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Humus - bester Boden für Ihre Pflanzen

Ein guter Nährboden ist Grundvoraussetzung dafür, dass Pflanzen gut gedeihen können. Humuserde ist besonders nährstoffreich und verhilft zu einem prächtigen Pflanzenwachstum und guter Ernte. Erfahren Sie hier alles über den Turbo-Nährboden Humus.

Damit es im Garten grünt und blüht, brauchen Pflanzen Pflege. Mit regelmäßiger Zuwendung durch Gießen und Zurückschneiden allein ist es aber nicht getan. Die Pflanzenpflege beginnt ganz unten - beim Boden. Ein fruchtbarer, nährstoffreicher Boden ist nämlich das A und O für gesunde und üppige Gartenpflanzen. Da ein solcher Gartenboden aber leider kein Naturgesetz ist, muss die fleißige GärtnerIn mit Tricks und Know-How nachhelfen.

Was ist Humus?

Vereinfacht gesagt ist Humus (= lat. "Erde" bzw. "Erdboden") ein Teil der organischen Bodensubstanz, nämlich abgestorbene und durch Kleintiere und Mikroorganismen verrottete Pflanzenteile. In der Regel enthalten die oberen 10 bis 30 cm des Bodens besonders viel Humus. Seine Herstellung ist rein natürlich und vom Menschen - so er nicht absichtlich eingreift - unbeeinflusst. Laubwälder zum Beispiel besitzen eine qualitativ hochwertige Humusschicht. Strauch- und Wiesengebiete meist ebenfalls. Nadelwälder aufgrund der Nadeln und Baumharze hingegen nicht.

Es wird zwischen Dauerhumus und Nährhumus unterschieden. Beim Nährhumus handelt es sich um schnell abgebaute Stoffe, die den im Boden lebenden Organismen als Nahrung dienen und für eine bessere Durchlüftung des Bodens sorgen. Er ist wichtig für den Aufbau von Dauerhumus, welcher sich im letzten Abschnitt der Kompostierung entwickelt und die Aufgabe hat, Wasser und Nährstoffe im Boden zu binden. Der weitaus größte Teil der Humusschicht im Boden (90 Prozent) besteht aus dem sich langsam abbauenden Dauerhumus. Er enthält auch die Hauptmasse des Bodenstickstoffs, der für die dunkle Farbe des Humusbodens verantwortlich ist.

Ist Humus gleich Kompost und Mutterboden?

Nein, Humus und Kompost bezeichnen nicht das Gleiche. Kompost beinhaltet Humus, weil ein Teil des fertigen Komposts am Ende des Rotteprozesses zu Humus wird, was den besonders wertvollen Bestandteil dieses organischen Düngers ausmacht. Auch Humus und Mutterbodensind nicht dasselbe. Der Mutterboden ist die oberste, fruchtbare Erdschicht, die zu einem großen Anteil Humus sowie weitere Bestandteile enthält. Guter Mutterboden beinhaltet außerdem Mineralien in Form von Sand, Ton, Lehm oder Schluff, viele Nährstoffe (u. a. Stickstoff, Phosphor) sowie unzählige Bodenlebewesen.

Gute vs. schlechte Humuserde

Auch bei Humus gibt es Qualitätsunterschiede. Nur mit einem guten Humusboden lässt sich erfolgreich garteln, weshalb man auf folgende Eigenschaften achten sollte: Gute Humuserde ist feinkrümelig, leicht, feucht, fühlt sich angenehm an und riecht dezent nach Waldboden oder Pilzen. Im Vergleich dazu riecht z. B. voll ausgereifte Komposterde eher neutral. Gekaufter „Industriekompost“ hingegen ist oftmals sehr trocken, fühlt sich staubig an und riecht unangenehm. Humuserde aus dem Baumarkt oder Gartencenter ist kein reiner Humus, sondern mit Pflanzenerde vermischt. Guten Sack-Humus erkennen Sie daran, dass er etwa gleich viel Humus wie Pflanzerde enthält und torffrei ist. Kaufen Sie nur hochwertige Markenware!

