Köln: Moderater Rückgang des Investitionsvolumens

Das Kölner Transaktionsvolumen in Gewerbeimmobilien lag 2008 mit rund 1,2 Milliarden Euro deutlich unter den hervorragenden Ergebnissen der beiden Vorjahre.

Das Kölner Transaktionsvolumen in Gewerbeimmobilien lag 2008 mit rund 1,2 Milliarden Euro deutlich unter den hervorragenden Ergebnissen der beiden Vorjahre. Im Vergleich zu den anderen großen deutschen Investmentstandorten ist der Rückgang mit einem Minus von 34 Prozent gegenüber 2007 jedoch noch relativ moderat. Das ergibt der „Investment Market Report 2009“ für die sechs wichtigsten deutschen Bürostandorte, den Atisreal, Deutschlands führender Berater für Gewerbeimmobilien, Ende Februar veröffentlichen wird.

„Köln ist der einzige Standort, an dem mit einer Zunahme von gut sieben Prozent ein höherer Umsatz mit Einzeldeals erzielt werden konnte als noch im Vorjahr“, betont Jens Hoppe, Geschäftsführer der Atisreal GmbH und Kölner Niederlassungsleiter. „Auch der Einbruch bei den Portfoliotransaktionen war nicht ganz so stark wie an anderen Standorten.“ Insbesondere aufgrund von Paketverkäufen, die noch im ersten Quartal 2008 abgeschlossen wurden, war der Portfolioanteil mit gut 32 Prozent noch vergleichsweise hoch. Während 2007 noch 141 Immobilien verkauft wurden, waren es im vergangenen Jahr nur 74. Das durchschnittliche Volumen pro Deal lag mit 16 Millionen Euro aber über dem Vorjahreswert (13 Mio. Euro).

Breites Investitionsvolumen

Das Investitionsvolumen war 2008 sehr breit auf die verschiedenen Käufergruppen verteilt.

Bei den Verkäufern lagen wie in den beiden Vorjahren wieder die Projektentwickler vorne, die gegenüber 2007 noch zulegten (auf knapp dreißig Prozent). Auch private Anleger hatten mit 16 Prozent einen leicht höheren Anteil als noch im Vorjahr. Die Banken erreichten überwiegend durch Portfolioverkäufe 14 Prozent (gut zwölf Prozentpunkte mehr als 2007), die öffentliche Hand und die Corporates lagen gleichauf (je zehn Prozent). Der Anteil ausländischer Verkäufer hat sich auf knapp 14 Prozent verdoppelt.

Büroimmobilien waren mit einem Anteil von 44 Prozent am Transaktionsvolumen wieder die beliebteste Assetklasse. Mehr als die Hälfte des Transaktionsvolumens (gut 55 Prozent) wurde in der City registriert. Die Innenstadt blieb damit die bevorzugte Investitionslage, verlor aber gegenüber dem Vorjahr rund fünf Prozentpunkte. Auch der Cityrand erreichte mit knapp 17 Prozent rund zehn Prozentpunkte weniger als 2007. Die Nebenlagen konnten dagegen auch absolut zulegen. Ein Viertel des Umsatzes entfiel auf die dezentralen Lagen.

Die Auswirkungen der Finanzmarktkrise führten auch auf dem Kölner Investmentmarkt im Laufe des vergangenen Jahres zu weiter steigenden Renditen. Für moderne, voll vermietete Büroobjekte lagen die Netto-Spitzenrenditen Ende 2008 bei 5,40 Prozent und damit in etwa wieder auf dem Niveau für Premiumlagen vom Jahresende 2006. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate sind sie um 35 Basispunkte angestiegen. Auch für 2009 ist tendenziell noch von einer weiteren Erhöhung auszugehen.

Aussichten für 2009 ungewiss

„Die weitere Entwicklung des Kölner Investmentmarkts und des Transaktionsvolumens ist vor dem Hintergrund des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds, zusammen mit der nach wie vor zurückhaltenden Vergabe von Finanzierungen, schwierig zu beurteilen“, so Jens Hoppe. „Abzuwarten bleibt vor allem, wie lange die zögernde Haltung der Banken anhält. Momentan gehen wir von einem geringeren Transaktionsvolumen als in den vergangenen Jahren aus, obwohl nach wie vor ein hohes Interesse am Standort Köln besteht.“

Quelle: Atisreal

Köln Nachrichten © Köln Nachrichten

Der Mediapark zählt zu den teuersten Bürostandorten in Köln.

