Alte Holzböden wie neu

Durchgetretene Dielen, zerkratztes Parkett, ausgeblichene Oberflächen. Es gibt durchaus Möglichkeiten, Ihrem Holzboden wieder zur alten Schönheit oder einem ganz neuen Gesicht zu verhelfen. Wir sagen Ihnen, wie es geht.

Landhausdielen und hochwertiges Naturholzparkett sind gefragt wie nie. Da ein guter Holzboden jahrzehntelang hält, kommt es mit der Zeit schonmal zu Gebrauchsspuren, Schadstellen und Verfärbungen. Diese lassen sich jedoch relativ einfach beheben.

Die Basis prüfen

Bevor Sie sich an die Renovierung Ihres Holzbodens machen, sollten Sie sich einen guten Einblick in die bestehende Substanz verschaffen. Dazu empfiehlt es sich, an einer unauffälligen Stelle, z. B. am Rand des Parketts, eine kleine Probe zu entnehmen. Auf diese Weise stellen Sie fest, wie dick die obere Holzschicht ist. Diese Prozedur erübrigt sich bei alten Dielen, die in der Regel massiv sind. Beim Parkett ist eine obere Schicht von 2,5 bis 6 Millimeter Standard. Da beim Abschleifen nur knapp ein Millimeter abgetragen wird, kann dieser Vorgang beim Qualitätsparkett über den Zeitraum von Jahrzehnten mehrfach ausgeführt werden. Ein altes Parkett entwickelt übrigens mit der Zeit eine attraktive Patina, an die die Optik neuerer Holzböden nur selten herankommt.

Lackierte Holzböden sanieren...

Ist Ihr Boden mit einem Lack überzogen, lassen sich Verfärbungen unter Umständen überlackieren, in der Regel erreichen Sie aber mit der Neubeschichtung des abgeschliffenen Parketts ein weitaus besseres Ergebnis. Zum gleichmäßigen Abschleifen von Parkettböden können im Fachhandel Schleifmaschinen ausgeliehen werden. Es braucht allerdings schon relativ viel Geschick dabei und sollte zunächst an einer unauffälligen Stelle geübt werden.

In der Regel reicht es, wenn pro Schleifvorgang circa 0,7 Millimeter entfernt werden. Bei ausgetretenen Massivholzdielen müssen Sie allerdings so lange abschleifen, bis die Fläche wieder eben ist.

... und versiegeln

Ob zur abschließenden Versiegelung Lack, Wachs oder Öl verwendet wird, ist letztendlich Geschmacksache. Während die Oberfläche mit Lack glatt und glänzend wird, überzeugen öl- und wachsbeschichtete Holzböden durch ihren matten Schimmer. Die raumphysikalisch positive Wirkung eines Holzbodens kommt allerdings nur bei Öl oder Wachs vollends zur Wirkung: Die Poren der Holzoberfläche bleiben offen und regulieren somit die Raumluftfeuchtigkeit auf natürliche Weise. Dies kann ein mit Lack versiegelter Holzboden natürlich nicht leisten, hier überwiegt eher der Vorteil der höheren Belastbarkeit. Es kommt hier nicht so leicht zu Möbelabdrucken, Abrieb, Kratzspuren oder Feuchtigkeitsschäden. In der Regel benötigt ein lackierter Holzboden auch erst nach 15 Jahren eine neue Beschichtung, dabei empfehlen sich dann der Gesundheit zuliebe lösemittelarme Wasserlacke.


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Datum: 09.10.2015

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