Die richtigen Farben fürs Kinderzimmer

Farbexpertin Isabelle Wolf verrät im Interview, welche Farben ins Kinderzimmer gehören und warum es so wichtig ist, auch bei den Kleinsten ein Farbkonzept zu haben.

ALPINA © ALPINA

Die Wandgestaltung in Kinderzimmern hat eine oft unterschätzte große Bedeutung. Das Kinderzimmer ist der Ort zum Spielen, Träumen und Wohlfühlen, aber auch zum Lernen und Alleinsein. Die richtigen Wandfarben können den Nachwuchs bei all dem unterstützen. Alpina Farbexpertin Isabelle Wolf hat mit uns über Erlaubtes und Unerlaubtes, Kombinationen und Reinigung gesprochen.

Farben beeinflussen uns, das steht außer Frage. Gilt das auch für Kinder? Welche Farbtöne können die Entwicklung der Kleinen positiv beeinflussen?  

Isabelle Wolf: Wichtig ist der goldene Mittelweg „Reizüberflutung durch Farbe“ und Monotonie. Trist gestaltete Zimmer haben ebenso einen negativen Einfluss wie zu viele Farbreize.

In den ersten Lebensjahren benötigen Babys Geborgenheit und weiche farbige Kontraste in ihrem Umfeld. Für Kleinkinder dürfen es schon leichte Farbanreize, wie z.B. Gelb oder Pink sein, die fördernd wirken. Im Schulkindalter sind es dann Farbwelten, die die Konzentration oder die Ruhephasen fördern, z. B. durch kühle Farbtöne wie Blau. Auf Basis dieser drei Entwicklungsstufen haben die Alpina Farbexperten die Farbkollektion Farbenfreunde entwickelt. Beruhend auf farbpsychologischen Erkenntnissen, kann sie von Eltern intuitiv und leicht verständlich bei der Kinderzimmergestaltung eingesetzt werden. Das Farbkonzept „Farbenfreunde“ von Alpina gliedert sich genau nach diesen Altersklassen, der Babyphase (0 bis 2 Jahre), der Kleinkindphase (3 bis 5 Jahre) und der Schulkindphase (ab 6 Jahren). Auch interessant zu wissen: Speziell für die „Farbenfreunde“ wurde ein transparenter, reinigungsfähiger Schutzüberzug entwickelt, der sich wie ein durchsichtiger Schutzfilm über die Wand legt. Einfach über die gewählte Farbe auftragen und danach lässt sich die Wand problemlos reinigen. Perfekt fürs Kinderzimmer!

Welche Farben eignen sich gar nicht für das Refugium des Nachwuchses?

Vermeiden sollte man in Kinderzimmern generell dunkle Farben wie Schwarz, Dunkelbraun, tiefes Violett oder dunkles Grau – Farben, die Kinder müde, lustlos und niedergeschlagen machen können.

Ein Zimmer komplett in einer einzigen Farbe zu streichen ist manchen zu langweilig. Was halten Sie von einem Farbmix?

Facettenreich ist besser als einseitig - mehrere aufeinander abgestimmte Impulse sind besser als nur einer. Ein rein monochromes Farbkonzept, das in Wohnräumen sehr edel wirken kann, ist für Kinderzimmer aber nicht immer geeignet, weil eine Ton-in-Ton-Gestaltung wenig fröhlich und auch zu reizarm ist. Die Kinder fühlen sich schnell antriebslos. Mit einem ausgeklügelten Farbenmix kann man dagegen jedes Bedürfnis eines Kindes abdecken – entspannend und harmonisch, anregend und inspirierend oder geborgen und sicher.

Und welche Farben sollte man besser nicht miteinander kombinieren?

Speziell bei Kleinkindern sollten sehr kräftige, leuchtende Farben in Masse, vor allem in starken Kontrasten oder auffälligen Mustern, vermieden werden. Die starken Farbimpulse wirken überstimulierend, können das Baby ruhelos machen und den Schlaf stören. Kinder empfinden Farbimpulse viel intensiver und direkter als Erwachsene. Wichtig ist es deshalb, sich von dem alten und leider noch verbreiteten Denken zu lösen, dass Wahrnehmen gleich Wohlfühlen ist. Nur weil Kleinkinder knallige Farben besonders gut wahrnehmen können, heißt das nicht, dass die Farben auch für die Entwicklung und die Gestaltung der Kinderzimmer geeignet sind.

Schwarz-Weiß ist gerade ein großer Trend. Gilt das auch für das Kinderzimmer?

Es gibt keinen stärkeren Kontrast in der Helligkeit als den zwischen den beiden Gegensätzen Schwarz und Weiß. Daher ist diese Kombination definitiv nicht für ein Kinderzimmer geeignet. Darüber hinaus macht die Farbe Schwarz Kinder schnell müde, lustlos und wirkt wegen der Assoziation „dunkel“ sogar bedrohlich auf sie.


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Datum: 13.07.2017

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