© Philipp Lipiarski

„Living Standards Awards“ zum sechsten Mal vergeben

Er ist der bedeutendste Preis für Standardisierung und Innovation in Österreich. Gewidmet den Zukunftstechnologien, innovativen Lösungen und exportfähigen Ideen. die Preisträger des diesjährigen „Living Standard Award“ – vergeben von Austrian Standards.

 

Mit Easelink GmbH, R.U.S.Z GmbH, LOGICDATA Electronic & Software Entwicklungs GmbH und FH Technikum Wien sowie einer Arbeitsgemeinschaft aus Universität für Bodenkultur Wien, Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus sowie Mall GmbH wurden beim Neujahrsempfang am 23. Jänner 2020 fünf Preisträger für die vorbildliche Anwendung und Entwicklung von Standards ausgezeichnet.

Den Erfolgsgeschichten rund um die Anwendung und Entwicklung von Standards mehr Sichtbarkeit zu verleihen, ist das Ziel des "Living Standards Award", der dieses Jahr bereits zum sechsten Mal von Austrian Standards vergeben wird. 22 Erfolgsgeschichten wurden bisher ins Rampenlicht gerückt. Rund 150 Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik kamen Donnerstagabend zur Preisverleihung ins Austrian Standards Meeting Center; unter ihnen der Wiener Stadtrat für Finanzen, Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales, Peter Hanke.

Auszeichnungen in fünf Kategorien

1. "Enabling Solutions": Standards helfen dabei, die Qualität von Produkten bzw. Dienstleistungen zu verbessern, wichtige Schnittstellen zu erzeugen und Produktions- bzw. Arbeitsabläufe sicherer sowie Prüfungsmethoden & Messverfahren effizienter zu gestalten.

2. "Reaching International Markets": Standards helfen dabei, österreichische Produkte oder Dienstleistungen auf neuen Märkten auszurollen, und stellen gleichzeitig deren Kompatibilität für internationale Märkte sicher. Auch die Zusammenarbeit mit internationalen Lieferanten vor Ort wird verbessert.

3. "Developing Future Technologies": Standards sind Motor für Innovationen und Brücke zum Markt. Mit ihrer Hilfe werden Entwicklungszeiten verkürzt und Forschungsergebnisse schneller in innovative Produkte umgesetzt sowie insgesamt Forschungs- und Innovationsprozesse gefördert.

4. "IEEE-Standards": IEEE Als weltweit größte technische Berufsorganisation von Ingenieuren und Wissenschaftlern in der Elektrotechnik und Elektronik ist die IEEE heuer erstmals Partner des "Living Standards Award" und vergibt einen Preis für die innovative Anwendung eines ihrer Standards.

5. "GS1-Standards": Bereits zum zweiten Mal vergibt GS1 Austria in Kooperation mit Austrian Standards einen Preis für ein Unternehmen, das Supply Chains schneller, sicherer und effizienter macht.

Die Preisträger 2020

"Die Beispiele unserer Preisträger zeigen den hohen Nutzen, den Standards für unser modernes Leben haben. Standards werden im Dialog zwischen Herstellern, Anwendern, Behörden und Forschern erarbeitet und laufend weiterentwickelt. Sie spiegeln wider, was Produkte oder Dienstleistungen sicher und fortschrittlich funktionieren lässt", freut sich Stampfl-Blaha.

"Enabling Solutions" für Grundwasserschutz

Gummiabrieb, Mineralöl, Schwermetalle und weitere Problemstoffe landen auf Österreichs Straßen und versickern bis ins Grundwasser. Ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT), der Universität für Bodenkultur (Department für Wasser, Atmosphäre und Umwelt) und der Mall GmbH untersuchte in einer Studie, welches Filtermaterial sich zum Schutz des Grundwassers eignet, und definierte Grenzwerte. Die Ergebnisse flossen in die ÖNORM B 2506-3 ein, die Anforderungen und Prüfmethoden zur Reinigungsleistung von Filtermaterialien in Wasserentsorgungsanlagen festlegt. Indem sichergestellt wird, dass ablaufendes Regenwasser beim Eindringen in den Untergrund gereinigt wird, leistet die ÖNORM B 2506-3 einen wertvollen Beitrag zur Erreichung von UN-Nachhaltigkeitszielen.