Acorn Real Estate © Acorn Real Estate


Autor:

Datum: 05.05.2010

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Letzten Freitag ist die MIPIM, die größte internationale Gewerbeimmobilienmesse, im südfranzösischen Cannes zu Ende gegangen. Als bestimmende Themen der 2017er-Auflage haben sich die Bereiche Digitalisierung aber auch alternative Assetklassen herauskristallisiert. Die Stimmungslage unter den 23.000 Besuchern war, so einhelliger Tenor an der Côte d´Azur, angehoben: Auch beim auf Logistik spezialisierten Immobilienentwickler Go Asset Development, der das Thema Stadtlogistik ins Spiel bringt.

Eine hohe Transaktionsdichte bei steigenden Preisen meldet Re/Max Austria für das Jahr 2016 am Eigentumswohnungsmarkt: 47.846 Wohnungen seien laut dem heute publizierten Immo-Spiegel verbüchert worden. Dies entspricht im Vergleich zum Rekordjahr 2015 einem Plus von 4.102 Einheiten oder von 9,4 Prozent. Laut den jüngsten Zahlen haben die Preise im Wohnungseigentum um durchschnittlich 4,4 Prozent angezogen.

Es geht in der Bundeshauptstadt weiter aufwärts: Wurden im Jahr 2016 nur 60.000 Quadratmeter Büroneuflächen auf den Markt geworfen, so rechnet man bei EHL Immobilien für das laufende Jahr mit gut dem Zweieinhalbfachen. 2018 dürften laut dem Büromarktbericht des Immo-Spezialisten mehr als 330.000 Quadratmeter folgen. „Damit erreicht beziehungsweise übertrifft das Fertigstellungsvolumen die Rekordwerte aus den Jahren vor der Finanzkrise 2008“, erklärt EHL-Büroimmobilienleiter Stefan Wernhart.

Die Umsatzeinbrüche der Jahre 2012 bis 2015 in der Fertighausbranche gehören der Vergangenheit an: 2016 nahm die mittlerweile stark konzentrierte Branche Fahrt auf. Und mit plus sieben Prozent recht deutlich. Die Zahl der verkauften Häuser stieg um 4,6 Prozent, wie Interconnection Consulting in einer aktuellen Studie aufzeigt. 2017 soll den Autoren zufolge ähnlich gut performen. Realistisch sei ein Umsatzwachstum von 6,4 Prozent. Mit ein Grund? Die Häuslbauer werden bequemer; schlüsselfertige Lösungen boomen. Zudem seien der Aufschwung in der Bauwirtschaft und steigende Preise hilfreich.

Wien wächst rasant weiter, im letzten Jahr zogen rund 28.000 Menschen in die Bundeshauptstadt. Damit steigt die Misere auf den Wohnungsmarkt, wie auch der erste Wiener Wohnungsmarktbericht für das Jahr 2017, der heute von der Buwog und EHL im Architekturzentrum Wien präsentiert wurde, belegt. Fazit: der Nachfrageüberhang wird nicht gedeckt. Das hat steigende Mieten und Kaufpreise zu Folge.

Fachmarktzentren, dominierende Großketten, die in die Malls drängen – die Innenstädte haben zunehmend mit dem Geschäftssterben zu kämpfen. In Wien steuert die Wirtschaftskammer mit einem Leerflächenmanagement in enger Kooperation mit der Immobilienwirtschaft gegen – und meldet damit für 2016 positive Ergebnisse. Die Leerstandsquote sank dank Gastronomie und Kleinhandel im Vergleich zu 2015 um 16 Prozent.

Plus bei Umsatz und Gewinn, neue Standorte realisiert und weitere in der Pipeline – auch in Österreich: Die Budget Design Hotelgruppe Motel One präsentierte dieser Tage ihre Bilanz zum Geschäftsjahr 2016 und gab ihre nächsten Expansionsziele bekannt.

Die Immofinanz ließ 2016 am rumänischen Büromarkt die Muskeln spielen: In der Hauptstadt Bukarest wurden circa 80.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet. Das sind laut Unternehmensangaben mehr als 40 Prozent des gesamten Büro-Bestandsportfolios im Kernmarkt.

Die Rekordjagd am heimischen Immobilienmarkt ist auch im Jahr 2016 weitergegangen. Wie das Maklernetzwerk Re/Max meldet, wurden im abgelaufenen Jahr landesweit 121.436 Immobilienverkäufe im Wert von 26,87 Mrd. Euro im Amtlichen Grundbuch vermerkt. Ein Steigerungsrate von satten 8,3 Prozent im Vergleich zu 2015.