Pflanzenschnitt © Photographee.eu/shutterstock.com

Es ist Zeit für den Herbstschnitt!

Vor dem ersten Frost ist es wichtig, die Pflanzen im Garten für die Winterpause fit zu machen. Dazu gehört für viele Bäume und Sträucher ein Rückschnitt. Aber Achtung vor Radikalkuren!

Gartenarbeit im Herbst ist ein Muss. Damit unsere Pflanzen in die verdiente Winterpause gehen können und auch im nächsten Jahr wieder austreiben, sollten viele Sorten im Herbst zurückgeschnitten werden. Mit dem Zurückschneiden der Pflanze kontrolliert man ihr Wachstum und fördert es gleichzeitig. Der Rückschnitt muss unbedingt vor dem ersten Frost geschehen, nur so haben die Pflanzen genügend Zeit, ihre "Wunden" zu heilen und die Schnittstellen zu versiegeln.

In jedem Fall ist zu beachten: Im Herbst ist weniger mehr! Die meisten Pflanzen benötigen zu dieser Jahreszeit keinen Radikalschnitt, sondern eine leichte "Maniküre".

 

Welche Bäume und Sträucher im Herbst schneiden?

Einige Baumsorten (Obstbäume wie Süß- und Sauerkirsche, Apfel- und Birnbaum) benötigen im Spätherbst (nicht zu früh zurückschneiden!) einen Rückschnitt. Zum Schutz kann man die Baumstämme mit einem Kalkanstrich versehen, um den beanspruchenden Wechsel zwischen Frost und warmen Herbsttagen etwas abzumildern. Fertige Baumanstriche enthalten neben dem Kalk auch noch andere natürliche Zusatzstoffe, die die Schädlinge vernichten, die sich in den Ritzen der Rinde versteckt halten. Auch bestimmte Sträucher (Beerensträucher, Haselnuss, Schwarzer Holunder) verlangen nach einem Rückschnitt, während Stauden und Hecken in der Regel vor dem Winter nicht beschnitten werden. Auch viele Kübelpflanzen, zum Beispiel Oleander, vertragen nun einen Schnitt und können danach auch leichter ins Winterquartier übersiedelt werden.

Ob bei Rosen oder Stauden – der Rückschnitt erfolgt erst im Frühjahr (Mitte März). Sie können die Triebe sehr wuchsstarker Rosen allerdings etwas kürzen, um die Pflanzen anzuhäufeln und mit Reisig zu schützen. Kletter- und Strauchrosen werden generell nicht geschnitten, sondern nur das mehrere Jahre alte Holz entfernt. Blätter der Pfingstrosen, Glockenblumen, Phlox und alle Ziergräserwerden erst im Frühjahr entfernt. Generell werden Frühblüher (Winterkirsche, Winterjasmin, Sternmagnolie, Hasel, Ulme, Erle, Weide, etc.) gleich nach der Blüte beschnitten. Spätblüher (Efeu, Fingerstrauch, Mönchspfeffer, Liguster, Hortensie) erst im nächsten Frühjahr schneiden.

Verjüngen, aber kein "Hausmeister-Schnitt"

Vermeiden Sie den sogenannten "Hausmeisterschnitt", bei dem Sträucher nur oberflächlich rückgeschnitten werden. Diese Schnittart führt nur dazu, dass die Pflanze im Folgejahr stark ausreibt und sehr groß wird. Verjüngt man hingegen ordentlich, so erspart man sich viel Arbeit im nächsten Jahr.
Damit Sträucher nicht unkontrolliert wuchern, sollten alte Triebe möglichst tief unten angeschnitten werden. Das beste Werkzeug für so einen Verjüngungsschnitt ist eine Baumsäge, mit der Sie dicke, alte Triebe möglichst weit unten abschneiden. Vom Schnitt weg können dann wieder junge Triebe auswachsen.

Faustregeln für den Herbst-Schnitt

  • Generell gilt: Schneiden Sie nicht zu viel ab, sondern konzentrieren Sie sich auf abgestorbene, kranke, dünne und schwache Äste und Zweige, die keine Blätter mehr haben und auch keine Früchte mehr tragen. Ein Mehr an Halmen, Blättern und Blüten dient immer auch als Schutz vor frostigen Temperaturen und bietet Tieren einen Unterschlupf. Im Gegensatz dazu stellen ungeschnittene Bäume im Winter eine Gefahr dar, da schneebedeckte Äste unter der Last abbrechen und Unfälle verursachen können. Deren rechtzeitige Beschneidung ist also unumgänglich.
  • Schneiden Sie nur an warmen, trockenen Tagen. Niemals bei Frost schneiden!
  • Zu guter Letzt das Werkzeug: Schere oder Säge dürfen nicht stumpf sein, da der Ast sonst gequetscht und verwundet wird. Oberstes Gebot sind also scharfe und desinfizierte Scheren und Sägen. Der Schnitt soll glatt sein und im Winkel von 45° schräg nach unten ausfallen, damit das Regenwasser abfließen kann. Die Schnittwunden kann man zusätzlich mit einem Verschlussmittel (Paste) behandeln.

AutorIn:
Datum: 06.10.2022
Kompetenz: Garten und Zaun

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