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Fensterbänke: Material, Funktion, Kosten im Überblick

Fensterbänke bilden einen wichtigen baulichen Abschluss auf der Außenseite und sind dekoratives Element auf der Innenseite der Fenster. Welche Materialien gibt es und was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile?

Naturstein wie Granit oder Marmor, massives Holz wie Eiche oder Buche, besonders robuste und pflegeleichte Holzwerkstoffe, Kunststoff, Kunststein oder Aluminium: Fensterbretter können aus den unterschiedlichsten Materialien, in den verschiedensten Farben und Musterungen hergestellt werden. Nicht jedes Material eignet sich aber gleichermaßen für eine Montage außen und innen. Hier ein Überblick über die typischen Eigenschaften, Preis sowie die Vor- und Nachteile von Granit, Metall, Holz und Co.

Granit - der widerstandsfähige Klassiker

Granit ist resistent gegen alle Witterungseinflüsse, er weist keine Oxidation auf und der Naturstein hält auch starken mechanischen Belastungen stand. Besonders gut eignet sich Granit für die Montage im Außenbereich, doch auch für Fensterbrett - Lösungen im Innenraum ist das vielfältige, in unterschiedlichsten Strukturen und Farben erhältliche Material sehr beliebt. Nach dem Einbau der Fensterbank wird der Stein mit einem speziellen Mittel versiegelt. Die Vorteile des Natursteins liegen auf der Hand: Granit ist sehr pflegeleicht, frost- und witterungsbeständig, und er ist natürlich. Als Nachteil muss der recht hohe Preis von Granit genannt werden, der sich aber aufgrund der Langlebigkeit und Robustheit des Materials rasch amortisiert. Achten Sie unbedingt auf die richtige Pflege Ihrer Fensterbretter aus Granit und vermeiden Sie auf jeden Fall Scheuermittel bzw. ätzende Reiniger!

Marmor – der empfindliche Naturstein

Marmor ist ein Kalkstein, er ist daher wasserempfindlich, was bei den Witterungseinflüssen außer Haus auch seine Spuren hinterlässt. Die hartnäckigen Wasserränder und -tropfen auf Fensterbänken aus Marmor lassen sich nur mühsam wieder entfernen. Zudem ist er sehr teuer. Klarer Vorteil von  Marmor: er ist ein Naturstoff, das sieht und fühlt man auch. Er ist gut polierbar, aufgrund seiner Zusammensetzung in den unterschiedlichsten Musterungen und Farben erhältlich, ist sehr lange haltbar und gibt dem Innenraum ein edles Ambiente.

Marmor wird industriell aus verschiedenfarbigem Gesteinsmehl hergestellt, das mit Polyesterharz verklebt wird, und kommt in Optik und Eigenschaften verblüffend nah an den "echten" Stein heran. Gussmarmor wird besonders gerne für Innenfensterbänke eingesetzt, kann aber auch ohne Probleme im Außenbereich eingesetzt werden. Das Material weist im Gegensatz zu echtem Marmor oder etwa Granit eine homogene Farbe und Musterung auf, hat eine sehr geringe Saugfähigkeit und ist daher äußerst beständig gegen Verschmutzungen. Ein weiterer Vorteil: seine Pflegeleichtigkeit. Gussmarmor besticht durch seine kratzfeste, robuste Oberfläche. Er ist ein besserer Wärmeleiter als Naturstein und fühlt sich daher auch wärmer an.

Holz – Natur pur im Innenbereich

Massive Holzfensterbänke sind im Außenbereich nicht zu empfehlen und lassen sich dort auch entsprechend selten finden. Im Innenbereich sind sie neben Naturstein aber traditioneller Evergreen. Hartholz, wie Eiche, Esche oder Buche, ist widerstandsfähiger gegen mechanische Einwirkungen wie Dellen oder Kratzer als Weichholz, wie die Fichte oder die Linde. Als Schutz vor eintretender Feuchtigkeit durch Niederschläge oder stehendes Wasser müssen Außenfensterbänke aus Holz immer oberflächenbehandelt werden.