Reaching International Markets“ gegen Elektroschrott

Das Reparatur- und Servicezentrum R.U.S.Z im 14. Bezirk in Wien ist die größte unabhängige Reparaturwerkstätte für Elektro- und Elektronikgeräte in Österreich. Techniker des R.U.S.Z haben ihre jahrzehntelange Erfahrung und ihr technisches Know-how in die Entwicklung einer Richtlinie für langlebige und reparaturfreundlich konstruierte Geräte eingebracht, die ONR 192102: 2014 ("Gütezeichen für langlebige, reparaturfreundliche Elektro- und Elektronikgeräte"). Diese wurde im Komitee JTC 10 von CEN/CENELEC als Grundlage für die Europäische Norm EN 45554 ("Energieverbrauchsrelevante Produkte - Materialeffizienzaspekte für Ökodesign") herangezogen. Derzeit ist das R.U.S.Z Teil eines Konsortiums, das im Rahmen des Horizon-2020-Projekts "PROMPT" unabhängige Testmethoden entwickelt, um die Lebensdauer von Elektro- und Elektronikgeräten bereits vor dem Markteintritt einheitlich bewerten zu können. Das soll helfen, vorzeitige Überalterung von Geräten zu verhindern. Die Ergebnisse werden in die Ökodesign-Richtlinie einfließen, die ab 2025 sicherstellt, dass kurzlebige Elektrogeräte in der EU nicht mehr angeboten werden dürfen.

"Developing Future Technologies" für smartes Laden

Das Grazer Unternehmen Easelink hat mit Matrix Charging® eine innovative Ladestation für E-Autos entwickelt, die aus zwei Teilen besteht: Sobald ein Auto über einem sogenannten Ladepad geparkt wird, wird dieses mit dem im Unterboden des Fahrzeugs installierten Matrix-Ladeanschluss verbunden. Nachdem Ladepads bündig in die Fahrbahn integriert werden können, eignet sich die Technologie für den Einsatz auf öffentlichen Parkplätzen genauso wie für zu Hause. Um die Funktionalität und Sicherheit zu gewährleisten, waren Standards wie der weltweit gültige Sicherheitsstandard ISO 26262 ("Funktionale Sicherheit elektrischer/elektronischer Systeme in Straßenfahrzeugen") eine wichtige Grundlage im Entwicklungsprozess. Damit diese innovative Ladetechnologie in Zukunft herstellerübergreifend und überall eingesetzt werden kann, braucht es standardisierte Schnittstellen. Easelink wird einen solchen Standard auf internationaler Ebene maßgeblich mitgestalten.

"IEEE-Standards“ für die Wohnung der Zukunft

Seit Mai 2019 bietet das neue Smart Living Lab der FH Technikum Wien auf mehr als 250 Quadratmetern Nutzfläche eine vollständige Wohnung samt Smart-Home-Technologien für Beleuchtung, Heizung und Klimatisierung. So kann etwa mit einem Eye Tracker oder einem Tablet das Licht ein- und ausgeschaltet oder die Tür geöffnet werden. Auch Serviceroboter und E-Health-Technologien wurden integriert. In F&E-Projekten können die Mitarbeiter der Abteilung Benutzertests in einem typischen Zuhause durchführen. Darüber hinaus können neue offene Standards und Technologien zur Bewertung in die häusliche Umgebung integriert werden.

"GS1-Standards" für GS1-DataMatrix

Die LOGICDATA Electronic & Software Entwicklungs GmbH setzt im Logistikbereich seit Jahren auf GS1-Standards. Auf Außenverpackungen werden mit der GS1 DataMatrix alle wichtigen Informationen verschlüsselt angebracht. Darüber hinaus sind die Endprodukte des Unternehmens mit einer unverwechselbaren Identifikationsnummer (GTIN) sowie einem standardisierten Strichcode gekennzeichnet. Da alle Partner in der Wertschöpfungskette die gleiche Art der Identifikation und Datenstruktur verwenden, sind eine hundertprozentige Rückverfolgbarkeit der Produkte, Prozessverbesserungen und -Stabilität sowie eine reproduzierbare Qualität der Leistungen und logistischen Abläufe möglich.

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Archivmeldung: 24.01.2020

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