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Holzklassen: Infos zu Nutzung, Gebrauch und Resistenz

Wer mit Holz arbeitet oder bauen möchte, muss sich mit der Klassifizierung von Holz auskennen. Die Holzklasse ist entscheidend für die richtige Holzwahl und den damit verbundenen Holzschutz je nach Einsatzgebiet. Hier der große Überblick.

Als natürlicher Baustoff reagiert Holz sensibel auf Umwelteinflüsse. Besonders die Luftfeuchtigkeit spielt eine wichtige Rolle für seine Stabilität und Langlebigkeit. Der Eurocode 5, der in Österreich durch die ÖNORM EN 1995-1-1 geregelt wird, definiert daher präzise Klassifizierungen. Diese helfen Bauleuten und Handwerkern, das passende Holz auszuwählen.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Achten Sie bei der Auswahl auf den konkreten Einsatzort. Für eine Innentreppe reicht meist Holz der Nutzungsklasse 1, während Sie für eine Gartenterrasse mindestens Nutzungsklasse 3 benötigen. Bedenken Sie auch zukünftige Umwelteinflüsse - im Zweifelsfall wählen Sie besser die nächsthöhere Klasse.

Nutzungsklassen von Holz

Die Nutzungsklasse 1 eignet sich perfekt für beheizte Innenräume mit normaler Luftfeuchtigkeit. Hier finden Sie das Holz typischerweise in Wohnräumen oder beheizten Sporthallen. Die Nutzungsklasse 2 kommt bei überdachten, aber offenen Bauwerken zum Einsatz - denken Sie an ungeheizte Lagerhallen oder Carports. Besonders anspruchsvoll ist die Nutzungsklasse 3: Dieses Holz muss direkter Witterung standhalten können.

Gebrauchsklassen von Holz

Bei den Gebrauchsklassen geht es vor allem um den Schutz vor biologischen Schädlingen. Die Skala reicht von Klasse 0 (trockenes Innenholz ohne Schädlingsgefahr) bis zur Klasse 4 (dauerhaft feuchtes Holz mit Erdkontakt). Je höher die Klasse, desto umfangreicher müssen die Schutzmaßnahmen sein. Besonders wichtig: Ab Gebrauchsklasse 2 wird ein zusätzlicher Schutz gegen Pilzbefall notwendig.

Gefährdungsklassen von Holz

Die ÖNORM B 3802-1 definiert insgesamt fünf Gefährdungsklassen für Holz, die sich je nach ihrem Einsatzort definieren. Hier der kompakte Überblick mit den wichtigsten Details:

Klasse Erklärung
0 Holz im Innenbereich von Gebäuden ohne statische Belastung (nicht tragende Innenwände) ohne Feuchtigkeitsbeanspruchung (Holzfeuchtigkeit unter 10 %). Keine Gefahr durch Schadorganismen.
1 Holz im Innenbereich von Gebäuden, das statischer Belastung ausgesetzt ist (tragende Wände) und ohne Feuchtigkeitsbeanspruchung (Holzfeuchtigkeit unter 20 %). Gefahr durch Insektenbefall.
2 Holz im Innenbereich von Gebäuden, das statischer Belastung ausgesetzt ist (tragende Wände) und mit Feuchtigkeitsbeanspruchung (Holzfeuchtigkeit über 20 %). Gefahr durch Insekten – und Pilzbefall.
3 Holz im Innen- und Außenbereich von Gebäuden, das statischer Belastung ausgesetzt ist (tragende Wände) und mit Feuchtigkeitsbeanspruchung (Holzfeuchtigkeit häufig über 20 %). Gefahr durch Insekten – und Pilzbefall.
4 Holz im Außenbereich von Gebäuden, das statischer Belastung ausgesetzt ist (Steher) und mit regelmäßiger Feuchtigkeitsbeanspruchung (Holzfeuchtigkeit ständig deutlich über 20 %). Gefahr durch Insekten – und Pilzbefall aufgrund ständigem Erd– oder Wasserkontakt.

Resistenzklassen von Holz

Die Holzarten werden laut ÖNORM B 3012in fünf Resistenzklassen eingeteilt, die Aufschluss über deren Widerstandsfähigkeit gegen Insekten, Pilze und Schädlinge aller Art, die zu der Verrottung des Holzes beitragen oder diese sogar noch verstärken. Es geht hier um das natürliche, unbehandelte Material.

  • Resistenzklasse 1: sehr dauerhaftes Holz mit einer Lebenserwartung von bis zu 25 Jahren. Vertreter sind z. B. die Thermoesche, Teakholz und Robinie
  • Resistenzklasse 2: dauerhaftes Holz mit einer Lebenserwartung von bis zu 20-25 Jahren. Vertreter sind z. B. Bongossi, Garapa oder Thermokiefer
  • Resistenzklasse 3: mäßig dauerhaftes Holz mit einer Lebenserwartung von bis zu 15 Jahren. Vertreter sind z. B. die sibirische Lärche, Douglasie und Eiche
  • Resistenzklasse 4: wenig dauerhaftes Holz mit einer Lebenserwartung von bis zu 10 Jahren. Vertreter sind die heimische Fichte, die Eibe oder die Weißtanne
  • Resistenzklasse 5: nicht dauerhaftes Holz mit einer Lebenserwartung von bis zu 5 Jahren. Vertreter sind unter anderem Birke, Buche und Ahorn
Redaktion
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