Oberste Geschoßdecke dämmen. So funktioniert's

Besonders effizient und von ExpertInnen immer wieder empfohlen, ist die Dämmung der obersten Geschoßdecke. In nur wenigen Stunden Arbeit schaffen Sie höhere Dämmwerte, niedrigere Heizkosten und mehr Behaglichkeit.

Über die oberste Geschoßdecke zum nichtausgebauten Dachraum geht im Winter viel Wärme verloren. Da warme Luft bekanntlich aufsteigt, wirken sich Dämmmaßnahmen gerade in diesem Gebäudebereich besonders nachhaltig aus.

Ein Rechenbeispiel

Der Vergleich einer ungedämmten mit einer gedämmten 20 cm dicken Stahlbetondecke macht deutlich, um welche Größenordnungen es dabei geht. Ohne Wärmedämmung liegt der Energieverlust der Decke bei 32,3 l Heizöl pro Quadratmeter und Jahr. Bei einer Fläche von 100 m2 verursacht das Heizkosten von 1.427,66 Euro jährlich. Nimmt man die gleiche Decke und belegt sie 36 cm dick mit einem Wärmedämmfilz, so reduziert sich der Heizölverbrauch dieser Fläche auf rund 1 l pro m2 und Jahr, die Heizkosten sinken auf 44,20 Euro.

Gedämmt werden kann je nach Gegebenheiten mittels Aufdecken-, Zwischendecken- oder Unterdeckendämmung. Die Variante, auf der Geschoßdecke zu dämmen, ist die beliebteste und lässt sich vom geübten Heimwerker selbst bewerkstelligen.

Womit und wie dämmen?

Die erste Entscheidung, die zu treffen ist: Womit und wie soll gedämmt werden? Je nachdem, ob der Dachboden in Zukunft begangen oder gar bewohnt werden soll, unterscheiden sich die einzusetzenden Dämmmaterialien und -arten: wird der Raum unterm Dach in Zukunft leer stehen und auch nicht mehr begangen, dann reichen einfache offen verlegte Dämmmatten oder -platten aus Steinwolle, Glaswolle, Holzfaser oder Styropor. Ausrollen, fertig.

Soll Ihr Dachboden als unbeheizter Stauraum dienen, muss das eingesetzte Dämmmaterial begehbar, also auch druckfest sein. Hier werden am besten Styrodur oder PE eingesetzt, die mit Spanplatten oder OSB-Platten abgedeckt werden, welche dann als Unterbau für den Gehbelag dienen. Der Handel bietet hier übrigens auch gehfertige Dachbodenelemente an.

Und so funktioniert's:

1. Schritt: Untergrund vorbereiten: Der Boden muss sauber und trocken sein. Auch kleinste Gegenstände wie Steinchen oder Splitter müssen durch saugen, fegen und wischen entfernt werden, da sie die Dampfbremsfolie beschädigen könnten.

2. Schritt: Anbringen der Dampfbremse: Zuerst schneiden Sie die Folie mit dem Cuttermesser in die nötige Bahnen und lassen Sie für Wände, Sockel oder Säulen immer mindestens zehn Zentimeter Überstand. Spannen Sie die Folienbahnen nun über die Fläche (Achtung: Nicht zu viel Zug!) und kleben Sie sie mit dem speziellen Dichtkleber an den Randbereichen fest. Die einzelnen Bahnen sollten immer überlappen und mit dem Klebeband dicht verbunden werden.

3. Schritt: Dämmstoff verlegen: Nehmen Sie nun die Platten oder Matten und verlegen Reihe für Reihe. Starten Sie am besten in einer hinteren Ecke und arbeiten Sie sich Meter für Meter an die andere Raumseite vor. Mit dem Fuchsschwanz lassen sich zu große Stücke für Ränder oder Ecken leicht zuschneiden und einpassen.

4. Schritt: Span- oder OSB-Platten auflegen: Wird der Dachboden künftig begangen, braucht es noch eine druckfeste Auflage auf den Dämmstoff. Diese Platten werden dann schwimmend verlegt und in der Nut miteinander verklebt.


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Datum: 17.02.2016

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