Zwar nicht massives Holz, aber ein Holzverbundstoff, ist die Basis besonders stabiler Fensterbänke aus Spanplatten, welche hochfeuchtfest und widerstandsfähig verleimt werden. Es gibt sie in unzähligen, zeitgemäßen Dekoren, von Holzoptik bis zu Marmoroptik. Auch in elegantem, zurückhaltendem Reinweiß sind sie zu haben. Durch die spezielle Herstellung und Materialzusammensetzung haben diese Innenfensterbänke eine sehr kratz- und abriebfeste, pflegeleichte und gegen äußere Krafteinwirkung wie auch Wasser robuste Oberfläche sowie eine lange Lebensdauer.

Aluminium - perfekt für draußen

Die Vorteile von Aluminium sind nicht neu und begegnen uns bei vielen anderen Bauelementen - vom Fenster bis zum Garagentor. Das Material besticht durch seine hohe Witterungsbeständigkeit und die lange Lebensdauer. Nicht zuletzt deshalb sind Fensterbänke aus Aluminium besonders beliebt im Außenbereich. Die Oberfläche ist eloxiert oder  pulverbeschichtet. Die metallische Optik bleibt erhalten, doch ist auch eine Einfärbung der Oberfläche in jeder RAL - Farbe möglich. Besondere Pflegleichtigkeit wird durch eine zusätzliche Folienbeschichtung der Fensterbank erreicht.

Kunststoff - Unzerstörbares für drin und draußen

Wie in allen Bereichen des Lebens, kann auch bei den Fensterbänken künstlich nachgeholfen werden. Ob Kunststoffstein, kunststoffversetzter Holzwerkstoff oder reines PVC  - das Angebot ist vielfältig. Größter Vorteil von Kunststoff: er ist sehr pflegeleicht und mehr oder weniger unzerstörbar. Größter Nachteil: er ist künstlich und seine optische Alterung ist im Gegensatz zu Holz oder Stein einfach nicht schön.

Warum überhaupt eine Fensterbank?

Herkömmliche Fenster benötigen im Normalfall eine Fensterbank - einmal von den bodengroßen Fenstern abgesehen. Die Außenfensterbank dient wie ihr Pendant innen einem ordentlichen Abschluss der Fensterbrüstung, also der Mauer unterhalb vom Fenster. Sie dichtet das Fenster und verhindert dadurch die Entstehung von Wärmebrücken in der Fassade - Heizungswärme kann nicht ungewollt nach außen entweichen. Die Außenfensterbank sorgt auch dafür, dass Niederschlagswasser aus Regen, Schnee und Hagel abgeleitet werden. Zugleich muss sie verhindern, dass eben diese  Feuchtigkeit in die Fassade bzw. die Fensterkonstruktion eindringen kann. Eine Außenfensterbank schützt also Fassade, Außenmauerwerk und Brüstung.

Preis für Material und Einbau

Wie teuer Ihnen Ihre Fensterbänke kommen werden, wird zuerst vom Material bestimmt. Der Preis ergibt sich aus den Kosten pro Meter, und er unterscheidet sich je nach Material ganz ordentlich. Mit rund 10 Euro pro Meter fahren Sie mit schlichten Modellen aus Holz recht günstig. Der Laufmeter Kunststein kommt Ihnen im Schnitt auf 15 Euro pro Meter. Tiefer in die Tasche greifen müssen Sie für Natursteine wie Granit oder Marmor – hier beläuft sich der Preis pro Meter auf etwa 50 Euro pro Meter. Eine der beliebtesten Varianten für den Außenbereich ist das Aluminium, für das Sie mit etwa 40 bis 60 Euro je Meter rechnen müssen. Zum Materialpreis kommen noch die Kosten für die Montage der Fensterbretter.

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Datum: 08.10.2021

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