Linoleum: Öko-Bodenbelag mit vielen Vorteilen

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Früher etwas verpönt, heute hochwertiger Öko-Bodenbelag aus nachwachsenden Rohstoffen: Linoleum punktet besonders durch seine vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten und ist längst auch als Designboden erhältlich.

Linoleum ist ein ökologischer Bodenbelag aus nachwachsenden Rohstoffen, wird in attraktiven Unifarben angeboten und auch intensiv im Objektbereich eingesetzt. Selbst Intarsien können damit hergestellt werden. Das so genannte Möbel-Linoleum wird von Innenarchitekten gerne eingesetzt, um Schranktüren, Schreibtischplatten und andere Oberflächen eine gewisse Designernote zu verleihen. Linoleum wird als Bahnenware oder in Form von Click-Paneelen angeboten und ist in der Pflege ident mit Holzböden.Leider geriet dieser wertvolle Baustoff über die Jahrzehnte immer mehr in Vergessenheit, aber feiert nun sein Comeback!

Wie entsteht das Naturmaterial Linoleum? 

In den 1860er Jahren experimentierte ein gewisser Herr Frederick Walton mit schnell trocknenden Farben und machte hierbei seine bahnbrechende Entdeckung: Er bemerkte auf einer Dose eine feste Schicht aus oxidiertem Leinöl. Daraufhin experimentierte er weiter und fügte einige Stoffe hinzu. 1863 stellte er schließlich das erste Linoleum her. Linoleum heißt der Stoff deswegen, weil er sich vom lateinischen Wort für Leinöl ("oleum lini")ableitet.

Die sogenannte „Linoleumzementmasse“ aus Leinöl, Sojaöl und Tallöl sowie Naturharze aus Kreide,Kork, Holz- und Kalksteinmehl wird unter hohem Druck auf einen Juterücken gepresst und einem ungefähr dreiwöchigem Reifungsprozess unterzogen.

Rollware oder Klick-Linoleum?

Linoleum als Bodenbelag ist in zwei Ausführungen erhältlich: Als Meterware zum Rollen oder als Klick-System. Linoleum als Rollware wird in der Regel vom Fachmann vollverklebt verlegt. Um sicher zu stellen, dass keine Feuchtigkeit eindringen kann, werden sämtliche Fugen versiegelt. So kann man unschönen Aufwölbungen entgegenwirken.

Linoleumfliesen und Linoleumdielen ähneln in der Verlegung dem Klick-Laminat-Boden. Die einzelnen Dielen oder Fliesen werden zusammengesteckt und schwimmend verlegt. Beim Klick-Linoleum klebt die Linoleumschicht auf einer Holzfaserträgerplatte und als Trittschalldämmung fungiert eine Korkschicht.

Olga Popova/shutterstock.com © Olga Popova/shutterstock.com

Farbpalette

So reinigen und pflegen Sie Linoleumböden

Früher musste man den Linoleum-Boden regelmäßig wachsen - heute ist dieser bereits beim Kauf mit einer Wachsschicht versehen und es genügt, den Boden nebelfeucht zu wischen. Im Fachmarkt sind spezielle Linoleum-Reiniger erhältlich. Im Regelfall reicht die Reinigung mit klarem Wasser aus. Unser Tipp: Lesen Sie die Anweisungen und Bestimmungen des Herstellers genau.

Ist PVC das gleiche wie Linoleum?

Nein, ist es nicht! Linoleum hat gegenüber dem PVC-Bodenbelag einige Vorteile. PVC-Böden sind sehr beliebt, weil sie preiswert und einfach zu verlegen sind. Dieselben Vorteile bietet aber auch Linoleum. Doch leider steht es um dieUmweltfreundlichkeit von PVC nicht allzu gut. Studien belegen sogar, dass PVC-Böden durch Abrieb und Ausdünstung gesundheitsschädliche Stoffe an die Luft abgeben.

Jedoch: Linoleum ist ein aufwändig hergestellter Stoff. Und diesen Aspekt muss man zahlen. Daher wundert es einen nicht, dass man für Linoleum-Böden etwas tiefer in die Tasche greifen muss . Aber auch hier variiert der Preis pro Quadratmeter zwischen circa 19 und 45 Euro. Dafür kann man sich auf Langlebigkeit, Naturbelassenheit und ein gutes Raumklima verlassen.

Verschiedene Optiken von Linoleumböden

War Linoleum in den 50er und 60er Jahren noch meist eintönig beige, blau oder rot eingefärbt, ist es heutzutage in vielen verschiedenen Optiken erhältlich. Die Auswahl an unterschiedlichen Marmorierungen, Dekoren und Mustern ist erstaunlich! Sogar in Holzoptik macht Linoleum eine gute Figur! Fliesen sieht man heute oft im klassischen Schachbrettmuster (schwarz/weiß). Dank dem einfachen Klick-System sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt!

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AutorIn:

Datum: 28.10.2019
Kompetenz: Beläge und Boden

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