebenheiten voraus.

Wie sieht ein Bestandsplan aus?

Je nachdem, wofür der Plan gebraucht wird, variiert auch sein Inhalt. Dargestellt wird unter anderem der Naturbestand, also alle natürlichen Gegebenheiten wie Gelände und Vegetation sowie alle künstlichen Anlagen, sprich Straßen und Bauwerke. Ebenso wird der Leitungsbestand dokumentiert, also alle Strom- und anderen Versorgungsleitungen, Kanäle und die dazugehörigen Objekte wie Schächte und Masten.

Üblicherweise werden Bestandspläne in den Maßstäben1:200, 1:250, 1:500 oder 1:1000 gezeichnet. In der Architektur und Haustechnik werden teilweise auch größere Maßstäbe verwendet. Je nach Bedarf und Verwendungszweck kann ein Bestandsplan also mehr oder weniger detailliert ausfallen. Für manche Zwecke reicht ein einfacher Grundriss und Lageplan, in anderen Fällen sind umfangreiche technische Details mit genauen Angaben zu Maßen, Materialien und technischen Installationen im Bestand erforderlich.

Wer zeichnet einen Bestandsplan?

Bestandspläne werden, wie alle anderen Pläne auch von Fachleuten wie Architekten, Bauingenieuren, Vermessungsbüros oder auf diese Planerfassungen spezialisierte Zeichenbüros erstellt. Die Ausführenden verfügen über das nötige Fachwissen und die technischen Mittel, um präzise und normgerechte Pläne zu erstellen. Heute kommen bei der Erstellung von Bestandsplänen vielfach moderne Vermessungstechniken wie 3D-Laserscanning, CAD-Software und Fotogrammetrie zum Einsatz, die eine sehr genaue Erfassung des Gebäudes, präzise digitale Zeichnungen und eine detaillierte Erfassung von Oberflächen und Strukturen möglich machen. Bestandspläne müssen selbstverständlich regelmäßig aktualisiert werden, um relevant und nützlich zu bleiben.

Veronika Kober
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