Ljubljana: Neues Stadtzentrum

Das größte slowenische Immobilienprojekt wird die Innenstadt der Hauptstadt des Landes vollkommen neu ausrichten und den bis jetzt abseits gelegenen, verschlafenen Bahnhof in das Herz Ljubljanas verschieben

Wie seit dem 19. Jahrhundert fast überall in Europa, so trennen auch die weitläufigen Gleisanlagen der "Slovenske Zeleznice", der slowenischen Staatsbahn, Ljubljana in mehrere voneinander fast vollkommen abgeschottete Teile, und der im Stil der großen Provinzbahnhöfe Zisleithaniens errichtete Laibacher Hauptbahnhof, wo inzwischen Bus, Bahn und städtischer Verkehr aufeinander prallen, ist zudem ein Ort, wo man nicht unbedingt länger verweilen möchte: Ohne Leben, langweilig, heruntergekommen.

Pläne für die Tieflegung des Bahnhofes und zur Verbindung der Innenstadt mit den Außenbezirken über dem so gewonnenen Areal der Bahn gab es schon in der jugoslawischen Zeit, allein realisiert wurden sie nie. Als die Innenstadt Ljubljanas wegen der rasanten Entwicklung an den Rändern der Stadt in den 1990er-Jahren, als überall neue Einkaufs- und Vergnügungszentren entstanden, langsam zu veröden drohte, griff man schließlich die alten Pläne wieder auf: Mit einem großzügigen Neubau des Bahnhofes sollte nun die Innenstadt erweitert werden, der alte Riegel der Bahn mit einem großzügigen neuen Geschäfts- und Bürokomplex überwunden werden.

2005 erhielt die ungarische Investorengruppe "TriGranit" den Zuschlag das neue Zentrum zu planen - architektonisch und städtebaulich nicht gerade eine leichte Aufgabe, ist doch Ljubljana mit seinem Hausarchitekten Joze Plecnik und der von ihm gegründeten Architektenschule immer schon ein Zentrum der anspruchsvollen, modernen ostmitteleuropäischen Architektur gewesen.

2007 unterzeichneten die ungarische Firma und "Slovenske Zeleznice" den Vertrag zur Errichtung einer gemeinsamen Investitionsfirma zur Errichtung des neuen "Emonika City Centers" im Rahmen einer PPP-Konstruktion. "Emonika" - die Verkleinerungsform der Bezeichnung für die römische Siedlung, die hier einst stand - ist inzwischen das größte je in die Wege geleitete slowenische Immobilienprojekt.

"Emona" verhinderte schließlich auch, dass das Projekt umgehend begonnen werden konnte - der Startschuss fiel erst im September 2008, nachdem man die archäologischen Untersuchungen des Baubereichs abgeschlossen hatte, in deren Rahmen man mehr als 431 antike Gräber, Mauern und Umfassungen freilegen konnte. Diese sollen auch im Rahmen des Projektes bewahrt, integriert und zur Schau gestellt werden.

Auch der alte Hauptbahnhof bleibt aus denkmalschützerischen Erwägungen zum Teil erhalten, wird aber funktionell durch einen neuen, unterirdischen Verkehrsknoten ersetzt. Darüber - insgesamt sind von den Bauarbeiten 213.885 Quadratmeter, das Areal zwischen der Vilharjeva, Dunajska und Masarykstraße, betroffen - entsteht ein komplexer neuer Stadtteil: Ein Einkaufszentrum mit 65.000 Quadratmeter und mehr als 250 Geschäften, Bars, Restaurants und einem Kino-Center, ein 27 Meter hoher "Business Tower" mit 22.000 Quadratmeter Bürofläche und ein sechzig Meter hohes Wohnhochhaus mit 90 Luxuswohnungen, ein Kongresszentrum, ein Viersterne-Hotel mit 180 Zimmern, 3.7000 Parkplätze.

Die erste Phase, die im wesentlichen das Geschäftszentrum umfasst soll bereits Ende 2009 fertig gestellt sein, die zweite, die den Bahnhof umfasst, schon ein Jahr später.

www.emonika.si © www.emonika.si

TriGranit © TriGranit


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Datum: 13.08.2009

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