Work-Life-Balance - was Arbeitnehmer und Arbeitgeber dafür tun können

Höher, schneller, weiter – das beständige Streben nach Verbesserung, Wachstum und Fortschritt ist der Motor, der unsere Gesellschaft antreibt und eine Veränderung des Arbeitsalltags verursacht. Von uns wird deutlich mehr erwartet und gefordert als noch vor zehn Jahren. Wer die Karriereleiter erklimmen will, braucht nicht nur Ehrgeiz, sondern muss auch sehr oft bereit sein, dafür privat deutlich zurückzustecken. Dieser wachsende Druck bleibt dabei nicht ohne Auswirkungen: Psychische Erkrankungen bei Arbeitnehmer nehmen weiter zu.

Die Zahlen des „Fehlzeitenreports 2015“ des Hauptverbands der Sozialversicherungen sprechen eine deutliche Sprache:  Die Krankheitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen haben sich verdreifacht, die Krankenstandsdauer bei derartigen Erkrankungen liegt bei durchschnittlichen 38 Tagen pro Fall. Angesichts dessen muss dringend ein Umdenken stattfinden. Statt erst zu handeln, wenn jemanden bereits an Burn-Out oder Depressionen erkrankt ist, sollte man frühzeitig gegensteuern. Denn eine psychische Erkrankung kommt nicht über Nacht. Problematisch ist dabei jedoch, dass die Betroffenen selbst die Anzeichen oft überhaupt nicht wahrnehmen. Häufig sind es nämlich gerade sehr ehrgeizige Menschen, die an Burn-Out erkranken. Dann sind Freunde, Familienmitglieder und vor allem Kollegen gefragt. Wie man psychische Überbelastungen im Job erkennt und wie man Betroffenen helfen kann, wird in einem ausführlichen Ratgeber auf karrierepropeller.de beschrieben. Und auch der Arbeitgeber kann einiges für die Gesundheit seiner Mitarbeiter tun.

Gemeinsam psychischen Erkrankungen gegensteuern

Eine Work-Life-Balance zu schaffen, um psychischen Erkrankungen vorzubeugen, sollte nicht allein Aufgabe des Arbeitnehmers sein. Schließlich hat der Arbeitgeber ebenfalls ein Interesse an der Gesundheit seiner Angestellten. An Burn-Out Erkrankte fallen oft Wochen, wenn nicht sogar Monate aus. Eine angemessene Work-Life-Balance ist in vielen Fällen auch erst durch den Arbeitgeber möglich. Denn die Angst, den Job zu verlieren, bringt viele Arbeitnehmer dazu, nichts zu sagen, wenn ihnen die Belastungen im Job zu viel werden. Die Work-Life-Balance sollte daher ein gemeinsames Projekt sein. Bei diesem schafft der Arbeitgeber die Rahmenbedingungen, damit jeder Arbeitnehmer Beruf und Privatleben miteinander vereinbaren kann.

Was Arbeitgeber für die Work-Life-Balance ihrer Angestellten tun können

Arbeitgeber können auf verschiedene Weise die Rahmenbedingungen für eine angemessene Work-Life-Balance schaffen. Diese beginnen bei der Gestaltung der Arbeit und reichen bis zu gezielten Maßnahmen, welche die Gesundheit bei der Arbeit fördern. Es kommt dabei auch auf etwas Feingefühl an, denn die Voraussetzungen für die Balance zwischen Berufs- und Privatleben können individuell sehr verschieden ausfallen. So fängt ein Single vielleicht lieber später zu arbeiten an, während Eltern ihre Arbeitszeiten nach den Kindergarten- oder Schulzeiten ausrichten möchten. Die Rahmenbedingungen des Arbeitgebers sollten daher Raum lassen für die Lebenssituation und die persönlichen Präferenzen der Angestellten. Möglichkeiten sind unter anderem:

  • Flexible bzw. unterschiedliche Arbeitszeitenmodelle
  • Möglichkeiten für Homeoffice und Sabbaticals
  • Ein den Arbeitstagen und Arbeitszeiten angemessener Urlaubsanspruch
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement
  • Sportangebote
  • Familienfreundliche Maßnahmen wie Kinderbetreuung
     

Was Arbeitnehmer selbst für ihre Work-Life-Balance tun können

Alle Rahmenbedingungen des Arbeitgebers bringen selbstverständlich nichts, wenn der Arbeitnehmer sie nicht nutzt bzw. selbst nichts zur eigenen Work-Life-Balance beiträgt. Besonders wichtig dabei ist, dass man lernt, auf sich selbst zu hören und die eigenen Grenzen anzuerkennen. Auf diese Dinge kommt es bei der eigenen Work-Life-Balance an:

  • Lernen „nein“ zu sagen, wenn Chef oder Kollegen Zusatzaufgaben abwälzen möchten.
  • Lernen, Arbeit an Mitarbeiter zu delegieren: Man muss nicht alles selbst machen!
  • Zwischen Berufs- und Privatleben trennen: Nach Feierabend ruht die Arbeit!
  • Einen Ausgleich zum Beruf finden durch Sport und andere entspannende Freizeitaktivitäten.
  • Private Aktivitäten als feste Termine sehen und nicht aufgrund der Arbeit dauernd zurückstellen.
  • Zeit für sich selbst einplanen, in der man sich etwas gönnt.
     

Die Work-Life-Balance ist schlussendlich ein individuelles Empfinden. Jeder muss für sich selbst herausfinden, wie diese im Detail aussieht und was einem am Ende tatsächlich gut tut. Falscher Stolz und falscher Ehrgeiz sind aber in jedem Fall fehl am Platz. Denn nur ein gesunder Mensch ist leistungsfähig genug, um die eigenen Ziele und die des Unternehmens zu erreichen. Aus diesem Grund sollte man immer Unterstützung annehmen und um Hilfe bitten, wenn man diese braucht.


Autor:

Datum: 21.01.2016

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