Einzigartige Altbausanierung in Wien

Europaweit einmalig ist die jüngste Altbausanierung in Wien, bei der die erste Passivhaussanierung eines Gründerzeithauses in bewohntem Zustand gelang. Die Gesamtkosten betrugen 1,6 Millionen Euro.

Umfassendes Maßnahmenbündel

Sämtliche Fassaden wurden instandgesetzt und wärmegedämmt, es erfolgte eine Rundumwärmedämmung des Lifts, Passivhausfenster und -Balkontüren wurden eingebaut und die Kellerdecken mit einer Wärmedämmung versehen. Außerdem wurde eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit einem zentralen Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung (Rückgewinnungsgrad von 82%) eingebaut und für die Anlage in jeder Wohnung ein Installationsschacht sowie - wo unbedingt notwendig - eine abgehängte Decke errichtet, um die Frischluftverteilung gewährleisten zu können.

PID/Fuhrich © PID/Fuhrich

Bezirksvorsteher Karlheinz Hora und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig mit Helmut Simmer, einem glücklichen Mieter (v.l. ).

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So sah der Innenhof vorher aus.

HWB drastisch gesenkt

Zusätzlich erfolgte der Einbau einer Grundwasser-Wärmepumpe für Warmwasser und Heizung. Eine Photovoltaikanlage am Dach sorgt für die Abdeckung des haushaltsbezogenen Strombedarfs der Dachgeschosswohnungen. So konnte der Heizwärmebedarf des Gebäudes im Zuge eines ganzen Bündels von Maßnahmen um 140,16 kWh/(m²a) – von 151,27 kWh/(m²a) - auf den Passivhausstandard 11,11 kWh/(m²a) – gesenkt werden. Weitere Maßnahmen, wie der Zubau eines Dachgeschosses mit zwei Wohnungen, die Zusammenlegung von vier auf zwei Wohnungen, der Zubau von sechs Balkonen sowie der Zubau eines Personenlifts runden die Sockelsanierung in Passivhausqualität ab.

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Die Fassade des Gründerzeithauses war durch einen Bombenschaden zerstört.

Highlight der "Sanften Stadterneuerung"

Die Stadt hat das Pilotprojekt mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss von rund 143.000 Euro und einem günstigen Landesdarlehen im Umfang von rund 292.000 Euro gefördert, sowie Annuitätenzuschüsse auf die Dauer der Förderung (15 Jahre), die insgesamt 368.000 Euro ausmachen, beigesteuert. Die Gesamtsanierungskosten betragen rund 1,6 Mio. Euro. "Dass die Sanierungsmaßnahmen bei aufrechten Mietverhältnissen durchgeführt wurden, entspricht nicht nur dem sozial orientierten Wiener Weg der ,Sanften Stadterneuerung‘, sondern fügt diesem nun ein weiteres Highlight hinzu“, betont Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.

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Die Fassade erstrahlt heute in neuem Glanz.

Projekt mit Vorbildwirkung

So konnten die Bewohner - bei einer reduzierten Miete - fast während der gesamten Dauer der Arbeiten in ihren Wohnungen verbleiben. Mit Hilfe der Fördermittel wurde zudem die finanzielle Belastung der Mieter im Schlichtungsstellenverfahren möglichst gering gehalten. Andreas Kronberger, Miteigentümer, Projektentwickler und Bewohner des Hauses Eberlgasse 3: "Unser Ziel war es, die technischen Möglichkeiten in thermisch-energetischer Hinsicht aufzuzeigen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass bei der anstehenden Reform des Mietrechts ein Anreizsystem für derartige Investitionen geschaffen wird, um eine Multiplikatorwirkung für viele andere Hauseigentümer und Entwickler zu ermöglichen!“


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Datum: 12.11.2014

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  • steven schrieb am 01.10.2017 23:26:17

    Das ist so ein wichtiger Aspekt, der vielen völlig entgeht: durch die bessere Dämmung im frisch sanierten Altbau sinken nicht nur die Betriebskosten, sondern insgesamt die Instandhaltungskosten. Wandmaterial, Böden ETC leben alle länger, wenn sie nicht so extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. UND eine Fassadendämmung kann manche Altbauten auch optisch extrem aufwerten, siehe z.B. bei König Heinrich unten bei den Bildern http://www.koenig-heinrich.at/sanierung/altbausanierung - da zahlt sich die Altbausanierung gleich doppelt aus.

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