Shopping-Boom in Polen noch ungestillt

Polen ist mit seinen rund 40 Millionen Einwohnern und seiner seit Jahren herausragenden wirtschaftlichen Wachstumszahlen einer der bedeutendsten europäischen Verbrauchermärkte – und Polens Einkaufszentren setzen nicht mehr nur auf Quantität

Polens Hunger nach Einkaufszentren ist noch immer offenbar ungesättigt: Die britische Investmentfirma „London and Cambridge Properties – LCP“ und der deutsche Entwickler „Ficon Consulting & Real Estate“ kündigten nun an, über die eigens gegründete Zweckgesellschaft „Sunpoint Invest“ 25 Einkaufszentren innerhalb der nächsten zehn Jahre in einem der größten Märkte Europas zu errichten.

Schon 2010 Mega-Eröffnung geplant
Die erste Realisierung dieser Abmachung wird ein Dienstleistungs-Handelsobjekt im mittelpolnischen Gorzów sein. Das 14.000 Quadratmeter umfassende Projekt wird siebzig Geschäfte und Dienstleistungseinheiten wie Cafés, Restaurants und einen Supermarkt umfassen. Die Eröffnung ist schon für 2010 vorgesehen, „King Sturge“ wurde als der Alleinvertreter dieses Projekts gewählt. „Wir freuen uns, ein Teil dieser Abmachung als Alleinvertreter zu sein“, sagte Tatiana Spencer, die Agency Group Direktorin von „King Sturge“, die das Team der für das Projekt zuständigen der Leasing-Agenten leitet.

„London and Cambridge Properties“ ist eine der größten privaten Investmentgesellschaften Europas mit einem Portfolio von ca. 4,5 Milliarden Euro, aufgeteilt auf Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Polen. „Ficons“ Hauptaktivitäten liegen seit 1993 im Bereich der Entwicklung und des Baus von Einkaufszentren, die Gesellschaft ist in Polen, der Tschechischen Republik, Rumänien, Bulgarien, Russland, die Ukraine und Vietnam aktiv.

Eine dreiviertel Million potenzielle Kunden
Auch „ECE“ wird seine Palette an Einkaufszentren in Polen erweitern: Das Projekt „Galeria Kaskada“ in der polnischen Hafenstadt Szczecín wird trotz der ökonomischen Flaute fortgesetzt, erklärte der CEO von „ECE“ für Ost- und Mitteleuropa, Alexander Otto. „Das Projekt hat absolute Priorität. Wir haben acht Jahre an ihm gearbeitet und sind davon absolut überzeugt und stehen voll dahinter. Es steht weiter an der Spitze unserer Developmentprojekte.“ Die 42.000 Quadratmeter Verkaufsfläche werden 140 Geschäfte umfassen, das Einzugsgebiet umfasst potenziell 700.000 Konsumenten und reicht, nur fünfzehn Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt, bis weit nach Mecklenburg-Vorpommern hinein. Fertigstellungstermin ist Ende 2010.

„ECE“ hat bereits insgesamt fünf Shoppingzentren in Polen realisiert, wird aber nach Abschluss des Projektes in Szczezin den Markt und das weitere Entwicklungspotenzial vorerst nur beobachten: Es sei nicht der richtige Zeitpunkt für große Ankündigungen, erklärte Otto. Allein der „Nowe Miasto“-Komplex in Krakau werde jetzt noch um ein Wohnbauprojekt erweitert, eine Bürogebäudezentrum rund um die „Galeria Krakowska“ sei ebenfalls im Gespräch.

Preisgekröntes Projekt mit Vorbildwirkung
Gleichzeitig wurde ein Projekt der deutschen „ECE“, die „Galeria Baltycka“ im Städtedreieck Gdánsk, Sopot und Gdynia für den Preis des besten Einkaufszentrums des „International Concil of Shopping Centers (ICSC)“ nominiert. Das Zentrum steht nun auf einer Shortlist von 18 von ursprünglich mehr als fünfzig Kandidaten für den Preis. Die „Galerie Baltyka“ ist die exklusivste und teuerste Mall im Einzugsgebiet der polnischen Hafenstadt Danzig.

Seit ihrer Eröffnung im Oktober haben bereits mehr als zehn Millionen Besucher die „baltische Galerie“ mit mehr als 110.000 Quadratmeter Verkaufsfläche und 200 Geschäften aufgesucht. Das Projekt im Management der ECE kostete mehr als 140 Millionen Euro. Der Preis der ICSC wird für außergewöhnliche Leistungen im Bereich der Qualität, innovative Architektur und Geschäftserfolg zuerkannt, 2008 hatte den Preis die „Galeria Krakowska“ – ebenfalls ein Development der ECE – erhalten. Die „Galeria Krakowska“ setze neue architektonische Standards in Polen, begründete der ICSC die Auszeichnung des Krakauer Projekts. Die Einkaufsgalerie besteht aus zwei überdachten Passagen und drei Marktplätzen, die für die Stadt charakteristische Motive darstellen.