Humuserde selbst herstellen

Für viele Nutz- und Zierpflanzen ist ein hoher Humusgehalt im Boden von Vorteil. Um den Humusgehalt Ihres Gartenbodens zu erhöhen, müssen Sie jedoch nicht zwangsläufig teure Humuserde kaufen. Sie können Ihre Gartenerde selbst verbessern, indem Sie für die Entstehung von Humus sorgen. Am einfachsten gelingt das mit einem Komposthaufen, auf dem nach und nach Humus entsteht. Kompost können Sie jedes Frühjahr als Grunddüngung im Zier- und Gemüsegarten ausbringen – je nach Nährstoffbedarf der jeweiligen Pflanzenart zwischen einem und drei Litern pro Quadratmeter. Da Gartenkompost meist einen relativ hohen Kalk- und Salzgehalt aufweist, eignet er sich für einige Pflanzen wie z. B. Erdbeeren und Heidekrautgewächse (z. B. Rhododendron) nicht. In diesen Fällen verwendet man am besten kompostiertes Laub, das nicht mit einem Kompostbeschleuniger behandelt wurde. Das Herbstlaub sollte in speziellen Drahtkörben gesammelt werden und ein Jahr lang vor sich hin rotten, bevor Sie es als Humus verwenden. Auch halb zersetztes Laub kann als Rohhumus zum Mulchen oder zur Bodenverbesserung verwendet werden. Gerade bei Pflanzen, die viel Humus brauchen, empfiehlt es sich, Laub beizumischen. Besonders gut eignet sich Buchenlaub, um Humus selber zu machen. Es verrottet langsam und fördert über einen längeren Zeitraum die Humusbildung. Für die Humusbildung unverzichtbar sind zudem im Boden lebende Tiere wie Regenwürmer, die Sie gezielt aussetzen können, um den Prozess zu beschleunigen. Außerdem können Sie in einem Kompostierbehältnis Humuserde in kleineren Mengen herstellen: Vermischen Sie hierzu Gartenerde mit Buchenlaub und zerhäckseltem Stroh und setzen Sie Regenwürmer darin aus.

Als Mulch eignen sich im Grunde alle organischen Materialen und Gartenabfälle – vom Herbstlaub über angetrockneten Rasenschnitt und gehäckselte Sträucher bis hin zum klassischen Rindenmulch. Bei sehr stickstoffarmen Materialien wie Rindenmulch und gehäckseltem Holz sollten Sie vor dem Mulchen rund 100 Gramm Hornspäne pro Quadratmeter flach in den Boden einarbeiten. Damit verhindern Sie, dass die Mikroorganismen dem Boden bei der Zersetzung des Mulchs zu viel Stickstoff entziehen, der dann den Pflanzen zum Wachsen fehlt.

Bedenken Sie, dass Humus nicht endlos haltbar ist. Er zersetzt sich mit der Zeit, weshalb Sie dem Boden regelmäßig Nährstoffe zuführen müssen, damit der Prozess der Humusbildung weiterläuft. Sehr gut für diesen Zweck eignet sich eine sogenannte Flächenkompostierung. Bringen Sie hierzu entweder Grünschnitt (z. B. Rasenschnitt oder auch Spinat) als Mulch zwischen den Pflanzen aus oder säen Sie ein abgeerntetes Beet mit Gründüngungspflanzen (z. B. Bienenfreund, Buchweizen, Lupine, Ringelblume, Winterraps etc.) ein. Lassen Sie verrotten und arbeiten es anschließend in die Erde ein.

 

So verwenden Sie Humus im Garten

Humuserde ist vielseitig. Sie können sie zum Beispiel zur Bodenverbesserung, zum Einsetzen neuer Pflanzen, zum Düngen und zur Reparatur beschädigter Rasenflächen einsetzen.

Rasen reparieren: Tragen Sie den Humus breitwürfig und locker auf den Rasenauf, verteilen diese gleichmäßig mit einer Harke und wässern anschließend den Rasen. Bei Bedarf können Sie ihn auch neu aussäen. Vergessen Sie nicht, Ihren Rasen regelmäßig zu düngen, um ihn gesund zu halten.

