Heizen mit Hackschnitzeln

Was genau sind Hackschnitzel, wie werden sie hergestellt, wie funktioniert eine Hackschnitzelheizung und ist sie für den privaten Gebrauch eine empfehlenswerte Alternative? Antworten gibt es hier.

Hackschnitzel sind maschinell grob gehackte, zwei bis fünf Zentimeter große Holzteile, die aus für die Bau- und Möbelindustrie nicht verwendbaren Holzgewächsen in großen Industrieschreddern direkt am Schlägerungsort erzeugt werden. Die Rinde der Stämme kommt als Rindenmulch in den Handel, Zweige, Äste und der Stamm ergeben die Hackschnitzel. Hackgut wird in Schüttraummetern (Srm) gehandelt. Feinhackgut mit Stückgrößen von etwa drei Zentimetern eignet sich für Kleinanlagen mit automatischem Betrieb. Vorteile: die vollautomatische und bequeme Wärmeversorgung sowie ein ökonomischer Betrieb von Großanlagen. Der Energiegehalt aus Waldhackgut, mit einem Wassergehalt von 25 Prozent ergibt bei einem Srm Fichte 766 kWh, was 76,6 Litern Heizöl entspricht und bei einem Srm Buchenholz sind es 1.058 kWh, also 105,8 Liter Heizöl.

Trocken ist teurer als feucht

Sie können sich ordentlich was sparen, wenn Sie für Ihre Heizung die Hackschnitzel feucht statt komplett durchgetrocknet kaufen. Das feuchte Material schütten Sie einfach draußen auf einen großen Haufen, der Untergrund ist trocken, über dem Haufen befindet sich ein dichtes Dach, und es ist eine gute Durchlüftung möglich! Bitte nicht mit einer Plane abdecken, da es dann zu Kondenswasserbildung kommen kann. Der Haufen entwickelt in kurzer Zeit eine Eigenwärme und trocknet von innen nach außen. Nach etwa drei Monaten ist dieser Prozess abgeschlossen und Sie können das jetzt trockene Hackgut in den Zuführungsraum verlagern.

Wie funktioniert eine Hackschnitzelheizung?

Die Systeme unterscheiden sich in der Art der Zuführung der Hackschnitzel. Dies kann mit einer Zellradschleuse, mit einer Förderschnecke oder mit einem Fallschacht erfolgen. Der Fallschacht hat den Vorteil, dass auch längere Teile von bis zu 15 Zentimetern, die etwa beim Häckseln von Sträuchern entstehen, ohne Probleme durchtransportiert werden. Bei der Zellradschleuse sperren sich diese langen Holzteile in der Regel und die Heizung geht auf "Störung".

Privat eher Pellets als Hackgut

Aus Umweltgründen spricht vieles für eine Hackschnitzelheizung. Dagegen sprechen eigentlich nur die eventuell hohen Erstellungskosten für die Lagerung des Hackgutes. Außerdem muss die Ascheentsorgung mindestens einmal wöchentlich erfolgen, was in der Heizperiode bei tiefen Schneelagen als lästig empfunden werden könnte. Vergessen Sie auch nicht den Rauchfangkehrer einzuladen. Er muss sein o.k. für dieses Heizsystem geben. Unter Umständen kann eine Kaminsanierung nötig werden, um die Hackschnitzelheizung normgerecht zu betreiben.

Die Errichtung einer Hackschnitzelheizung ist laut Herstellern und Installationsbetrieben für Einfamilienhäuser aber grundsätzlich eher nicht empfehlenswert, da in den meisten Fällen ganz einfach die erforderliche Lagerfläche nicht vorhanden ist. In Ballungsräumen und dicht besiedeltem Gebiet würde schon die Zustellung des Hackgutes ein fast großes Problem darstellen. Wohl ein Grund, warum im Bereich der Holzheizsysteme Pellets die Nase vorn haben. Ist jedoch genügend Raum für die Lagerung der Hackschnitzel vorhanden und dieser auch noch für einen großen LKW gut erreichbar, steht einem Umstieg nichts im Wege.

Rechnet sich's?

Die wichtigsten Fakten zur Bewertung des Umstiegs auf eine Hackschnitzelheizung:

1 kg Hackschnitzel entsprechen ca. 0,37 Liter Heizöl, 10 bis 15 Schüttraummeter ersetzen ca. 1.000 Liter Heizöl, wobei die Energieeffizienz von der Feuchte der Hackschnitzel abhängt. 10.000 Liter Heizöl entsprechen also ca. 150 Schüttraummeter (1 Ster Holz ist ca. 1,7 Schüttraummeter).
Die Kosten für einen Schüttraummeter (Srm) liegen derzeit bei durchschnittlich 20 Euro. Damit entspräche dies einem momentanen Ölpreis von ca. 27 Cent, was im Vergleich zu den tatsächlichen Literpreisen von rund 85 Cent im Schnitt eine ordentliche Ersparnis brächte.

Die Neuerrichtung einer guten Hackschnitzelheizung liegt bei ca. 15.000 bis 25.000 Euro, wobei im Internet bereits gebrauchte Anlagen zu gut einem Drittel des Neupreises angeboten werden. Natürlich müssen hier Demontage und Transport der gebrauchten Anlage dazugerechnet werden. Die Montage vor Ort verursacht dann noch einmal die Kosten eines Fachbetriebes.


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Datum: 04.10.2017

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