Brand aus! Und nun?

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Ob sich eine Brandsanierung rentiert oder nicht bzw. ob sie überhaupt möglich ist, richtet sich nach betroffenem Bauteil, Material und Oberfläche. Erfahren Sie hier, was Sie selbst machen können und wo Profis ans Werk sollten.

Das Wichtigste bei der Brandschadensanierung: Sofort handeln! Je schneller Sie Maßnahmen einleiten, desto höher sind die Erfolge und desto geringer fallen die Schäden und deren Folgen aus.

Diese Sofortmaßnahmen dämmen Brandschäden ein

  • Weitere Schäden verhindern (z. B. Lecks provisorisch verschließen)
  • Schadenstelle absichern
  • Keine Elektrogeräte bedienen (Kurzschlussgefahr!)

Für folgende Arbeiten sollten Sie ein Sanierungsunternehmen beauftragen, das sich mit Ihnen, den Sachverständigen und der Versicherung abspricht und alle Maßnahmen nach Vorschrift durchführt:

  • Bewegliche Gegenstände/Geräte entfernen
  • Brandschutt wegräumen
  • Entfeuchtung / Wasserschäden vermeiden (Löschwasser!)
  • Räume auf mindestens 10 Grad aufheizen/Luftfeuchtigkeit auf unter 40 Prozent senken (wichtig wegen Korrosionsgefahr!)
  • Brandgeruch entfernen

Brandschadensanierung vom Profi: Rußentfernung

Auf die Sofortmaßnahmen folgt die eigentliche Sanierung. Dazu gehört zuerst die Entfernung von niedergeschlagenem Ruß, welcher aufgrund der während des Brandes freigesetzten Stoffe schadstoffbelastet ist. Laut Experten muss die Entfernung nicht nur besonders gründlich sondern auch rasch vonstattengehen, da Ruß korrosiv wirkt und speziell Metalloberflächen innerhalb kürzester Zeit zerstört.

Die Profis haben hier mehrere Möglichkeiten: Begonnen wird mit der trockenen Absaugung der Oberflächen mittels Industriesauger. Das nächste Standardverfahren ist dann das Abwischen mit Schwamm, Vlies und Lappen. Das Waschwasser enthält entsprechende Neutralisations-Chemikalien und muss regelmäßig gewechselt werden. Verrußungen an Fassaden und äußeren Gebäudeteilen werden mittels Hochdruckreiniger (Heißwasser plus alkalische Reinigungsmittel) quasi abgewaschen.

Materialschäden: Was ist nach dem Brand sanierbar, was nicht?

Nicht jedes Material und jede Oberfläche lassen sich nach einem Feuerschaden gleich gut oder überhaupt wieder in Stand setzen. Hier ein kleiner Überblick:

Gut sanierbar sind: Beton,verputzte und nicht poröse Oberflächen. Die Profis werden hier zuerst absaugen, dann hochdruckreinigen und an besonders heiklen Stellen wird händisch gereinigt. Im Bereich von hitzebedingten Rissen oder Abplatzungen muss immer ein Statiker hinzugezogen werden. Erst wenn er die betroffenen Bauteile „freigibt“, wird hier mittels Sandstrahlen gereinigt und mittels Mörtel die gröberen Schäden im Beton behoben.

Fliesen und sämtliche Keramikoberflächen lassen sich einfach durch Feuchtreinigung wieder herrichten, die Verfugungen müssen jedoch unter Umständen erneuert werden.

Natursteinoberflächen lassen sich ebenfalls recht einfach sanieren, müssen aber eventuell neu imprägniert werden.

Schlecht sanierbar: Als problematisch erweist sich Marmor, da dieses Material Eisenanteile enthält, die zur Ausbildung von so genannten Rostfahnen führen können. Marmorböden müssen daher unverzüglich künstlich ausgetrocknet werden.

Holz wird ebenfalls trocken oder leicht feucht vorgereinigt, und später je nach Schadensausmaß feingereinigt, abgeschliffen und neu versiegelt, gewachst oder geölt. Problematischer wird es bei porösen Oberflächen, etwa unlackiertem Holz. Hier dringen die Brandgase schnell in die Poren ein und gasen dann je nach Luftdruck und Wärme aus, was eine Gefahr für die Menschen birgt.

Ob eine Sanierung von Türen und Fenstern aus Kunststoff von Erfolg gekrönt ist, hängt vom Einzelfall ab. Aufgrund der entstandenen Hitze können sich nämlich Rußpartikel in die Kunststoffoberfläche einbetten - ein Austausch ist dann unumgänglich. Bei leichteren Verschmutzungen reicht aber die standardmäßige Sofortreinigung aus.

Brandschaden an Möbeln und Elektrogeräten: Was tun?

Einrichtungsgegenstände lassen sich herkömmlich mit Spülmitel, Wasser und Bürste reinigen. Polstermöbel, Teppiche oder Gardinen bringen Sie am besten zu einer Reinigungsfirma. Diese Unternehmen arbeiten mit speziellen Verfahren, um Brand- und Rauchschäden zu beseitigen.

Ein Sonderfall sind die Elektrogeräte. Wenn Kunststoffe wie PVC verbrennen, entstehen schädliche Brandgase, die sich auf den Geräten niederschlagen. Deshalb müssen die Oberflächen hier unbedingt vom Profi spezialgereinigt werden, sprich auseinandergebaut, innen wie außen feucht und mit speziellen Brandreinigern geputzt und dann wieder zusammengesetzt werden. Ob und wann sich solche Sanierungsmaßnahmen rentieren, entscheiden Sie gemeinsam mit einem Sachverständigen. Ein Mixer wird wohl eher entsorgt, während beim Arbeitscomputer mit wichtigen Daten eine Reparatur zu bevorzugen ist.

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Simon B., Bezirk Krems - Land
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Datum: 11.06.2019
Kompetenz: Bauunternehmen

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