Aufnahme eines Bodens mit verschiedenen Terrazzo Arten. Unterschiedliche Farben, Muster und Materialien.

Aufnahme eines Bodens mit verschiedenen Terrazzo Arten. Unterschiedliche Farben, Muster und Materialien. © WONGSAKORN/stock.adobe.com

Langlebig & Schön: Welche Terrazzo Arten gibt es?

Terrazzo begeistert mit seiner einzigartigen Optik und Robustheit. Aber wussten Sie, dass es verschiedene Arten von Terrazzo gibt? Von klassisch-elegant bis modern-minimalistisch: Tauchen Sie mit uns ein in die Materialkunde des Terrazzos und entdecken Sie, welche Variante am besten zu Ihnen passt!

Sie lieben die einzigartige Ästhetik und Langlebigkeit von Terrazzo, sind sich aber unsicher, welche Ausführung die richtige Wahl für Ihr Zuhause ist? Dann sind Sie hier genau richtig! Denn die Welt des Terrazzos ist reich an Möglichkeiten: Es gibt zahlreicheTerrazzo Arten, perfekt für jeden Geschmack. Ob Sie einen robusten Boden für stark frequentierte Bereiche suchen oder eine filigrane Oberfläche für ein stilvolles Ambiente – wir beleuchten die wichtigsten Typen und geben Ihnen wertvolle Einblicke für Ihre Entscheidung.

Was ist Terrazzo?

Terrazzo ist ein rein mineralischer, auf Zement basierender Bodenbelag, dem aus optischen Gründen Natursteinstücke beigemischt werden. Ursprünglich aus Italien kommend, steht er in der Inneneinrichtung für mediterranes Flair. Auch in Österreich galt er lange Zeit als der Bodenbelag schlechthin: Bis in die 60er Jahre hinein fand man die gesprenkelten Steinböden in allen möglichen Farben in fast allen Häusern, vor allem in Vorräumen oder Nassräumen. Heutzutage erlebt Terrazzo eine regelrechte Renaissance: Der Boden ist nicht nur robust, sondern sieht aus und lässt sich in verschiedenen Varianten fertigen. Egal ob rustikal, retro, modern oder minimalistisch: Für jeden Geschmack gibt es die passende Terrazzo-Art!

Weiße Stühle, die um einen weißen Tisch in einer modernen Küche mit weißer Wand und Regalen voller bunter Bücher stehen. Pflanzen und Haushaltsgeräte dekorieren den Tisch. Fenster im Hintergrund.

Heller Terrazzoboden sorgt für einen einladenden Flair in der Küche. © Jodie Johnson/shutterstock.com

Wie wird Terrazzo hergestellt?

Terrazzo wird aus Zement, reinfarbigen, schleifbaren und polierfähigen Steinkörnungen (z. B. Marmor, Quarz, Kalkstein) sowie wetterfesten, lichtbeständigen und fein gemahlenen Oxydfarben hergestellt. Die vor Ort hergestellten, fugenlosen Flächen werden nach dem Trocknen bzw. Erhärten abgeschliffen und nach dem vollständigen Austrocknen mit Seifenwasser gereinigt und mit Leinöl eingelassen. Typische Terrazzoböden sind immer zweischichtig (unten: Unterbeton, oben: Terrazzovorsatz).

Hinweise und Tipps

Tipp:

Terrazzo ist ökologisch unbedenklich, da emissionsfrei, und kein Wegwerf-Produkt. Bei Schäden kann er einfach abgeschliffen werden.

Welche Vorteile hat Terrazzo?

Terrazzo ist nicht nur eine optisch ansprechende Wahl, sondern überzeugt auch durch eine Reihe von praktischen Vorteilen, die ihn zu einem idealen Bodenbelag für verschiedenste Bereiche machen. Dazu zählen:

