Heimische Immobilien auf dem Anleger-Radar

Ausländische Immobilieninvestoren richten ihren Fokus auf Österreich. Wien gilt als sicherer Anlagehafen, die Renditen sind moderat, heißt es im neuen IVG Marktreport "Investmentstandort Österreich".

Österreich steht bei etlichen europäischen Immobilieninvestoren auf dem Radar. Die bis dato hohe innerösterreichische Anlegerschaft wird durch ausländische Investoren aufgebrochen, steht im neuen Marktreport "Investmentstandort Österreich" des Immobilien- und Infrastrukturinvestors IVG. Dabei würden sich institutionelle Anleger vor allem auf Kapitalanlagen in Gewerbeimmobilien konzentrieren.

Der österreichische Immobilienmarkt zeichnet sich durch seine hohe Wertstabilität und seinen geringen Leerstand aus. Das geringe Anlagerisiko hat jedoch seinen Preis: Die Renditeaussichten in Österreich werden als vergleichsweise moderat eingeschätzt. "Wien gilt insbesondere für internationales Kapital als sicherer Anlagehafen", so Andreas Rosenberger, Mitglied des Vorstands der IVG Austria AG. "Doch diese Richtung ist keine Einbahnstraße. Gerade österreichische Investoren schätzen die stabilen Marktstrukturen in Ländern wie Deutschland oder Polen, sowohl im wohnwirtschaftlichen als auch im gewerblichen Teilsegment." Steigende Bedeutung gewinnt in Österreich das Thema der Nachhaltigkeit von Immobilien. Allerdings hat sich noch kein Standard durchgesetzt, daher beschränkt sich die Gebäudezertifizierung auf das Neubausegment.

"Insgesamt weist der österreichische Immobilienmarkt noch viel Entwicklungspotenzial auf, denn der Teil des Immobilienbestandes, der durch professionelle Immobilieninvestoren gemanagt wird, ist vergleichsweise klein", sagt Herwig Teufelsdorfer, Mitglied des Vorstands der IVG Austria AG. "Der österreichische Immobilienmarkt bietet auf jeden Fall sowohl für risikoaverse als auch opportunistische Anleger interessante Möglichkeiten." Für risikoaverse Anleger empfehlen sich die Investments in Wiener Büro- und Geschäftshäuser in den zentralen Bestlagen sowie in Büroobjekte mit exzellenter Verkehrs- und Nahversorgungsinfrastruktur in Cityrandlagen. Für opportunistische Investoren bieten sich Chancen durch die Sanierung leerstehender Büroflächen und deren Umwandlung in Wohnungen.

IVG Research © IVG Research

Österreich: Investmentvolumen nach Assettyp und Herkunft.


Autor:

Datum: 03.12.2012

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Der Gewerbeimmobilienmarkt gibt weiter Gas. Die großen Transaktionen des Jahres befeuern die Rekordjagd, wie unter anderem CBRE mitteilt. Mit Ende September konnte bereits das alte Spitzenergebnis aus dem Jahr 2015 eingestellt werden. Bis zum Stichtag waren vier Milliarden Euro investiert.

Für die teuerste Wohnung im Schottenviertel der Wiener Innenstadt mussten heuer knapp 32.100 Euro je Quadratmeter bezahlt werden – so nachzulesen in der aktuellen Auflage des Wohnungsatlasses. Im Schnitt sind heuer in der Wiener City beim Erstbezug rund 12.600 Euro zu berappen.

Für den Traum vom Haus im Grünen muss immer tiefer in die Tasche gegriffen werden. Vor allem in Wien, Tirol, Salzburg und Vorarlberg explodieren die Preise. Bundesweit sind im Jahresvergleich die Einfamilienhauspreise um 9,4 Prozent gestiegen, im Fünfjahresvergleich sogar um knapp 25 Prozent, wie das Maklernetzwerk Re/Max in seinem aktuellen Einfamilienhaus-ImmoSpiegel ausweist.

Positiver Trend – nicht nur in Stein gemeißelt: Laut Konjunkturerhebung des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie zum ersten Halbjahr 2017 wurde in den über 300 Mitgliedsunternehmen im Vergleich zur Vorjahresperiode ein Umsatzplus von 3,58 Prozent verzeichnet. In Summe entspricht dies einer Steigerung von 60 Millionen Euro auf 1,712 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten ist indes leicht gesunken. Mit ein Grund ist der Fachkräftemangel.

Der Österreicher Lust auf Betongold ist ungebrochen – und steigt weiter. Bundesweit ist im vierten Halbjahr in Folge die Zahl der verkauften Wohnungen gestiegen. In Summe wurden vom Maklernetzwerk Re/Max, das erneut mit dem Datendienstleister ImmoUnited die aktuellen Verbücherungen erfasst hat, für die ersten sechs Monate des Jahres ein knapp acht-prozentiges Verkaufsplus registriert. Die Quadratmeterpreise steigen – auch im unteren Segment. Insgesamt wechselten 25.160 Wohnungen den Besitzer. Dafür wurden rund 5,3 Milliarden Euro (plus 15,2 Prozent) hingeblättert – ein weiterer Rekord.

Die Zahlen des Konjunkturbarometers des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) für das zweite Halbjahr 2017 spiegeln den allgemeinen Wirtschaftstrend wider. Das Plus sei laut Verband vor allem auf die gute Auftragslage im den Bereichen Wohn-, Gewerbe- und Industriebau zurückzuführen. Laut Analyse nimmt auch die Zahl der Beschäftigten zu: So wollen 14 Prozent der Unternehmen in mehr Manpower investieren. Gleichzeitig steigt in der Branche der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten. Der für 2020 neu fixierte Mindestlohn von 1.500 Euro drückt indes nicht auf das Branchenklima.

Der Wohnbau in Wien zieht stark an. Investoren, vor allem aus Deutschland, würden zunehmend aufmerksamer, wie Georg Fichtinger, Head of Investment Properties beim Beratungsunternehmen CBRE, im Rahmen der Erstpräsentation der inhouse erstellten Ist-Analyse zum Neubaumarkt vor Journalisten mehrmals betont hat. Hintergrund: Die Renditenkluft zwischen Gewerbe und Wohnungsimmobilien schließt sich. Der erste CBRE Wohnungsmarktbericht liefert den Playern, Investoren wie Entwicklern, aktuelle Marktzahlen – auch für den Mietwohnungsmarkt.

Eine in puncto Wirtschaftlichkeit strauchelnde Branche? Schenkt man einer McKinsey-Studie, die Produktivitätskennzahlen auf einem globalen Level analysiert hat, glauben, hinkt „der Bau“ dem Rest der Wirtschaftssektoren in puncto Arbeitsleistung zurzeit meilenweit hinterher. Als Grund machen die Autoren, die eine weltweite Unterbilanz von sage und schreibe 1,6 Billionen Dollar pro Jahr hochrechnen, die fehlende Innovationsbereitschaft – Stichwort: Digitalisierung – geltend. In Wien will die IG Lebenszyklus mit einer Initiative, unterstützt von Christoph Achammer (Bild), gegensteuern.