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Schadet Heizungsluft unseren Zimmerpflanzen?

Für uns ein absolutes Muss im Winter, für unsere Zimmerpflanzen mitunter fatal: gut beheizte Wohnräume. Wie Ihre Zimmerpflanzen trotz nonstop laufender Heizkörper den Winter über- und das nächste Frühjahr erleben.

Welcher Platz eignet sich am besten zum Überwintern?
Auch wenn es im Bad im Allgemeinen feuchter und im Flur etwas kühler ist als in anderen Räumen: die Pflanzen über den Winter zu zügeln ist keine gute Idee. «Zimmerpflanzen sind sehr heikel, was ihren Standort angeht», erklärt die Expertin. «Sind sie einmal in einem Raum angesiedelt, sollte man sie unbedingt dort lassen. Andernfalls werfen sie gern mal die Blätter ab.»

Gelbe Blätter, braune Spitzen, vertrocknet, verfault. Unsere Zimmerpflanzen machen keinen Hehl daraus, dass Ihnen unsere Pflege missfällt. Besonders im Winter, wenn die Heizung in den Wohnräumen auf Hochtouren läuft, gibt's oft Probleme. Lassen Sie Ihre grünen Mitbewohner nicht hängen und bewahren Sie Ihre Zimmerpflanzen vor dem Heizungstod mit unseren Pflegetipps für den Winter:

Abstand halten!

Gut beheizte Radiatoren und trockene Heizungsluft sind für unsere Pflanzen ein Graus. Direkt neben einem Heizkörper platziert hat keine Zimmerpflanze eine Chance. Die Devise lautet: Abstand halten. Das gilt auch im Falle eines aus Pflanzensicht besonders schlimmen Übeltäters: der Fußbodenheizung. Heiße Füße mögen Topfpflanzen so gar nicht. Was also tun? Eine Etage höher auf Hocker, Sideboards oder Beistelltische stellen und gut!

Stehen Pflanzen auf einem Fensterbrett über einem Heizkörper, ist die Temperatur oftmals zu hoch, die Pflanzen verlieren dadurch sehr viel Feuchtigkeit über die Blätter (Verdunstung). In solchen Fällen ruft die Pflanze meist durch Blattabwurf um Hilfe und sollte umgehend weiter weg von der Heizung platziert werden. In den meisten Fällen keine gute Idee hingegen ist es, die Pflanzen über den Winter in einen kühleren Raum, etwa den Flur, zu übersiedeln. Sie sollten im gewohnten Raum bleiben. Ansonsten kann es erst recht passieren, dass sie Blätter abwerfen. Ausnahmen bestätigen die Regel: Kakteen können bei Bedarf in einem kühleren Raum in den Winterschlaf versetzt werden. Ein weiteres Probem im Winter: Haben Blätter direkten Kontakt mit der Fensterscheibe, können sie auskühlen, werden braun und fallen ab. Sorgen Sie also auch hier für Abstand.

 

Weniger gießen!

Eine Extraportion Wasser wird's schon richten? Mitnichten. Weniger Sonnenstunden im Winter heißt für Zimmerpflanzen weniger Zeit zu trocknen. Damit sie nicht faulen, sollte man stattdessen sogar weniger gießen als üblich, beispielsweise statt jede Woche lediglich alle zwei Wochen. Zum Wässern von Gummibaum & Co empfiehlt sich die Tauchmethode. Dafür wird die Pflanze samt Topf in einen Kübel voll Wasser getaucht, bis der Topf komplett unter Wasser steht. Es steigen Bläschen auf, die zeigen, dass die Pflanze das Wasser in ihre Erde aufnimmt. Sind keine Bläschen mehr sichtbar, den Topf aus dem Wasser nehmen und gut abtropfen lassen. Der Vorteil dieser Methode: Staunässe wird verhindert und die Pflanzen können sich sehr lange mit der Feuchtigkeit und den Nährstoffen aus der gewässerten Erde versorgen. Wer unsicher ist, wie oft die Pflanze gegossen werden muss, kann sich für Hydrokultur entscheiden und sich anhand eines Wasserstandsanzeigers orientieren.

Für Licht sorgen!

Wer keine helle Wohnung hat, kann den Lichtmangel im Winter mit künstlicher Beleuchtung ausgleichen. Das gelingt zum Beispiel mit langlebigen LED-Lampen mit großem Lichtspektrum, die wenig Strom verbrauchen und auch bei längerem Betrieb nicht aufheizen. Je nach Größe der Pflanzen eignen sich Tageslichtleuchten mit Standfuß oder Deckenaufhängung. Damit das wenige Tageslicht verlustfrei bis zu den Blättern durchdringt und nicht durch eine Staubschicht blockiert wird, sollte man seine Zimmerpflanzen außerdem entweder hin und wieder abbrausen oder, im Falle von größeren Blättern, feucht abwischen.

Luftfeuchtigkeit erhöhen!

Manche Topfplanzen, etwa großblättrige Arten wie Gummibaum oder Bananenpflanze, danken es einem, wenn man sie etwa alle 14 Tage mit Wasser besprüht. Man kann sich auch die Technik zu nutze machen und einen Luftbefeuchter anschaffen (bedenken Sie jedoch die Gefahr von Schimmelbildung in den Wohnräumen!). Pflanzen wie Bogenhanf oder Einblatt fungieren als natürliche Luftbefeuchterund helfen damit ihren Zimmergenossen. Eine weitere Möglichkeit ist, die Zimmerpflanzen samt Topf auf breite, mit Tongranulat gefüllte Untersetzer zu stellen, in denen immer etwas Wasser steht. Dieses verdunstet nach und nach und befeuchtet somit die Luft in der unmittelbaren Umgebung der Zimmerpflanzen.

AutorIn:
Datum: 15.12.2020
Kompetenz: Sonstiges

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