Fertighausindustrie drehte 2016 deutlich ins Plus

Die Umsatzeinbrüche der Jahre 2012 bis 2015 in der Fertighausbranche gehören der Vergangenheit an: 2016 nahm die mittlerweile stark konzentrierte Branche Fahrt auf. Und mit plus sieben Prozent recht deutlich. Die Zahl der verkauften Häuser stieg um 4,6 Prozent, wie Interconnection Consulting in einer aktuellen Studie aufzeigt. 2017 soll den Autoren zufolge ähnlich gut performen. Realistisch sei ein Umsatzwachstum von 6,4 Prozent. Mit ein Grund? Die Häuslbauer werden bequemer; schlüsselfertige Lösungen boomen. Zudem seien der Aufschwung in der Bauwirtschaft und steigende Preise hilfreich.

Bis 2020 rechnet Interconnection mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 5,6 Prozent. Ein größerer werdender Teil davon dürfte laut Studie auf schlüsselfertige vier Wände entfallen. War 2013 nur jedes vierte Haus bei der Übergabe bezugsfertig, wird sich der Anteil im heurigen Jahr auf knapp 30 Prozent erhöhen, Tendenz steigend. Kunden, so die Autoren, seien immer mehr bereit, für das Komplettpaket zu bezahlen. Ausbauhäuser würden erstmals seit Jahren unter die 30 Prozent-Marke rutschen. Den Anteil belagsfertiger Häuser beziffern die Autoren mit 41 Prozent. Erste Anlaufstelle für Fertighäuser blieben die Musterhausparks. Deren Nummer eins sei einmal mehr die Blaue Lagune in Vösendorf (Musterhaus im Bild).

Das Fertighaus steht vor allem im Osten

Die Blaue Lagune profitiert nicht von ungefähr: Die Liebe zum Fertighaus ist und bleibt regional sehr unterschiedlich ausgeprägt – vor allem im Osten ist Ziel-eins-Gebiet.  Die höchste regionale Fertighausquote hatte 2016 Wien mit 43,6 Prozent, bundesweit lag sie laut Studie bei 34,6 Prozent. Insgesamt dominieren Nieder- und Oberösterreich, die mehr als die Hälfte des Fertighausmarktes auf sich vereinen. Am anderen Ende der Statistik rangiert Tirol.

Marktkonzentration: Trend ohne Ende

Auch wenn es wieder aufwärts geht: Die schwierigen, letzten Jahre sind an den Branchenplayern nicht spurlos vorbeigegangen. Der Markt zeigt sich konsolidiert – und konzentriert. Die Top drei Unternehmen decken bereits knapp 30 Prozent des Marktes ab.  Matthias Calice, hat nach Hanlo auch den Marktführer Elk an Bord, der unterdessen seine Marktanteile ausbauen konnte. Besonders gut verlief 2016 für Glorit. Der Fertighausanbieter, so Interconnection Consulting, hätte vor allem bei mehrgeschossigen Wohnbauten und im Premiumbereich stark punkten können.


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Datum: 09.03.2017

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