Eigenstromsteuer für PV-Strom fällt

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Ab 2020 gibt es keine steuerliche Abgabe auf selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom mehr. Die umstrittene „Sonnensteuer“ wird im Zuge der großen Steuerreform der Österreichischen Regierung gestrichen.

Ein erster wichtiger Schritt in Richtung 100 Prozent erneuerbarer Strom bis 2030 ist getan „Seit Jahren setzen wir uns für eine Abschaffung der Eigenstromsteuer ein […] Es ist eine wichtige Chance für den weiteren Photovoltaik-Ausbau, vor allem da aktuelle Förderungen verstärkt auf Eigenverbrauch abzielen“, so die erste Reaktion von DI Vera Immitzer, Geschäftsführerin vom Bundesverband Photovoltaic Austria, auf die Neuregelung durch die Steuerreform. Für Immitzer habe die Streichung der Abgaben für vor Ort produzierten und verbrauchten Strom oberste Priorität für den angestrebten weiteren Zubau von erneuerbarer Energie.

Entfall der Eigenstromsteuer für Photovoltaik-Strom

Die Eigenstromsteuer stamme aus einer Zeit, in der Eigenverbrauch noch kein Thema war, so die Experten von PV Austria. Dies hat sich jedoch im letzten Jahrzehnt maßgeblich verändert. Auch wenn es dem PV-Verband 2014 durch eine öffentliche Petition gelungen ist, für die ersten 25.000 kWh Eigenstrom einen Freibetrag zu erzielen, ist diese Abgabe ein Ausschlusskriterium für eine Investition. Denn für jenen Anteil, der über diesen Freibetrag hinaus selber verbraucht wird, ist eine Elektrizitätsabgabe von 1,5 Cent pro Kilowattstunde zu entrichten. Der Mehrwert dieser Maßnahme liegt deutlich über dem Abwicklungsaufwand und ist ein starker Motivator für jene Anlagen, die viel Strom selber verbrauchen. Vor allem auch für PV-Gemeinschaftsanlagen sowie zukünftig mögliche umfassendere Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften, die ihren Eigenverbrauch fokussieren, kommt die steuerliche Erleichterung rechtzeitig. Besonders diese Anlagen werden einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zur zukünftig 100 prozentigen Versorgung mit erneuerbarem Strom liefern.

Weitere Steuerreformen nötig

Weitere Punkte, die unbedingt in der Steuerreform zu beachten wären, sind die Senkung der Mehrwertsteuer auf erneuerbaren Energieanlagen, eine Anpassung der Abschreibdauer sowie die grundsätzliche Ökologisierung des Steuersystems. Immitzer: „Wir appellieren an die Bundesregierung dass auch die weiteren Ankündigungen wie bspw. ein umfassendes 100.000-Dächer Photovoltaik und Kleinspeicher-Programm, die Ausweitung von Anlagen auf Freiflächen sowie die technologiespezifische Ausschreibungen zur Ermittlung der Marktprämie für eingespeisten Strom, ebenso tatkräftig und rasch umgesetzt werden.“

100 % sauberer Strom bis 2030 für Österreich

In Zusammenarbeit mit Erneuerbaren Verbänden (Kleinwasserkraft Österreich, IG Windkraft, Österreichischer Biomasse Verband, Kompost & Biomasse Verband, IG Holzkraft und Erneuerbare Energie Österreich) arbeitet Photovoltaic Austria zum Thema "100 Prozent sauberer Strombis 2030" eng zusammen.

Österreich ist EU-weit das erste und bislang einzige Land, welches in einem Arbeitsprogramm das klar definierte Ziel vorlegt, bis 2030 das gesamte Land ausschließlich mit sauberer und erneuerbarer Energie zu versorgen.

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Datum: 02.05.2019
Kompetenz: Energie

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