Beet anlegen: Zunächst sollen Sie eine Bodenanalyse vornehmen. Je nachdem, ob Ihr Boden sandig (unfruchtbar) oder lehmig (fruchtbar) ist, sollten sie eine entsprechende Humusdecke (oder auch humusreiche Muttererde) anlegen. Mit Hilfe von Kompost oder Düngergeben Sie nach dem Pflanzen dem Boden weitere Nährstoffe hinzu.

Herbstpflanzungen: Im Herbst angesetzte Pflanzen (z. B. Gehölze) versorgen Sie mit nährstoffarmem Humus wie etwa Grünkompost oder auch die im Handel erhältlichen Humusziegel. Diese bestehen häufig aus Kokosfasern. Setzen Sie zudem einen Kaliumdünger ein, um die Frosthärte der Pflanzen zu verbessern.

Frühjahrspflanzungen: Hier verwendet man nährstoffreichen Humus. Biokompost ist hier eine gute Wahl, zudem können Sie bei besonders starkzehrenden Pflanzen weitere organische Dünger, etwa Hornspäne oder Stallmist, einsetzen. Kuhmist ist übrigens ein hervorragender Nährstoff- und Humuslieferant, insbesondere zur Bodenvorbereitung bei der Neuanlage. Wichtig bei allen Mistarten: Lassen Sie den Dung gut durchrotten, bevor Sie ihn auf dem Boden verteilen, nur so ist er für Jungpflanzen verträglich. Zur der Vorbereitung der Gemüsebeete im Frühjahr oder neuer Beete im Ziergarten können Sie den Mist flach in den Boden einarbeiten. In mehrjährigen Kulturen wird der Mist einfach dünn auf dem Boden ausgestreut und eventuell mit Laub oder Rindenmulch abgedeckt.

Kübelpflanzen: Welche Humuserde Sie für Kübelpflanzen verwenden, hängt vom Nährstoffbedarf der jeweiligen Pflanze ab. Starkzehrende Gewächse setzen Sie in Biokompost, Pflanzen mit einem geringeren Nährstoffbedarf dagegen in Grünkompost. Achten Sie darauf, dass viele mediterrane Pflanzen (z.B. Kräuter wie Salbei, Rosmarin, Lavendel) keinen Humus vertragen und besser auf mineralischen, humusarmen Böden gedeihen.

Bodenverbesserung: Nicht jeder Boden enthält ausreichende Anteile an Humus. Solche Böden lassen sich durch die Zugabe von Humuserde verbessern. Dies können Sie sowohl im Frühjahr als auch im Herbst durchführen. Verteilen Sie das Material großzügig auf der gesamten Bodenfläche und arbeiten Sie es oberflächlich in den Boden ein.

Besonders humos: Schwarzerde und Terra Preta

Wer sich mit Böden auseinandersetzt, wird früher oder später auf Schwarzerde stoßen. Damit wird ein sehr humusreicher und überaus fruchtbarer Bodentyp bezeichnet, der in den ehemaligen Steppengebieten der Nordhalbkugel zu finden ist. Auch in Österreich lässt sich Schwarzerde finden, nämlich im Weinviertel und im nördlichen Burgenland.

Zum anderen ist mit Schwarzerde auch eine vom Menschen hergestellte Bodenart aus dem Amazonasgebiet gemeint, "Terra Preta". Im Gegensatz zu unserem Kompost werden die Bestandteile der Terra Preta aufeinanderpresst und fermentiert. Dies kann in einem Erdloch, einem Gefäß oder auf ebener Fläche aufgehäuft geschehen. Nur abgedeckt muss das Ganze sein. Neben Laubbaumzweigen, Pflanzenresten und Fäkalien ist Holz- bzw.Pflanzenkohlenstaub (keine Asche!) elementar. Terra Preta können Sie selbst herstellen oder im Fachhandel kaufen. Original Terra Preta aus dem Amazonasgebiet darf hierzulande allerdings nicht verkauft werden. Bei entsprechenden Produkten handelt es sich lediglich um die idente Herstellungsweise.

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Datum: 05.02.2020
Kompetenz: Garten und Zaun