Fassade selber dämmen - Anleitung in 7 Schritten

Die am häufigsten angewandte, professionelle Außendämmung ist das einschalige Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Das können Sie auch recht einfach selbst anbringen – mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Neben zweischaligen Wänden und hinterlüfteten Fassadenverkleidungen ist das Wärmedämmverbundsystem auf Putzbasis heute eine weitverbreitete Außenputzvariante, welche die Vorteile des Putzes mit den Vorteilen der Dämmung verbindet. Bei diesem so genannten Vollwärmeschutz liegt die Wärmedämmung außen, wodurch die Speicherfähigkeit der Massivbauteile unterstützt wird, die Kondensatbildung im Inneren verhindert wird und Wärmebrücken größtenteils ausgeschlossen werden.

Und so funktioniert’s:

Bereiten Sie zuerst den Untergrund vor, indem Sie ihn von Staub, Verschmutzungen, Ausblühungen, schadhaftem Verputz etc. befreien. Die Oberfläche muss eben, trocken, fett- und staubfrei und natürlich tragfähig sein. Unebenheiten bessern Sie mit einem entsprechenden Putz- und Mauermörtel aus, stark saugende Untergründe sollten vor Anbringung der Dämmung noch grundiert werden. Dann kann’s losgehen.

1. Schritt:

Bringen Sie das Sockelprofil an. Legen Sie dafür fest, ab welcher Höhe gedämmt werden soll und zeichnen Sie diese Höhe ein. Das Sockelprofil muss mindestens 30 cm über dem Grund liegen. Bohren Sie die für das Profil nötigen Dübellöcher und bringen Sie die Schlagdübel an. Achtung: Profis wissen, dass zwischen den Profilstößen immer ein Spalt von 2 bis 3 mm bleiben soll. An die Ecken kommen Gehrungsschnitte von 45 Grad.

2. Schritt:

Jetzt werden die Fassadendämmplatten nach der so genannten Wulst-Punkt-Methode verklebt. Ziehen Sie entlang der Kanten Wulste aus dem Klebemörtel bzw. Klebespachtel und verteilen Sie Klebstoffpunkte auf der ganzen Plattenfläche. So können noch vorhandene Unebenheiten der Oberfläche noch einmal ausgeglichen werden.

3. Schritt:

Bringen Sie nun von unten beginnend die Dämmung mit Hilfe einer Klappbewegung auf die Mauer auf und klopfen Sie sie mit reibenden Bewegungen fest. Die senkrechten Fugen müssen jeweils um eine halbe Plattenlänge gegeneinander versetzt sein, sodass keine Kreuzfugen entstehen. Zur Vermeidung von Wärmebrücken werden die Dämmplatten dicht gestoßen und an den Gebäudeecken über Eck verzahnt, d. h. jede zweite Reihe um die Dämmstoffdicke versetzt angebracht.

4. Schritt:

Sind Maueröffnungen wie Fenster oder Türen zu dämmen, so müssen mit einem passenden Dichtband die Rahmen und Fensterbänke, sowie die Bereiche unter der Fensterbank und zwischen Dämmung und Fensterbank abgeklebt werden. Dann werden die Dämmplatten passend zugeschnitten und auch hier aufgebracht. Je nach Herstellerangaben trocknen lassen.

5. Schritt:

Nun werden die Dämmstoffplatten mit Kunststoffdübeln, die zum jeweiligen Dämmsystem gehören, verdübelt. Achtung! Wird die Abbindezeit des Klebers nicht eingehalten, können sich die Platten durch die Erschütterungen beim Bohren und den Druck der Dübel verschieben. Auch die Anordnung ist wichtig: Setzen Sie die Dübel jeweils an den Plattenecken und in die Plattenmitte. Dabei ist selbstverständlich auf festen Halt zu achten und gegebenenfalls etwa neben Hohlräumen im Baustoff ein weiterer Dübel zu setzen.

6. Schritt:

Im nächsten Arbeitsschritt werden die Platten an den Stößen überschliffen, gereinigt und verspachtelt. Mit einer rostfreien Zahnspachtel wird Klebespachtelmasse in einer Dicke von mindestens 4 cm aufgezogen und in die noch frische Schicht Textilglasgitter in möglichst faltenfreien überlappenden Bahnen eingebettet. Am Schluss wird alles noch „nass in nass“ mit Klebespachtelmasse überzogen.

7. Schritt:

Wenn die Armierungsschicht ausgehärtet und getrocknet ist (Standzeit mind. eine Woche) kann sie mit einer Bürste oder Lammfellwalze mit Universalgrundierung überstrichen werden. Nach einer weiteren Trocknungszeit (mind. 24 Stunden) kann als Endbeschichtung ein Silikonharz-, Silikat- oder Granoporputz in der gewünschten Farbe aufgebracht werden.

Achtung: Besonders heikel sind die Ecken z. B. bei Tür- und Fensteröffnungen, sowie die Gebäudekanten. Hier auf besonders gute Haftung der Dämmplatten achten! Um eine spätere Rissbildung zu verhindern, muss zur Verstärkung ein großflächiger diagonaler Gewebestreifen angebracht werden. Zwischen Dämmplatten und festen Bauteilen wie Fenster- und Türrahmen muss außerdem ein elastisches Fugendichtband eingebaut werden.

Um die dauerhafte Funktion und vor allem die Belastbarkeit von Dämmsystemen zu garantieren, sind an bestimmten Stellen der Gebäudehülle stabilisierende Profile nötig. Für die äußeren Gebäudeecken braucht es etwa die Gewebeeckwinkel als Kantenschutz und zur Verstärkung. Für einen sauberen Übergang zum Sockel verwendet man das Sockelprofil, das mit einer Tropfnase versehen ist, welche verhindert, dass Wasser von der Wand am Sockel herunterläuft. Weiters brauchen Sie Anputzleisten, die einen dauerhaften und sauberen Abschluss an Fenster- sowie Türlaibungen garantieren. Beachten Sie die Herstellerhinweise, um einen fehlerfreien Einbau zu garantieren.

Was Sie brauchen:

  • Dämmstoffplatten bzw. das WDVS-System
  • Putz
  • solier- und Gewebeband
  • Klebespachtel bzw. Klebemörtel
  • Eckwinkel mit Gewebe
  • Dübel für die Plattensicherung
  • Sockelprofil
  • Grundierung
  • Gewebe
  • Dichtband
  • Reibebrett
  • Kelle
  • Feinsägen
  • Wasserwaage
  • Glättekelle
  • Hammer
  • Bohrmaschine
  • Bohrer

Frag' den Profi

Jetzt kostenlos eine Frage
an ein Unternehmen stellen.

Sie haben eine Frage?
Lassen Sie Ihre Frage kostenlos und unverbindlich von einem Profi beantworten!
Sie sind ein Unternehmen?
Jetzt kostenlos bei Frag' den Profi teilnehmen!

Bitte beachten Sie, dass keine Rechtsauskünfte erteilt werden können.


AutorIn:

Datum: 07.03.2018

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Weitere Artikel aus Dämmung

Die TWD unterscheidet sich von anderen, herkömmlichen Dämmungen unter anderem durch einen wichtigen Faktor: Ihre ...