Architektur im Mittelpunkt

Kein Kino ohne starke Charaktere. Der Held, der Dieb, der Freund, der Verführer, der Geheimnisvolle und der Grauenhafte. Nein – dabei handelt es sich nicht um Rollen für Schauspieler, sondern um Orte, in denen Geschichten spielen. Städte, Kleinstädte und Dörfer sind im Film ganz bestimmten Archetypen zugeordnet.

Die Architektur kann als eine Männerdomäne bezeichnet werden. Das beweist nicht nur der erschreckend niedrige Anteil an Architektinnen in Österreich im Vergleich zu den Uni- und FH-Abschlüssen: Wofür die Frauen dieses Berufsstandes heute kämpfen, wer ihre Wegbereiterinnen waren und was die Geschichte und Gesellschaft zur Weiblichkeit in der Architektur beitragen.

Die Zukunft gehört der urbanen Klause. Microliving scheint – nicht nur in den ­städtischen Metropolen – die Patentlösung für den immer knapper und zugleich teurer ­werdenden Wohnraum zu sein. Ein Blick auf die interessantesten Projekte ­weltweit – ­realisiert, im Entstehen oder noch Vision.

Österreich braucht sich in puncto Smart City nicht zu verstecken, wie die zahlreichen Initiativen belegen. Wien wurde sogar unter 87 untersuchten Städten auf Rang eins gereiht. Die zunehmende Vernetzung, das „Smart Home“, birgt allerdings so manche Tücken.

Zu hoher Landverbrauch, zu lange Wege, zu hohe Erschließungskosten je Einheit – das Einfamilienhaus scheint heute aus vielen Gründen nicht mehr tragbar. Gute Alternativen, die den Anspruch an das private Paradies auch erfüllen, gibt es schon seit Jahren.

Frischer Wind anstelle eines leichten Stadtlüfterls: Angelika Fitz, die mit Anfang Jänner 2017 die Direktion des Architekturzentrum Wien übernommen hat, will das gute Leben in verbauter City-Landschaft wiederfinden. Ihr Aufruf: International denken, Fragen stellen, Mut zeigen, Welt neu gestalten. Ein Gespräch über das Wagnis Stadt und die Wirklichkeit Wiens.

Gegessen werden muss immer. Auch wenn die eigene Küche kalt bleibt. Doch während sich Landbewohner mit dem klassischen Wirtshaus zufriedengeben, sind die Städter wählerischer. Wohl auch weil zwischen Büromeetings und Feierabendstress die Zeit deutlich knapper geworden ist.

Kaum jemanden lassen Flughäfen kalt. Jeder Flughafen hat eine bestimmte Aufenthaltsqualität und „Lesbarkeit”. Manche sind zweifelsohne architektonische Meisterwerke.

Weus a Erz hot … und a Bergwerk: In der schwedischen Nordkalotte rollen die Bagger. Die Stadt Kiruna muss der Mine weichen. Beim Kofferpacken und dem nachhaltigen Neuaufbau der kleinen Metropole – drei Kilometer weiter im Osten – helfen die Planer von White ­arkitekter. Die Betroffenen nehmen es samt und sonders nordisch cool: Es wäre nicht Schweden, wenn den Umzug nicht alle gut fänden …

Beziehungsstress, Konflikte, Streitfragen – auch in der urbanen Seele brodelt es, sagt Stadtpsychologin Cornelia Ehmayer. Ein Gespräch beim Marktbesuch und im Wiener Kaffeehaus – wo sonst? – über die schönen Cityseiten, Ängste, Vorder- und Hintergründiges. Über das Fremdsein und das Daheimsein.