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Ökoeffektiv: Was ist das Cradle to Cradle Prinzip?

Wofür ist das Cradle-to-cradle Modell gedacht, und in welchen Bereichen kann es bereits angewendet werden? Welchen Anklang findet die neu gedachte Nachhaltigkeit in der Praxis? Finden Sie hier einige Beispiele.

Kritiker monieren, dass das Cradle-to-cradle Prinzip in der Praxis nur schwer anwendbar ist. Und tatsächlich scheint eine „flächendeckende“ Umsetzung, nach der jeder Gebrauchsgegenstand, jedes Transportmittel und jedes Gebäude nicht nur nutzenbringend angefertigt wird sondern auch nach Ablauf seines Verwendungszweckes wiederverwertet werden kann, noch äußerst unrealistisch. Dennoch gibt es einige Beispiele, die zeigen, wie ein Anfang gemacht werden kann:

Fenster werden „vermietet“

Der Ansatz beginnt bei der Herstellung. Unternehmen zeigen in ihren Bereichen Möglichkeiten auf, wie etwa die österreichische Firma Thoma Holz, die eine Holzmarke geschaffen hat, bei deren Verarbeitung keine chemischen Hilfsstoffe verwendet werden. Kommt derartiges Material also beispielsweise bei der Fensterherstellung zum Einsatz, können die Fenster nach Ablauf ihrer Lebenszeit wieder in den Kreislauf der Natur zurückgeführt werden. Wie C2C-Pionier Michael Braungart meint: „Das Fenster wird nur mehr gemietet, gekauft wird nur noch der Ausblick“.

Braungart selbst war es auch, der für die Passagiersitze der Airbus-Flugzeuge kompostierbare Sitzbezüge entworfen hat. Weitere Anwendungsgebiete sind Textilien jeder Art und Toiletten- und Handtuchpapier das nicht nur für den Hautkontakt optimiert, sondern auch vollständig abbaubar ist.

In kleine „Bausteine“ verpackt findet das Prinzip also bereits Anwendung – bis zur Fertigung ganzer Gebäude nach dem C2C-Prinzip kann es freilich noch dauern. Dass aber der Gedanke „weg von der Minimierung des Schadens, hin zur Maximierung des Nutzens“ Teil der Debatte um Nachhaltigkeit wird, kann dieser selbst nur nutzen.

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Datum: 12.10.2011

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