Demeter: Biodynamisch pflanzen

Gärtnern ohne den Einsatz von Pestiziden, Herbiziden oder nicht biologischem Dünger - so würden die meisten von uns den ökologischen Landbau beschreiben. Einen Schritt weiter geht Demeter. Doch was ist das genau?

Gemüse und Obst aus eigener Zucht, und wenn dies nicht möglich ist, zumindest aus rein biologischer, regionaler Landwirtschaft. Frisch zubereitete Mahlzeiten und gesunde Smoothies und Säfte zwischendurch - gesunde Ernährung wird uns immer wichtiger.

Was ist Demeter?

Demeter ist eine Marke, die zur Ideologie wurde, und steht für landwirtschaftliche Produkte aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft, die nach anthroposophischen Grundsätzen betrieben wird. Die Idee dahinter wurde bereits in den frühen 1920er Jahren von Rudolf Steiner entwickelt, hat seither ihren leicht esoterischen und okkulten Beigeschmack aber nicht abgelegt.

Landwirte, die nach Demeter-Richtlinien Lebensmittel herstellen, gehen aber noch einen Schritt weiter. Ihre Grundlage ist die so genannte Anthroposophie, die den jeweiligen Landwirtschaftsbetrieb als einen individuellen Organismus mit ganz spezieller Charakteristik sieht. Für den Demeter-Landwirt bedeutet dies, naturgegebenes Land so zu bewirtschaften, dass gesunde Lebensmittel erzeugt werden, die Landschaft zu pflegen und mit ihr und den Tieren in Harmonie zu leben.

Auf einem Demeter- Hof sollen möglichst viele Tier- und Pflanzenarten beheimatet sein, die Haltung von Kühen und/oder Pferden ist praktisch unumgänglich, weil ausschließlich mit ihrem Mist gedüngt werden darf. Die Haltung der Tiere muss nicht nur artgerecht erfolgen, sie müssen sich dort richtig wohl fühlen können, quasi auch ihre Streicheleinheiten bekommen. Auf einem nach Demeter-Richtlinien geführten Hof, dürfen Tiere auch nicht enthornt oder kupiert, auch Schnäbel dürfen nicht gekürzt werden. Kastrationen von Schafen, Ziegen, Kälbern und Schweinen ist nur in Ausnahmefällen gestattet, wenn es die Tiergesundheit verbessert und muss im passenden Alter und von kompetenten Personen durchgeführt werden.

Ganz wichtig: Typisch sein dürfen

Die Pflänzchen sollen auch „typisch” bleiben und nicht mit anderen Arten gekreuzt werden, nur um den Ertrag zu erhöhen. Demeter-Bauern halten nichts von Gen-Technik, verzichten aber keinesfalls darauf, die Böden zu verbessern bzw. zu düngen. Stallmist, Gülle und Jauche stehen ebenso zur Verfügung wie Hornmist und werden durch ganz bestimmte selbst hergestellte pflanzliche Präparate ergänzt, beispielsweise durch feinstofflich wirkende Schafgarben-, Kamillen-, Brennnessel- oder Löwenzahn-Sudansätze, die ähnlich der Homöopathie wirken. Schädlinge werden mit Nützlingen bekämpft oder aber durch Schachtelhalmessenz oder Aschepräparate.


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Datum: 24.05.2016

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