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Gasherd: Altbewährt, aber nicht von gestern

Viele halten einen Gasherd für ein Küchengerät von gestern und scheuen das Kochen mit Gas aufgrund der vermeintlich erhöhten Brandgefahr. Doch weder ist der Gasherd überholt noch ist er gefährlich. Lesen Sie hier, warum Kochen mit Gas sicher und zeitgemäß ist.

In der Gastronomie kocht man seit jeher vorwiegend mit Gas - nicht ohne Grund: Die Hitze ist sofort da, der Herd als solcher sehr robust und die Oberfläche, vor allem im Vergleich zu Elektrolösungen, verhältnismäßig leicht zu reinigen. Dass einige von uns eher ein mulmiges Gefühl beim Gedanken ans Kochen mit einem Gasherd bekommen, liegt wohl an der Assoziation mit jenen alten Geräten, die noch in manch einer Wohnung stehen.

Das Gas wird über den Anschluss zu den einzelnen Kochfeldern geleitet. Die Anzahl der Kochfelder kann variieren, bei gewöhnlichen Haushaltsherden sind es in der Regel vier Kochfelder.
Das Gas wird über den Anschluss zu den einzelnen Kochfeldern geleitet. Die Anzahl der Kochfelder kann variieren, bei gewöhnlichen Haushaltsherden sind es in der Regel vier Kochfelder.

Vorteile: 6 gute Gründe für einen Gasherd

Im Gegensatz zu Deutschland, wo viele Haushalte schlichtweg keinen Gasanschluss mehr besitzen, besteht in Österreich nach wie vor ein großer Markt für Gasherde - nicht nur im Bereich der Gastro. Was steckt also dahinter?

  1. Hitze im Handumdrehen: Ein Gasherd punktet bei Profis und Liebhabern gleichermaßen damit, dass er schnell Hitze bereitstellt. Dadurch verkürzen sich die Ankochzeiten teilweise um mehrere Minuten. Auf jeden Fall vorteilhaft ist die klar erkennbare Hitzequelle, die die Verbrennungsgefahr am Objekt selbst vermindert. ​
  2. Unmittelbar regulierbare Hitze: Die Flamme kann genau und stufenlos reguliert werden - eine wesentliche Voraussetzung für gute Kochergebnisse!
  3. Energieeffizienz: Aufgrund der schnellen Ankoch- und Reaktionszeit spricht der niedrige Energieverbrauch für einen Gasherd.
  4. Keine Restwärme: Nach dem Ausschalten gibt ein Gasherd, im Gegensatz zu den meisten Elektroherden, keine Restwärme mehr ab - Töpfe können somit einfach auf den Gaskochfeldern stehen gelassen werden. Ob dies letztendlich als Vorteil oder Nachteil gesehen wird, hängt natürlich von der jeweiligen Kochsituation ab.
  5. Kochgeschirr kompatibel: Es sind keine speziellen Kochtöpfe oder Pfannen für den Gasherd nötig - anders als bei einem Induktionsherd. Ein Gasherd ist mit so gut wie allem Kochgeschirr kompatibel. Auch mit Halbkugel-Woks oder zerbeulten Blech-Reindln. Will man das Kochgut so lange wie möglich warmhalten, sollte man zu  Kupfertöpfen, die Wärme sehr lange speichern, greifen.
  6. Optik: Ein Gaskochfeld in der Küche ist ein absolutes Highlight! Ob Edelstahl-Gasherd oder ein Modell aus Glaskeramik - sie alle versprühen Charme und Gemütlichkeit!
 

Nachteile: Was gegen einen gasbetriebenen Herd spricht

Die direkte Flamme hat Nachteile. So ist es etwas komplizierter als etwa beim Elektroherd, Speisen auf niedriger Temperatur gleichmäßig zu erwärmen. Im Gasbackofen gibt es ein ähnliches Problem: Die Temperatur ist bei vielen Geräten nicht exakt einstellbar. Insbesondere niedrige Backtemperaturen sind mit manchen Gasbacköfen nicht möglich. Es gilt zudem zu bedenken, dass Töpfe auf Gasherden überall heiß werden, auch am Griff. Das bedeutet: Griffe aus Kunststoff können schmelzen, solche aus Metall zu einer Verletzungsquelle werden. Auch haben wahrscheinlich fast alle Köche, die mit Gas arbeiten, schon das ein oder andere Küchentuch angesengt. Zwei gute Topfhandschuhe gehören deshalb zur Gasherd-Basisausstattung.

