Ex-MEL wieder auf die Analysten-Radarschirme zurückgekehrt

Das Meinl European Land-Papier hat in der Krise der vergangenen Monate besser performt als der Gesamtmarkt und weist gegenüber dem Höchststand inzwischen keinen größeren Kursverlust auf als die Konkurrenz.

Die Austro-Immobilien-Aktien befinden sich weiter im Würgegriff der Märkte. Analysten der Großbank UBS kommen in einer Analyse zum Schluss, dass die CEE-Immo-Märkte zwar weiterhin großen Nacholbedarf haben, die aktuelle Schwäche aber länger anhalten wird als erwartet - aus bereits vielfach genannten Gründen.

Im Vergleich gut gehalten
Die neue Situation verhilft einem Titel zu mehr Beachtung, der bisher die undankbare Rolle des Aschenputtels im Sektor spielte: Atrium, vormals Meinl European Land (MEL). Das MEL-Papier hat in der Krise der vergangenen Monate besser performt als der Gesamtmarkt und weist gegenüber dem Höchststand inzwischen keinen größerenKursverlust auf als die Konkurrenz. Insbesondere seit der Bekanntgabe der Übernahme durch Gazit im März 2008 hält sich Atrium besser als andere Immo-Papiere. Auch einem Vergleich mit internationalen Branchenteilnehmern mit starkem Supermarkt-Anteil im Portfolio, etwa GTC, Plaza Centers und Orco, hält Atrium stand: Die Ost-Schwergewichte gaben seit März teils um mehr als die Hälfte nach (s. Grafik). "Dass sich Atrium im Peer-Gruppen-Vergleich sehr gut gehalten hat liegt zum einen daran, dass das Portfolio tatsächlich von hoher Qualität ist.

Zum anderen aber hat Atrium dank der vorausschauend geplanten und frühzeitig implementierten Transaktion mit Gazit genügend Liquidität - nahezu zwei Mrd. € Cash - um die Entwicklungsprojekte zu finanzieren", sagt Peter Weinzierl, Vorstandsmitglied der Meinl Bank. "Andere Marktteilnehmer müssen ihre Projekte stoppen und sogar abverkaufen. Wir haben immer gesagt, dass Finanzierungen in Osteuropa aufgrund von Marktentwicklungen extrem schwer werden können. Ein solches Ereignis ist eingetreten." Tatsächlich haben zahlreiche Player in der Branche angekündigt, Projekte in der Pipeline im Vergleich zum ursprünglichen Zeitplan zurückzufahren, darunter auch Branchenriese Immoeast.

Im wichtigen Markt Russland etwa machen einige Developer einen Rückzieher und werden 2009 keine weiteren Projekte mehr auflegen. Darunter sollen Schwergewichte wie die Mirax-Gruppe sein, die eigentlich Europas höchstes Gebäude in Moskau errichten wollte. Die Tatsache, dass Atrium nicht schlechter, teils sogar besser performt als andere vergleichbare Marktteilnehmer, könnte die Darstellung eines Schadens und der Kausalität zwischen Zertifikate-Rückkauf und Kursverlust wesentlich erschweren. Die Bank bleibt daher gegenüber Schadenersatzklagen gelassen.

Knapper Büroraum
Moderner Büroraum in Moskau und St. Petersburg ist weiter knapp. Auch in anderen osteuropäischen Staaten gibt es weiter Marktchancen - und wer das Geld hat, um sie zu realisieren, wird zum Zug kommen, lautet die Hoffnung bei Atrium. Die Experten von Sal. Oppenheim bestätigen: "Nach der ,Infusion' von 500 Mio. € durch Gazit, dem Einzug des neuen Managements und der Namensänderung verdient es das Unternehmen, auf den Radarschirm der Investoren zurückzukehren." Insgesamt benötige Atrium rund 2,4 Mrd. €, um die Projekte in der Pipeline fertigzustellen. Allerdings sei rund um das neue Management und die tatsächliche Umsetzung der Projekte sowie der Kostenstruktur noch viel Unsicherheit da, daher bleibe die Einstufung auf "Neutral". Ein Review könnte aber bald drin sein.
(Quelle: Medianet)


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Datum: 13.08.2009

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