  • Langlebigkeit: Terrazzo ist extrem widerstandsfähig gegen Abnutzung, Stöße und Kratzer. Ein gut verlegter und gepflegter Terrazzoboden kann problemlos über Generationen hinweg halten, ohne an Schönheit oder Funktion einzubüßen.
  • Zeitloses Design: Dank der unendlichen Kombinationsmöglichkeiten von Zuschlägen, Bindemitteln und Pigmenten bietet Terrazzo eine einzigartige Designfreiheit. Jede Fläche wird zu einem Unikat, das von klassischer Eleganz bis hin zu modernen, minimalistischen Designs reicht.
  • Hygienisch und pflegeleicht: Die fugenlose und dichte Oberfläche von Terrazzo ist besonders hygienisch, da sie weder Staub noch Allergene oder Bakterien aufnimmt. Die Reinigung ist denkbar einfach und erfordert in der Regel nur regelmäßiges Wischen.
  • Nachhaltigkeit: Terrazzo besteht oft aus natürlichen und recycelten Materialien wie Marmor-, Glas- oder Quarzsplittern. Seine lange Lebensdauer reduziert den Bedarf an Ersatzmaterialien, was ihn zu einer umweltfreundlichen Wahl macht.
  • Wärmespeicherung: Terrazzo ist ein hervorragender Wärmeleiter und -speicher. Er eignet sich ideal für die Kombination mit Fußbodenheizungen und trägt zu einem angenehmen Raumklima bei.
  • Wertbeständigkeit: Durch seine Robustheit und zeitlose Attraktivität steigert ein Terrazzoboden den Wert einer Immobilie nachhaltig.

Diese Vorteile machen Terrazzoböden zu einer Investition, die sich über viele Jahre hinweg auszahlt – sowohl ästhetisch als auch funktional.

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Welche Arten von Terrazzo gibt es?

Je nach Zusammensetzung der Materialien sowie ihrer Verarbeitung wird Terrazzo in verschiedene Arten unterteilt. Hier ein Überblick:

Granito-Terrazzo Auf die Grundmasse aus Zement und Gestein wird eine Steinkörnung (7/10 mm) dicht, d.h. Korn an Korn, aufgestreut, eingewalzt und verdichtet. Solldicke: 20 mm
Einschicht-Terrazzo Auf eine Mörtel-Unterschicht aus Zement und gebrochenem Sand wird nach entsprechender Erhärtung eine 15 mm dicke Oberschicht aus Zement und Gestein aufgebracht. Solldicke: 40 mm.
Griechisch-Antico-Terrazzo Auf die Grundmasse aus Zement und braunem bis rotem Gestein ohne Farbzusatz wird eine weiße oder bunte Steinkörnung (10/20 mm) dicht (Korn an Korn) eingestreut, eingewalzt und verdichtet. In Abständen von mind. 50 cm werden weiße 20 mm dicke Marmorbruchstücke (50/80 mm) eingelegt. Solldicke: 25 mm.
Griechisch-Athener-Terrazzo Auf die Grundmasse aus Zement und braunem bis rotem Gestein ohne Farbzusatz wird eine weiße Steinkörnung (10/20 mm) dicht eingestreut, eingewalzt und verdichtet. Solldicke: 25 mm.
Römisch-Antico-Terrazzo Auf die Grundmasse aus gefärbtem Zement, Dolomit und rotem Marmorgestein wird eine bunte Steinkörnung (5/12 mm) dicht eingestreut, eingewalzt und verdichtet. Römisch-Antico-Terrazzobeläge besitzen dunkelfärbige Friese in gleicher Korngröße. Belag und Fries schließen mit Filo-Einlagen (Steineinlage aus Marmor) ab. Solldicke: 25 mm.
Brocken-Terrazzo Brocken-Terrazzo wird zweilagig ausgeführt. Auf die erste Lage (Grundmasse aus Zement und Gestein) wird nass in nass eine zweite Lage aus Zement und Korngemisch (0-4 mm) aufgebracht. In Abständen von 15 bis. 30 cm werden Steine in verschiedenen Größen eingelegt und die Zwischenräume werden mit Marmor oder gleichwertigem Gestein in kubischer Form bis zu einer Größe von 3 cm gefüllt, verdichtet und abgewalzt. Die weiter verbleibenden Zwischenräume werden mit Korneinstreuungen geschlossen. Als oberer Abschluss wird eine dünnflüssige Zementschlämmschicht aufgebracht. Solldicke: 40 mm.
Italienischer Palladiana In ein Mörtelbett aus Zement und Sand werden verschiedenfärbige Steine (50/80 mm) in Abständen von 4 bis 10 mm eingelegt. Die Zwischenräume werden mit einer Masse aus Zement und Steinkörnung (1/3 mm) aufgefüllt. Solldicke: 40 mm.
Römischer Palladiana In ein Mörtelbett aus Zement und Sand wird weißer Marmor (ca.80/120 mm) sowie dazwischen vereinzelt schwarze Steineinlagen (50/70 mm) eingelegt. Die Zwischenräume werden mit einer Masse aus Zement und Steinkörnung (1/3 mm) vollständig aufgefüllt. Solldicke: 40 mm.
Venezianischer Palladiana In ein Mörtelbett aus Zement und Sand werden drei- bis fünfeckige Steine (50/70 mm) eingelegt. Die Zwischenräume werden mit einer Masse aus Zement und Steinkörnung (1/3 mm) vollständig aufgefüllt. Solldicke: 40 mm.
Florentiner Palladiana In ein Mörtelbett aus Zement und Sand werden rechteckige oder quadratische, einfärbige, helle Steine (50/100 mm) eingelegt. Die Zwischenräume werden mit einer Masse aus Zement und Steinkörnung (1/3 mm) vollständig aufgefüllt. Solldicke: 40 mm.
Mosaikbelag In ein Mörtelbett aus Zement und Sand werden 10 bis 16 mm dicke, ein- oder mehrfarbige, 8-40 mm große Mosaiksteine eingelegt. Das Einlegen der Mosaiksteine erfolgt mit einem gleichmäßigen Fugenbild von 2 bis 5 mm nach Vorlage. Solldicke: 40 mm.
Trennschienen-Terrazzo Der Terrazzo wird mit Trennschienen, welche in einer Mörtelunterschicht aus Zement und Sand versetzt werden in Felder eingeteilt. Auf dieser Unterschicht wird der 10 bis 15 mm dicke Terrazzobelag aufgebracht.

