Bodensanierung beginnt ganz unten

Einmal neuer Boden bitte! Bevor Sie sich an die Erneuerung oder Renovierung der Bodenbeläge machen, sollte die Unterkonstruktion überprüft und gegebenenfalls saniert werden.

Je nachdem, in welchem Zustand sich der Boden befindet, kann das komplette Auslösen des Bodens, eine Sanierung bzw. Erneuerung der Bodenaufbauten, eine Sanierung der Deckenkonstruktion oder neue Bodenaufbauten mit Wiederverlegung bzw. Anbringung des neuen Materials anfallen.

Alte Fußbodenaufbauten, meist aus Holzbalken gefertigt, müssen entlastet und mit einem modernen Wärmeschutz ausgestattet werden. Vor allem dann, wenn sich die Böden entweder nahe dem Erdreich oder über einem unbeheizten Keller befinden. Auch auf den Trittschallschutz darf im Wohnbereich nicht vergessen werden.

Nur eine gute Basis schafft einen stabilen Boden

Wenn Sie nicht selbst vom Fach sind, sollten Sie unbedingt einen Bausachverständigen beurteilen lassen, wie stabil der vorhandene Fußbodenunterbau (noch) ist. Zudem sollte die alte Holzkonstruktion auf Fäulnis oder Schädlingsbefall untersucht und bruchverdächtige Balken durch neue und stabilere trittfest ersetzt werden. Eine Abdichtung gegen Feuchtigkeit ist ebenfalls einzubringen. Danach kann die passende Wärmedämmung erfolgen.

Sind die Außenwände der betreffenden Räume bzw. Ihres Altbaus noch nicht gegen aufsteigende Feuchtigkeit gesichert, ist eine Sperrschicht nötig. Achtung! Allfällig durchnässtes Schüttmaterial muss restlos entfernt bzw. ausgetauscht werden! Übrigens: Früher wurde ein Fußboden in nicht unterkellerten Häusern nur mit einer Lage Holzbalken und einem darauf verlegten Schiffboden ausgestattet. In neueren Bauten wurde schon auf einer Betonplatte gebaut, wobei die darunter liegende Schicht etwaige aufsteigende Feuchte nur sehr mangelhaft abwehren konnte. Darüber hinaus wurde bei der Betonherstellung statt Kies Schlacke und vorhandener Bauschutt verwendet.

Bodenaufbau: Geltende Richtlinien beachten

Für Fußböden gelten laut OIB Richtlinie bei der Sanierung eines bestehenden Bauwerks dieselben Anforderungen an U-Werte wie für Kellerwände. Wird eine Dämmung oberhalb der Bodenplatte oder in einer Bodenkonstruktion zwischen Polsterhölzern eingebracht, muss diese gemäß dem Niedrigenergiestandard einen U-Wert von 0,3 W/m2K aufweisen. Dazu ist beispielsweise 12 cm Dämmstoff der Wärmeleitgruppe 040 nötig. Unterhalb der Bodenplatte darf der Wert 0,4 W/m2K, das entspricht etwa 10 cm Dämmstoff, nicht übersteigen.

Sind diese Dämmstoffstärken nicht realisierbar, so muss der Fußboden einschließlich Dämmung so weit erhöht werden, wie es ohne eine Anhebung des Türsturzes möglich ist.

Falls keine Bodenplatte oder eine andere Abdichtung vorhanden ist, kann die Dämmung auch direkt auf die Kiesdrainage gelegt werden. Dafür geeignete Dämmmaterialien müssen feuchteresistent und druckstabil sein sowie das dafür erforderliche Herstellerzertifikat aufweisen. Darüber werden dann Bitumenbahnen vollflächig verschweißt. Erst danach kann die Bodenplatte aus Beton gelegt werden.

Bei Holzbalkenböden gehen Sie am besten in Trockenbauweise vor: Gleichen Sie die Unebenheiten des alten Bretterbodens durch eine ebene Schüttung aus und legen Sie darauf dann die Dämm- und Holzspanplatten, die an Nut und Feder verleimt werden. Oder Sie verwenden Trockenestrichelemente aus Gipsfaser oder Gipskarton, die an Nut und Feder verklebt und zusätzlich verschraubt werden.

Welche Dämmung?

Womit und wie Sie dämmen, hängt nicht zuletzt vom künftigen Bodenbelag ab. Entscheidungsfaktoren dabei: Festigkeit unter Druck und hoher Belastung, Brennbarkeit, Wärmeleitfähigkeit und Schallschutz. Wählen können Sie grundsätzlich zwischen mineralischen (Glaswolle, Mineralschaum, Vermiculit, etc.), synthetischen (PE, Polyester etc.) und pflanzlichen bzw. tierischen (Kork, Holzfasern, etc.) Fußbodendämmungen, die als Platten oder lose Schüttungen eingebracht werden.

Schüttdämmstoffe sind einfach zu verarbeiten und werden bei Zwischenbalkendämmungen, Nivellierungen, zur Isolierung unter Betonestrichen und in schwer zugänglichen Zwischenräumen eingesetzt. Schüttungen aus Mineralstoffen sind überaus belastbar, robust, schädlingsresistent und verrotten nicht. Ergänzend dazu bieten sie hervorragenden Schall- und Wärmeschutz und die statische Belastung ist marginal.

Vergessen Sie nicht den Trittschall!

Schwimmestriche verhindern aufgrund des verhinderten Wandanschlusses, dass sich Trittgeräusche und Schwingungen auf die Wände übertragen. Als Wärmequelle unterhalb des eigentlichen Belags können im Zuge einer Bodensanierung auch Fußbodenheizungen eingebracht werden, die dann für ein behagliches Wohlfühlklima sorgen.


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Datum: 07.01.2016

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