Wohin mit den alten Dämmungen?

Gut gedämmte und damit energieeffiziente Gebäude schonen die Umwelt und im Idealfall auch unsere Geldbörse – sollte man meinen. Gerade die hoch gepriesenen Wärmedämmverbundsysteme haben aber auch Nachteile.

Noch immer setzen die meisten BauherrInnen auf Wärmedämmverbundsysteme. Doch nicht immer ist Wärmedämmung das Allheilmittel gegen Energieverschwendung und hohe Heizkosten. Spätestens seit Einführung des Energieausweisvorlagegesetzes 2009 ist Energieeffizienz und damit verbunden die Wärmedämmung von Gebäuden ein populäres Thema. Schließlich verbrauchen Gebäude weltweit rund ein Drittel der gesamten Primärenergie. Die Lösung zahlreicher Experten: „Dämmen, dämmen, dämmen!“ Die Bauzulieferindustrie hat diesen Trend schnell erkannt und bietet mittlerweile eine kaum mehr zu überblickende Vielfalt unterschiedlicher Dämmstoffe und Wärmedämmverbundsysteme an.

Wohin nach dem Rückbau?

Während ökologische Dämmstoffe wie Stroh, Hanf oder Wolle ohne größeren Aufwand recycelt werden können, da sie zu hundert Prozent biologisch abbaubar sind, schaut die Sache bei den um einiges günstigeren und in großer Zahl verklebten Kunststoffdämmungen etwas anders aus. Der große Dämmboom hat vor etwa 20 Jahren eingesetzt und die ersten Fassaden sind nun schon wieder renovierungsbedürftig. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten werden also einige Wärmedämmverbundsysteme in diesem Land im Bauschutt landen. Rund 85 Prozent der WDVS basieren auf den Materialien EPS (Expandiertes Polystyrol - z. B. Styropor) oder XPS (Extrudiertes Polystyrol), deren Rückbau und Recycling zurzeit auf drei Säulen beruht: Die werkstoffliche, die thermische und die energetische Verwertung.

Teurer, aber ökologísch wertvoller

Eine Alternative zu EPS oder XPS sind zum Beispiel Holzfaserdämmplatten oder Dämmstoffe aus Hanf, die in ihrer Ökobilanz besser abschneiden. "Holzfaserdämmstoffe eignen sich für zahlreiche bauliche Anwendungen, zum Beispiel an der Fassade als Dämm- und Putzträgerplatte eines Wärmedämmverbundsystems, zum Dämmen oberster Geschoss- oder Kellerdecken, als Trittschallschutz im Fußbodenbereich, als flexible Dämmmatten oder Einblasflocken im Wand-, Dach- oder Deckengefach. Fachgerecht verbaut, schützen sie zuverlässig vor sommerlicher Hitze, winterlicher Kälte, Straßenlärm und vielem mehr. Außer an erdberührten Kelleraußenwändenund im unmittelbar spritzwasserexponierten Sockelbereich sollte dem diffusionsoffenen Dämmen mit natürlichen Holzfasern nach meinem Dafürhalten Vorrang eingeräumt werden", sagt dazu Tobias Wiegand, Geschäftsführer beim Verband Holzfaser Dämmstoffe (VHD) in Wuppertal. Zu bedenken ist natürlich, dass das Dämmen mit natürlichen Materialien wie Holz, mit höheren Kosten verbunden ist, sodass sich hier die Frage der Rentabilität stellt.

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Datum: 22.02.2016

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