Kellerwände Rohbau © Glenkar/shutterstock.com

Fertigteile aus Beton beim Kellerbau

Die Frage nach dem passenden Kellerbau stellen sich alle Bauherren früher oder später. Der Fertigkeller aus Betonteilen stellt hierbei für viele eine geeignete Lösung dar. Die vorgefertigten Betonteile werden auf die Baustelle geliefert. Das spart den Bauherrn Nerven und vor allem Zeit. Erfahren Sie hier alles zum Thema Fertigbauwände aus Beton.

Wie entsteht ein Fertigkeller?

Beim Fertigbauverfahren im Kellerbau können Bauherren Größe, Grundriss, Raumhöhe oder Fenster festlegen. Wenn der Bauplan fertiggestellt wurde, werden die Wand- und Deckenelemente des Fertigkellers im Werk des Herstellers vorgefertigt und – wie ein Fertighaus – auf der Baustelle montiert. Im Anschluss wird die Baugrube ausgehoben und die Bodenplatte betoniert. Dann kann es losgehen: Die einzelnen Elemente werden nach Plan gesetzt und mit frischem Beton verbunden. In wenigen Tagen kann so die komplette Fertigstellung des Kellergeschoßes gewährleistet werden. Ein weiterer Vorteil: Die einzelnen Wandteile werden bereits im Werk gedämmt sowie sind sämtliche Leitungen, elektrische Anschlüsse und Aussparungen für Fenster und Feuerschutztüren bereits vorhanden.

Abdichtung im Fertigkeller

Wichtig ist, dass das Untergeschoß rundum dicht ist. Nur so kann ein Eindringen von Grund- und Regenwasser verhindert werden. Heutzutage entstehen Fertigkeller als „weiße Wanne“, was bedeutet, dass Decken und Wände aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton) gebaut werden. Hervorzuheben ist, dass die Bodenplatte und die Außenwände bereits von Beginn an fest miteinander verbunden sind und so eine geschlossene Wanne bilden. Wenn alle Abdichtungsarbeiten ordnungsgemäß erledigt werden, besteht kaum eine Gefahr, dass Wasser ins Gebäude eindringt. Jedenfalls ist das Risiko nicht höher als bei anderen Kellern.

Verkürzte Bauzeit durch Betonfertigteile beim Kellerbau

Sowohl die Außen- als auch die Innenwände aus Fertigbetonteilen trumpfen mit dem schlagenden Argument der raschen Errichtung auf. Dies begünstigt in der Regel eine deutlich verkürzte Bauzeit. Besondersvorteilhaft ist der Einsatz solcher Fertigteile für all jene, die mit hohem Grundwasserspiegel zu kämpfen haben. Das lange Offenhalten der Baugrube kann nämlich zu hohen Kosten führen, da das Grundwasser permanent abgepumpt werden muss. Um eine unvorhergesehene Kostenmaximierung zu vermeiden, empfiehlt sich der Einsatz solcher Fertigteile, da diese schon vorab in einem Werk erzeugt werden und innerhalb kürzester Zeit mit geringem Personalaufwandam Bauplatz aufgestellt werden können. Auch die Umwelt wird hierbei geschont, da durch die verkürzte Bauzeit eine geringere Lärm- und Staubbelastung einhergeht.

Einschichtige oder mehrschichtige Wandelemente

Wurden früher nur einschichtige Elemente hergestellt, erlaubt die Technologie heute die Herstellung von mehrschichtigen Wandelementen. Diese werdenmit Hohlraum zwischen den Schichten angelierfert, welcher erst auf der Baustelle mit Beton verfüllt wird.

Wände aus Dichtbeton 

Durch den WU-Beton ist zwar die Dichtheit des Wandelementes gewährleistet, aber die Verbindungsfugen zwischen den einzelnen Wandelementen stellen einen Schwachpunkt dar. Daher ist es sinnvoll, die Kellerwände in Dichtbeton (WU-Beton) ausführen zu lassen und eine zusätzlich Feuchtigkeitsabdichtung anzubringen.

