Was sind japanische Sägen?

Japansägen haben eine lange Tradition und spielen seit etwa 20 Jahren auch bei uns eine wichtige Rolle als Werkzeug. Erfahren Sie im folgenden mehr über die außergewöhnlichen Werkzeuge.

Japan blickt auf eine Jahrtausende alte Holzbaukultur zurück. Es wurde fast ausschließlich mit Holz gebaut und viele dieser Baukunstwerke wurden nur mit traditionellem Holzwerkzeug hergestellt. Heute gehören sie zum Weltkulturerbe, das auch in unseren Breiten eine Rolle spielt. Über die Jahrhunderte entwickelte sich eine hochentwickelte Schmiedekunst, die einzigartige Holzbearbeitungswerkzeuge entstehen ließ.

Worin sich Japansägen unterscheiden

An erster Stelle unter den japanischen Werkzeugen sind ganz klar die Sägen zu nennen, die früher ausschließlich handwerklich in kleinen Betrieben hergestellt wurden. Der wichtigste Unterschied zu unseren hochwertigen europäischen Sägen ist der, dass Japansägen immer gezogen, europäische immer gedrückt werden. Durch den Zug werden die Blätter nicht so beansprucht und können daher feiner ausgeführt werden, was an den speziellen Zähnen der Japansägen zu erkennen ist. Außerdem lässt die Zugtechnik weitaus schnelleres und präziseres Arbeiten zu.

Die gängigsten Sägenmodelle

  • Die Ryoba ist eine zweiseitig verzahnte Säge für tiefe Längs- und Querschnitte. Das Zersägen eines 2 cm dicken und 80 cm langen Brettes dauert beispielsweise nur wenige Minuten.
  • Die Dozuki wird überall dort verwendet, wo präzise Schnitte bei beschränkter Schnitttiefe gefordert sind. Der feste Rücken erlaubt auch dem Anfänger gerade Schnitte.
  • Die Katabi ist eine einseitig verzahnte Japansäge mit einem Sägeblatt ohne Rücken.
  • Wenn an schwer zugänglichen Stellen gearbeitet werden muss oder ein Loch auszusägen ist, kommen die japanischen Stichsägen, genannt Mawashibiki, ins Spiel. Diese kleineren Sägen haben nicht ganz die Schnittgüte ihrer großen Pendants und sie sind eher als Ergänzung und nicht als Ersatz für eine solche zu sehen. Auch sie schneiden auf Zug, was von besonderem Vorteil ist, da das Blatt nicht auf Druck beansprucht wird.
  • Das gerundete Blatt der Azebiki erlaubt Schnitte in die Fläche, die nicht bis zur Kante des Werkstücks führen. Wenn beispielsweise aus einem Brett eine Schubladenfront mit passender Maserung herausgeschnitten werden muss, ist eine elektrische Stichsäge ungeeignet. Man müsste die Ecken mit der Bohrmaschine aufbohren, daher ist das herausgesägte Stück als Schubladenblende nicht mehr zu gebrauchen. Auch in der Restaurierung ist die Azebiki das richtige Werkzeug. Hier macht sich die Kürze des Blattes positiv bemerkbar. Sie erreichen Ecken, in die Sie bisher mit keiner Säge gelangen konnten. Als Hilfsmittel für einen geraden Schnitt in der Fläche können Sie ohne Probleme eine Leiste festzwingen. Ich kenne Leute, die benutzen die Azebiki mit Erfolg als Gratsäge. Hier hat sich der Zuschnitt einer Leiste mit schräger Kante als nützlich erwiesen, um eine genaue Führung zu haben.
  • Kugihiki Nokogiri werden für das bündige Absägen von Dübeln verwendet, ohne die Fläche zu beschädigen. Diese Sägen sind entweder gar nicht geschränkt, wie in der traditionellen Ausführung oder nur einseitig geschränkt, wie in den modernen Economy-Ausführungen. Sie eignen sich tatsächlich nur zum Dübelabschneiden, und sind dafür auch sehr empfehlenswert.


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Datum: 17.05.2017

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