Leitfaden für Bauherren

Die IG Lebenszyklus Hochbau hat einen neuen Leitfaden für Bauherren veröffentlicht. Erklärtes Ziel: Das ökologische, ökonomische und soziale Gesamtverständnis der Bauherren schärfen, sowie Transparenz und Fairness schaffen. Und das, indem die Verantwortungsbereiche und Strategie für die Umsetzung eines Bauprojekts eindeutig definiert werden.

Handlungsleitfaden Schritt für Schritt

IG Lebenszyklus Hochbau © IG Lebenszyklus Hochbau

Unabhängig von der Art der Beschaffung (Einzel- und Paketvergaben bis hin zu Totalunternehmermodellen) zeigt der Leitfaden die Organisation eines Projekts auf, die zu einem lebenszyklusorientierten Gebäude führt. In einem Modell sind die entsprechenden Verantwortungsbereiche angeführt und ein Prozessbild zeigt, welche Phasen ein Bauprojekt durchlebt (siehe Grafiken). Eine detaillierte Übersicht führt alle einzelnen Schritte an, die von der Strategiefindung bis hin zum Rückbau am Ende des Lebenszyklus eines Gebäudes notwendig sind.

"Bauprojekt ist Unternehmen auf Zeit"

IG Lebenszyklus Hochbau © IG Lebenszyklus Hochbau

Grafik 2: Die Verantwortungsbereiche des Bauherren und der externen Partner.

"Der Leitfaden definiert alle Aufgabenbereiche, die bei einem Bauprojekt anfallen. Dabei ist es wichtig, dass sich der Bauherr seiner Verantwortung bewusst wird und er stets den Überblick bewahrt. Ein Bauprojekt ist ein Unternehmen auf Zeit. Es geht nicht um die Einzelleistungen, sondern um das integrierte Gesamtwerk. Der Bauherr muss wissen, was er braucht, Managementaufwand und Risiken über den gesamten Lebenszyklus der Immobilie richtig einschätzen und darauf aufbauend über den richtigen Mix an Einzel- und Fremdleistungen entscheiden", betont Karl Friedl, IG Lebenszyklus Hochbau, M.O.O.CON, die Bedeutung des integrativen Gedankens hinter dem Leitfaden.

Einsparungspotenzial ausschöpfen

IG Lebenszyklus Hochbau/Leo Hagen © IG Lebenszyklus Hochbau/Leo Hagen

Wolfgang Kradischnig, DELTA, Stephan Heid, Heid Schiefer Rechtsanwälte, Karl Friedl, M.O.O. CON und Christoph M. Achammer, ATP Architekten und Ingenieure, präsentierten den neuen Leitfaden (v.l. ).

Christoph Achammer, IG Lebenszyklus Hochbau, ATP Architekten & Ingenieure, erklärt die Beweggründe, die zu dem Leitfaden geführt haben: „Die Branche kann es sich schlichtweg nicht leisten, so weiter zu machen wie bisher. Gemeinsam stehen wir vor der Herausforderung, das enorme Einsparungspotenzial von Gebäuden im Hinblick auf deren Energie- und Ressourcenverbrauch auszuschöpfen. Wir wollen mit diesem Leitfaden dazu beitragen, dass zukunftsorientierte Gebäude gebaut werden, die Investitions- und Folgekosten für Eigentümer und Gesellschaft so gering wie möglich halten und ihren Nutzern auf lange Sicht eine hohe Lebensqualität bieten."

Der Ratgeber richtet sich sowohl an öffentliche als auch an private Bauherren und wurde in zweijähriger Zusammenarbeit von etwa 50 Mitgliedern der IG Lebenszyklus Hochbau ausgearbeitet.

Weitere Fachleitfäden

Abgesehen vom Leitfaden für Bauherren sind bereits fünf weitere Fachleitfäden der IG Lebenszyklus Hochbau mit folgenden Titeln erschienen: "Lebenszyklusorientierte Vergabe und Verträge", "Kosten und Finanzierung im Lebenszyklus", "Lebenszyklusorientierte FM-Organisation" und "Stichtagsbezogene Gebäudebewertung".


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Datum: 20.11.2013

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