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Terrazzoboden in zwei Farbvarianten: helle und dunkle Muster aus verschiedenfarbigen Fliesen und Steinfragmenten miteinander verbunden durch eine leicht geschwungene Linie im Bildzentrum.

Ob hell oder dunkel: Mit unterschiedlichen Terrazzo-Arten lassen sich viele schöne Effekte erzielen. © Moolkum/shutterstock.com

Hinweise und Tipps

Tipp:

Besonders schön ist die Kombination mit naturbelassenem Holz. So kann für den Terrazzo-Bodenbelag ein heller Grundton gewählt werden, in dem einzelne Einsprengsel das Gelbbraun des Holzes aufgreifen.

Für welche Räume ist Terrazzo geeignet?

Meist fand und findetTerrazzo als Fußbodenbelag Verwendung - mit wieder steigender Tendenz. Der fugenlose Fußboden mit bearbeiteter Oberfläche legt in den letzten Jahren ein regelrechtes Comeback hin. Ob bei Renovierungen oder bei Neubauprojekten, Architekten und Designer planen den häufig farbig verspielten Estrich-Bodenbelag wieder zunehmend gern mit ein und sorgen in Wohnräumen so für eine edle Komponente mit einem Hauch von Venedig. Terrazzo kommt heute bei weitem nicht mehr nur in Treppenhäusern und Eingangshallen zum Einsatz, sondern verstärkt auch als Blickfang in Küche, Bad und Esszimmer. Insbesondere der Mid-Century-Einrichtungstrend befeuert die Nachfrage nach Terrazzoböden.

Wofür kann man Terrazzo noch verwenden?

Aber nicht nur Böden, auch Spül- oder Waschbecken, Badewannen, Arbeitsplatten sowie Fensterbretter können aus Terrazzo gefertigt werden und ergänzen sich aufs Schönste mit einem entsprechenden Bodenbelag. Für Küchen-Arbeitsplatten beispielsweise empfiehlt sich eine Zusammensetzung aus Hartgesteinen wie Granit oder Gneis. Aber auch für Wohnaccessoires wird das Terrazzo-Muster verwendet: als Print auf Kissen und Tapeten oder für Tischplatten und Schneidbretter.

Egal ob im Bad, in der Küche, als Bodenbelag oder Arbeitsplatte: Terrazzo sieht toll aus und hält ewig. Lesen Sie gleich weiter und erfahren Sie, wie Sie Ihre Terrazzoboden richtig reinigen, damit er lange schön bleibt:

Wie reinigt man einen Terrazzoboden richtig? Jetzt lesen!

Redaktion
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