Gartenbrunnen: Geologie und Rechtliches

Grundwasser im eigenen Brunnen fördern und damit günstiger zu Brauchwasser kommen? Erfahren Sie hier alles zu geologischen und rechtlichen Voraussetzungen für Ihren Gartenbrunnen.

Ein eigener Brunnen schafft für viele Grundbesitzer ein bisschen Unabhängigkeit, und erlaubt es ihnen, zumindest für die Gartenbewässerung und das täglich benötigte Brauchwasser das kostenlose Grundwasser zu nutzen.

Geologische Voraussetzungen

Im Flachland sind in den sich gleichmäßig wie bei einer Torte abwechselnden Bodenschichten immer wieder grundwasserführende Schichten anzutreffen. Es gilt, diese „unterirdischen Seen“ zu finden und anzuzapfen.

Die Pegelstände der Wasserbehörden geben Auskunft über die regional anzutreffende Grundwassertiefe. In Bergregionen ist das Aufspüren der unterirdischen Wasseradern deutlich schwieriger. Hier gilt die Empfehlung, Brunnen nach Möglichkeit im Tal zu bohren. Wer daran glaubt, kann natürlich auch einen Wünschelrutengänger beauftragen.

Im Flach- sowie im Bergland sind Brunnen bis zu einer Tiefe von acht Metern relativ einfach zu betreiben. Tiefere Grundwasservorkommen hingegen sind mit einem erheblichen Mehraufwand, der sich dann gegebenenfalls nicht mehr rechnet, verbunden.

Rechte und Pflichten

Bevor es überhaupt loslegt, sollten Sie sich auf jeden Fall bei der zuständigen Wasserbehörde oder beim örtlichen Umweltamt beraten lassen und sich gezielt nach den gesetzlichen Bestimmungen erkundigen: Wenn auch die Wassernutzung aus dem eigenen Hausbrunnen in der Regel genehmigungsfrei ist, so ist doch jedes Bohren (auch Probebohrungen!) grundsätzlich anzeigepflichtig. Bei den zuständigen Behörden erfährt man zudem, in welcher Höhe Grundwasser anzutreffen ist und mit welcher Wasserqualität Sie rechnen dürfen.

Wenn Sie das eigene Wasser nicht nur zur Gartenbewässerung, sondern auch als Brauchwasser für die Waschmaschine, Toilettenspülung etc. gebrauchen wollen, ist zudem in vielen Fällen beim örtlichen Wasserversorgungsunternehmen ein Antrag auf Teilbefreiung zu stellen. Zudem müssen Sie durch ein separates Leitungsnetz für Brauchwasser gewährleisten, dass sich Ihr Grundwasser keinesfalls mit der öffentlichen Trinkwasserversorgung vermischen kann.

Das Genehmigungsverfahren wird übrigens umfangreicher, sobald Sie das eigene Grundwasser auch als Trinkwasser nutzen möchten. Die hohen Ansprüche an Hygiene und Wasserqualität machen regelmäßige Überprüfungen durch das Gesundheitsamt oder anerkannte Institute erforderlich.


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Datum: 06.04.2016

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