ECE © ECE

Galeria Krakowska Innenansicht

ECE © ECE

Galeria Kaskada

ECE © ECE

Galeria Baltycka

ECE © ECE

Galeria Baltycka Innenansicht


Autor:

Datum: 13.08.2009

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Immobilienprojekte

Der deutsche Immobilienentwickler Vestwerk macht Nägel mit Köpfen: In der Mariahilferstraße 110 erfolgte dieser Tage der Spatenstich für das gemischt genutzte Projekt „Kronenhaus“. Bis Mitte 2019 entstehen in der zentralen Shoppingmeile 34 Serviced Apartments. Zusätzlich werden auf insgesamt drei Stockwerken rund 2.100 Quadratmeter Retailfläche für einen Großmieter realisiert. Wertvolles Gut: Sehr viel Grün in Citylage.

Niederösterreichs Landeshaupstadt wächst, Wohnraum ist mittlerweile Mangelware. Jetzt entwickelt im St. Pöltner Entwicklungsgebiet „Gesundheitsbezirk“ die in Wien beheimatete Corag das Wohnbauprojekt „Quartier Zentral“. Mit an Bord: Die Semper Constantia Immo Invest GmbH, die für die VBV – Vorsorgekasse in eine hochwertige Wohnanlage mit viel Grün- und Spielfläche investiert, und die Erste Immobilien KAG, die bei einem Wohnprojekt mittlerer Preisklasse dabei ist.

Zwei neue Türme für die Grachtenmetropole: Züblin zeichnet für zwei neue Hochhaustürme am nördliche Ufer des Flusses IJ im Amsterdamer Stadtteil Overhoeks verantwortlich. Errichtet werden beim Projekt „Congreshotel & Residential Tower Overhoeks“ ein 110 Meter hoher Hotelturm mit 579 Zimmern sowie ein 101 m hoher Wohnturm mit rund 230 Apartments. Noch im Mai werden die Arbeiten aufgenommen, heißt es in einer Aussendung der Strabag SE. Die Fertigstellung ist für 2020 geplant.

Beim neuen Cityhotspot rund um den Nordbahnhof realisiert Signa mit dem Austria Campus auf rund 300.000 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche einen durchmischten Businessstandort. Für das neue Quartier – als Stadt in der Stadt konzipiert –, das im nächsten Jahr fertiggestellt werden soll, meldet das Immobilienunternehmen jetzt drei sehr unterschiedliche Mieter: Das Budget Designhotel Roomz, einen Sonneninsel Kindergarten sowie den Lebensmitteldiscounter Hofer.

Eine breite Zone außerhalb des Wiener Gürtels – zwischen Wienfluss und Währing – wird als Wohngebiet immer beliebter. Das ruft auch immer mehr Immobilienentwickler auf den Plan. Auch die Rustler Gruppe ist verstärkt vor Ort. Wie das Unternehmen nun bekannt gab, wird ab 2018 in Wien 15 und Wien 16 noch mehr neuer Wohnraum geschaffen.

Die oberösterreichische Consulting Company meldet starkes Käuferinteresse beim Wiener Projekt Arndtstraße. Kurz vor Baubeginn seien bereits 95 Prozent der Wohnungen verkauft, aktuell wären nur mehr zwei der 38 Einheiten im Erweiterungsteil des „wohn:park:zwölf" verfügbar.

Dachgleiche in der Donaustädter Trondheimgasse: Die Strabag Real Estate, Bezirkspolitik und sowie das planenden Architekturbüro einszueins gaben sich im Wiener Norden ein Stelldichein. Fertiggestellt soll das neue Quartier im kommenden Herbst sein.

Im kommenden Herbst sollen die ersten Mieter einziehen – erst kürzlich wurde beim Projekt „Square plus", das von der Strabag Real Estate (SRE) in der Wiener Muthgasse entwickelt wird, die Dachgleiche gefeiert: Mit dabei waren Vertreter des Bezirks Döbling, das planende Architekturbüro HNP architects sowie die Generalunternehmerinnen Strabag und Porr.

Die Zinshaussanier von wohninvest haben im Döblinger Kahlenbergerdorf die Renovierung zweier historischer Objekte, die zumindest auf das frühe 17. Jahrhundert zurückgehen, abgeschlossen. Das im Rahmen eines Bauherrenmodells sanierte Ensemble wurde zu Beginn der Woche an die privaten Investoren übergeben.