Scheu vorm Gasherd?

Moderne Geräte sind mit einer Flammüberwachung ausgestattet, die verhindert, dass unkontrolliert Gas austritt. Zudem dient die sogenannte Zündsicherung dazu, das versehentliche Einschalten des Gasherds zu verhindern. Vor dem Einschalten muss der Knopf gedrückt gehalten werden, ansonsten geht die Flamme wieder aus. Wie auch bei einer Gastherme sollte beim Gasherd in der Küche stets für eine gute Lüftung gesorgt werden. Auch ein Gasmelder ist zu empfehlen.

Fachbetriebe sorgen für Sicherheit

Ein Gasherd wird entweder an das öffentliche Erdgasnetz oder an eine Gasflasche angeschlossen. In der Regel können 11-Liter-Propangasflaschen verwendet werden. Beim festen Anschluss gibt es einen Anschlussschlauch und einen sogenannten Anschlussstecker. Während man den Anschlussstecker selbst entfernen darf, darf das An- und Abschließen beim Anschlussschlauch nur ein Fachbetrieb übernehmen. Lassen Sie Ihren Gasherd ausnahmslos von einem Fachbetrieb anschließen! Nur so ist die Sicherheit gewährleistet. Auch Arbeiten an einem eventuell vorhandenen Zündtrafo dürfen nicht selbst durchgeführt werden.

Welcher soll's sein? Gasherd mit Elektro- oder mit Gasbackofen?

Die einfachste Art von Gasherden kommt ganz schlicht mit einer Kochfläche daher, ein Backofen ist oft nicht inkludiert. Wer allerdings gerne bäckt, dem sei zu einem Gasherd mit integriertem Gasbackofen geraten. Zu beachten ist, dass ein Gasbackofen sich in einigen Punkten von einem Elektrobackofen unterscheidet. Tatsächlich braucht es beim Backen mit einem Gasbackofen meistens etwas Übung, zumindest, wenn es um Kuchen und Desserts geht. Sie sollten länger und mit geringer Hitze gebacken werden. Fleischgerichte, Spießbraten, Geflügel, Terrinen und alle Gerichte, die nach einer starken Unterhitze verlangen, gelingen im Gasbackofen in der Regel perfekt - durch den bei der Gasverbrennung entstehenden Wasserdampf bleibt das Gargut schön saftig.

Das Beste von beidem

Sie können oder wollen sich nicht für Gas allein entscheiden? Dann könnte ein Gerät, das den Gasherd mit einem Elektrobackofen kombiniert, das Richtige für Sie sein. Es handelt es sich hierbei um einen Elektrobackofen mit aufgesetzter Gaskochplatte. Das Gaskochfeld wird mit Erd- oder Flüssiggas betrieben, während der Backofen des Gas-Elektroherdes über die gleichen Funktionen wie der Backofen eines herkömmlichen Elektroherdes verfügt. Besonders in puncto Umluftfunktion schneiden Elektrobacköfen tendenziell besser ab als Gasbacköfen, da sie gleichmäßiger aufheizen und sich präziser regulieren lassen. Fazit: Gasherde mit Elektrobackofen vereinen die Vorzüge beider Systeme.

Tipps fürs Backen mit Gasofen

Heizt man den Gasbackofen auf, sollte man die sehr starke Unterhitze bedenken. Es wird empfohlen, den Backofen 30 Minuten vorzuheizen, damit sich die Hitze gleichmäßig im Backraum verteilen kann. Danach arbeitet man möglichst weit oben und schiebt bei empfindlichen Kuchen oder Gebäck zur Sicherheit ganz unten ein zusätzliches Backblech ein, um die Strahlungshitze des Bodenblechs zu reduzieren.

