„Mein Atelier. Mon Amour“

Mode ist seine Leidenschaft, sein neues Atelier sein absoluter Lieblingsplatz: Wir haben Juergen Christian Hoerl am Wiener Opernring besucht. Sein Credo: „Für Kreativität braucht es den richtigen Ort, aber auch Platz, damit sich meine Mitarbeiter und ich handwerklich voll entfalten können.“

Opernring 23. Im Prachtbau gegenüber dem Wiener Burggarten empfängt uns Juergen Christian Hoerl, Namensgeber und kreativer Kopf des Couturelabels JCH, in seinem neuen Atelier: Gerade hat er es sich mit seinen Mitarbeitern an dieser neuen und alt­ehrwürdigen Adresse eingerichtet. Während Frontstage die Couture-Ankleide bereits im Geiste der Belle Époque in Naturtönen erstrahlt und der großzügige Showroom vom Boden bis zur Decke ganz nach seinen Wünschen auf „Glanz, Klarheit und Duftigkeit“ abzielt, ist Backstage „Phase eins“, wie er es nennt, erst abgeschlossen. Jetzt will er dem Ort des kreativen Schaffens – „es war Liebe auf den ersten Blick“ – Zeit geben, um sich entwickeln zu können.

Mensch & Material

Im Hinterzimmer der Ringstraße, ein heller und tiefer Raum, der Geschichte erzählt, findet alles Platz, was er für die Kleider braucht, die später am Opernball, im Theater, aber auch auf der Fernsehbühne ihre Premiere feiern: Nähplätze, Stoffbahnen, Schnitte, Schneider­puppen, Nieten, Knöpfe, Bänder. Künstlerplakate, wechselnde Modelle und Musen an den Wänden, die ihn inspirieren – und das Wichtigste: Menschen, die ihr Handwerk verstehen und den Platz vorfinden, um ihr Gespür für Mode so richtig entfalten zu können. Der Rahmen darf hier ruhig puristisch ausfallen. „Wir haben bewusst alle Wände weiß gestrichen“, erklärt JCH. Der Raum als Hintergrund? „Hier werden Farben gemischt, Materialien gemixt“, skizziert der Künstler. „Der Mensch ist die Leinwand, auf der wir entwerfen, unser Atelier das passende Arbeitswerkzeug.“ Im Idealfall entstehen private Lieblingsstücke, die auch für den Modeolymp taugen. Immer wieder lädt er auch Kundinnen und Kunden ein, hinter die neuen Kulissen zu blicken. Hoerl will zeigen: „Wir stehen für Meisterhandwerk, für Mode made in Austria. Denn es gibt sie: die Alternative zur Sklavenarbeit aus Bangladesch.“


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Datum: 17.01.2018

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