Holzpfosten stehen im Boden und sind mit pinkem Band markiert, umgeben von Gras und Erde in einer Baustellenumgebung.

Baustelle abstecken © StudioLaMagica/shutterstock.com

Absteckung und Vermessung vom Grundstück

Damit Ihr Haus letztendlich an der Stelle steht, an der Sie und Ihr Architekt es geplant haben, ist eine Vermessung und Absteckung erforderlich. Was bedeutet Grobabsteckung, Feinabsteckung und was ist ein Schnurgerüst? Hier die Antworten.

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Unter Absteckung versteht man die Übertragung von koordinativ eingerechneten Punkten der Planung in die Natur, einschließlich ihrer möglichst stabilen Kennzeichnung. Die in den Plänen der Bauingenieure und Architekten vorgegebenen Abgrenzungen und Achsen des Bauwerkes werden zentimetergenau punktweise in der Natur vermerkt. Diese Bezugspunkte werden meist indirekt sichtbar gemacht, das heißt, sie können auch außerhalb des eigentlichen Bauareals zu liegen kommen. Für die korrekte Lage und Höhe des zukünftigen Bauwerkes sind sie von allergrößter Bedeutung und tragen zur effizienten und raschen Baudurchführung bei.

Durch die genaue Bestimmung der Grundstücksgrenzen wird also sichergestellt, dass keine fremden Flächen in Anspruch genommen werden und es zu keinen nachbarschaftlichen Streitigkeiten kommt. Zudem dient die Absteckung als Grundlage für die weiteren Planungs- und Bauarbeiten, indem sie die exakten Positionen von Gebäuden, Wegen und anderen Bauwerken auf dem Grundstück markiert.

Wann wird das Grundstück abgesteckt?

Die Grundabsteckung erfolgt in zwei Phasen. Zuerst die Grobabsteckung für den Erdaushub bzw. das Abschieben des Mutterbodens, diese passiert noch vor eigentlichem Baubeginn. Erst dann, nach Baugenehmigung und zum Baustart kommt es zur Schnurgerüst- oder Feinabsteckung für die eigentlichen Bauarbeiten.

Womit wird das Grundstück abgesteckt?

Zur Vermessung und Absteckung eines Grundstücks werden verschiedene Hilfsmittel benötigt. Dazu gehören unter anderem:

  • Messgeräte wie Theodoliten und Totalstationen: Diese hochpräzisen Instrumente ermöglichen die exakte Vermessung von Winkeln und Entfernungen. Auch moderne GPS-Systeme bieten eine hohe Genauigkeit und erleichtern die Vermessung großer Flächen.
  • Absteckpflöcke und Markierungsnägel: Diese werden an den bestimmten Punkten in den Boden geschlagen, um die genauen Grenzen und Positionen zu markieren.
  • Markierungsfarbe oder -band: Diese Materialien werden verwendet, um die abgesteckten Linien sichtbar zu machen und so die Orientierung auf der Baustelle zu erleichtern.

Wer führt die Absteckung durch?

Die Absteckung eines Grundstücks sollte immer von einem professionellen Vermessungsingenieur oder einem Geometer durchgeführt werden. Diese Fachleute verfügen über das notwendige Wissen und die technischen Fähigkeiten, um präzise und zuverlässige Absteckungen vorzunehmen. In Österreich sind die meisten Vermessungsingenieure in speziellen Vermessungsbüros oder bei Vermessungsämtern angestellt, die sich auf diese Dienstleistungen spezialisiert haben.

Was ist die Grobabsteckung?

Zur Kenntlichmachung der Baugrube werden durch eine Grobabsteckung die maßgeblichen Gebäudeecken durch Holzpflöcke gekennzeichnet. Auf dieser Grundlage kann dann die Baufirma die Baugrube ausheben. Die Grobabsteckung wird teilweise auch von den Baufirmen selbst übernommen.

Was ist die Feinabsteckung?

Nach Durchführung der für den Bau notwendigen Erdarbeiten kann die Feinabsteckung des Gebäudes erfolgen. Dazu ist ein Schnurgerüst erforderlich. An den Punkten, an denen die Gebäudeaußenwände das Schnurgerüst schneiden, werden Nägel eingeschlagen. Durch Verbinden der Nägel mit Schnüren können dann die entscheidenden Achsen sichtbar gemacht und mit der Bautätigkeit begonnen werden. Die Feinabsteckung ist keine Amtshandlung.

Was ist die Absteckung mit Schnurgerüst?

Das Schnurgerüst dient der genauen Festlegung der Abmessungen des Gebäudes auf dem Grundstück. Grundlage ist der amtliche Lageplan, aus dem die Grenzabstände ersichtlich sind. Weiterhin sind die Grenzsteine von Wichtigkeit; sie dienen zum Abstecken der Baufluchtlinie (rot-weiße Fluchtstäbe). Nach dem Anlegen der Erdgeschosswände darf das Schnurgerüst entfernt werden. Bei der Errichtung des Schnurgerüstes ist die Eigenstabilität des Gerüstes (gegen Stöße, Zugspannung durch Drähte und Schnüre), die Rechtwinkligkeit des Gerüstes (90 Grad) und den Abstand des Gerüstes von der Baugrube zu beachten.

Wofür braucht es einen Schnurbock?

Der Schnurbock besteht aus drei Rundhölzern und zwei waagrecht daran befestigten Bohlen. Die Bohlen werden ca. 50 cm über dem Boden festgenagelt. Die Bohlen für die Längsflucht des Gebäudes werden unter die Bohlen für die Gebäudebreite gesetzt. Darüber hinaus wird am Schnurgerüst vom Vermesser eine Höhenmarke angetragen (waagrechter Sägeschnitt), die die Oberfläche des Fertigfußbodens des Erdgeschosses (OFF) festlegt. Sie wird mit ± 0.00 und der Höhenangabe über Normalnull (NN) in Metern angegeben. Die abgesteckten Hausecken werden nun mit Schnüren (verzinkte Drähte) auf das Schnurgerüst übertragen.

Die Fixierung erfolgt mit Kerben oder Nägeln (60 - 80 mm) und wird mit "HG" (Hausgrund) am Gerüst gekennzeichnet. Kürzere Drähte werden über den längeren gespannt, weil die längeren mehr durchhängen. An Kreuzungspunkten dürfen sich die Drähte nicht berühren, da dies zu Messfehlern führen kann. Mithilfe eines Schnurlotes kann jetzt jeder Punkt der Mauerflucht nach unten gelotet werden.

Veronika Kober
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