Installationen und Durchbrüche

Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Fertigteilwände eine hohe Wandstärke aufweisen, da es ansonsten zu Komplikationen bei der Ausführung von Unterputzleitungen und Haustechnikleitungen kommen kann.Vorteilhaft ist es, in allenRäumen, die höherwertig genutzt werden sollen und mit einer Unterputzinstallation ausgeführt werden, eine Vorsatzschale aus Gipskarton- oder Putzträgerplatten zu montieren. Der Hohlraum hinter der Vorsatzschale bietet genügend Platz für Elektroinstallationen, sofern als Mindestabstand die Tiefe einer Steckdose angenommen wird.Grundsätzlich sollen aber alle Durchbrüche für Hauszuleitungen, Schlitze et cetera zeitgerecht dem Fertigteilhersteller bekannt gegeben werden. Darüber hinaus sind auch sämtliche Einbauteile, welche in den Wänden versetzt werden sollen, bei der Herstellung der Fertigteile im Werk einzubauen, was durch eine rechtzeitige Anlieferung an den FT-Hersteller sicherzustellen ist.

Was kostet ein Fertigkeller aus Beton?

Derzeit ist von einem Durchschnittspreis von rund 300 bis 400 Euro pro Quadratmeter für einen Fertigkeller auszugehen. Hinzu kommen außerdem die Kosten für den Erdaushub. Verglichen mit den Baukosten pro Quadratmeter im Erd- und Obergeschoß ist der Keller das kostengünstigste Stockwerk.Jedoch spielen die statischen Verhältnisse und der Baugrund eine wichtige Rolle, wenn es um die Berechnung der Kosten für das Kellergeschoß geht. Im Baugrundgutachten stehen sämtliche Informationen, die Aufschluss darüber geben, ob das Haus auf solidem Grund gebaut wird. Außerdem gilt: Je höher die Decke, desto teurer der Keller.

Beispielrechnung für einen Fertigkeller:

  • Nutzfläche: 75 Quadratmeter
  • wenig wasserundurchlässiger Baugrund (keine besonderen Abdichtungsmaßnahmen erforderlich)

Posten Preis
Erdarbeiten 3.600 €
Kellerbau komplett (ohne Eigenleistung) 24.000 €
Gesamtkosten 27.600 €
Kosten pro Quadratmeter (komplett mit Erdarbeiten) 368 € pro Quadratmeter

Ausbaukeller, Minikeller, Mitbaukeller 

Im Grunde genommen beherbergt der Minikeller lediglich die Haustechnik. Die „Box“ kann in einer kleinen Baugrube platziert werden und so muss kaum Aufwand für Tiefbauarbeiten betrieben werden. Der Effektivkeller wird bereits im Werk produziert und so kann er innerhalb eines Tages an Ort und Stelle gebracht und fertig montiert werden. In diesem Fall ist die Errichtung eines zusätzlichen Fundaments oder einer Stahlkonstruktion nicht erforderlich. Der Minikeller wird mit der Erdgeschoß-Bodenplatte verbunden.Für ein kleine Budgets kann auch die Errichtung eines Modulkellers in Betracht gezogen werden. Dieser ist sehr kompakt und stellt keiner Vollunterkellerung dar. Andere Bezeichnungen, die sich bei Herstellern finden lassen, sind: Minikeller, Technikbox oder Effektivkeller.Kosten lassen sich beispielsweise einsparen, wenn man anstatt eines Komplettkellers einen Ausbaukeller wählt. Beim Ausbaukeller können viele Arbeiten selbst übernommen. So wird die Isolierung der Außenwandfläche selbst durchgeführt und die Kellerinnentreppe wird vom Bauherrn errichtet. Eine noch günstigere Alternative bietet der Mitbaukeller, welcher ohne Fundamenterder, Bodenplatte, Entwässerungsleitungen und Kellerfenster errichtet wird.Je mehr Eigenleistung erbracht wird, desto günstiger fällt der Kredit aus. Aber beachten Sie: Für Arbeiten, die selbst durchgeführt werden, müssen auch im Falle eines Bauschadens die Konsequenzen (Bauschäden, Reparaturkosten) getragen werden.

Vorteile eines Fertigkellers

  • Fixpreis
  • Fixtermin
  • Sehr kurze Fertigungszeit. Alle Elemente (Wand- und Deckenteile) werden im Werk vorgefertigt. Sie können binnen weniger Tage auf der Baustelle montiert werden.
  • Die Betonoberflächen sind schon bei Anlieferung sehr glatt. Daher entfallen aufwendige Putzarbeiten.
  • Ein weiterer Vorteil: Beton brennt nicht, Kosten für Schutzanstriche oder Isolierung entfallen. Außerdem übersteht ein Fertigkeller aus Beton selbst einen Brand und bleibt stabil und tragfähig.
  • Vorfertigung inklusive Schallschutz - Maßnahmen dafür nicht mehr nötig

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