Bei Kondensat an der Scheibe vom Gasbackofen handelt es sich im Übrigen um einen normalen Effekt, da ein Gasherd im Betrieb Wärme und Feuchtigkeit erzeugt. Sobald die Oberflächen des Innenraums vom Backofen aufgeheizt sind, kondensiert keine Feuchtigkeit mehr.

Gasherd richtig reinigen

Zum Kochen ist er ideal, aber lässt sich ein Gasherd auch gut reinigen? Ja! Gaskochplatten sind recht pflegeleicht und etwa im Vergleich zu einem Ceranfeld weniger empfindlich. Es bedarf keiner speziellen Behandlung, verwenden Sie einfach einen fettlösenden Reiniger. Starken Verschmutzungen kann man mit einem etwas raueren Schwamm zu Leibe rücken. Ein alter Trick aus der Gastronomie ist es, die freien Teile des Gasherds mit Alufolie abzudecken. So erspart man sich später die Reinigung dieser Bereiche. Einen Herd mit Gasbackofen kann man auf die gleiche Art und Weise reinigen wie die Elektro-Variante. Bei starken Fettspuren hilft nur kräftiges Schrubben, gegebenenfalls auch ein Backofenreiniger.

Wie man einen Gasherd benutzt

Einen Gasherd zu bedienen ist weder gefährlich noch schwierig: Man wählt den gewünschten Brenner aus (bei 4-Brenner-Systemen haben diese unterschiedlich große Leistungen!), drückt den entsprechenden Regler hinein und dreht auf. So strömt Gas seitlich unter dem Brenner aus den Öffnungen. Das ist deutlich hörbar und kein Grund zur Beunruhigung. Die Zündung kann dann auf zwei verschiedene Arten erfolgen. Per Hand (z. B. mittels Gasanzünder, Stabfeuerzeug, Streichholz) oder über das Drücken des Zündschalters. Bei modernen Geräten erfolgt die Zündung über eine Zündvorrichtung, die entweder über den sogenannten Piezo-Effekt oder über einen Zündtrafo funktioniert. Beim Piezo-Effekt wird elektrische Spannung abgeben, welche dazuverwendet werden kann, Gas sicher anzuzünden. Entweder ist ein Zündschalter am Herd selbst vorhanden oder es wird ein dem Stabfeuerzeug ähnliches Gerät ("Anzünder”) verwendet. Vor allem bei Einbauherden mit Stromanschluss kann die Zündung auch elektrisch erfolgen.

Die Kosten im Vergleich

Gasstandherde gibt's bereits ab rund 200 Euro, womit sie in der Anschaffung um einiges günstiger sind als etwa Induktionsherde. Letztere sind im Vergleich zu Gas- und Elektroherden die teuerste Variante. Wie bei einem jeden anderen Haushaltsgerät auch, sollte man sich beim Kauf eines Gasherds über die Energieeffizienzklasseinformieren. Grundsätzlich gilt, dass der Energieverbrauch eines Gasherds kostengünstiger ist als der Stromverbrauch eines Elektroherds.

Induktion macht Konkurrenz

Bevor Induktionskochfelder moderne Küchen eroberten, war für viele ambitionierte Köche ein Gasherd die erste Wahl. Induktion ist noch pflegeleichter als der Gasherd und zudem maximal effizient, hat aber auch etwas rational Kühles an sich. Gas hingegen besitzt Charme und Stil. Eins steht fest: Kochen mit Gas ist trotz Neuerungen in der Küche keineswegs aus der Zeit gefallen. Moderne Geräte bringen gleichsam ursprüngliches wie sicheres Kochvergnügen in unsere Küchen. Die Entscheidung, ob die Küche mit Gas oder Induktion ausgestattet werden soll, hängt letztlich einfach vom persönlichen Geschmack ab.

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Datum: 15.09.2021
Kompetenz: Küchen und Kochen

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