Styropor adé? Holzschaum als nachhaltige Dämmung

Dämmen ist ein Muss, das steht fest. Doch die Art wie und zu welchen Kosten entzweit die Gemüter. Jetzt wurde ein neuer Baustoff erfunden, der aufhorchen lässt: Holzschaum!

Es gibt viele Möglichkeiten, sein Haus zu dämmen, welche davon die effektivste ist (und was als „effektiv“ gilt), liegt meist im Ermessen der BetrachterInnen. Grundsätzlich stehen sich zwei Lager mehr oder minder gegnerisch gegenüber: diejenigen, die sich für einen ökologischen und daher meist teureren Dämmstoff entscheiden – und jene, denen der Kosten-Nutzen-Faktor am Wichtigsten ist und für die daher auch eine Dämmung auf chemischer Basis in Frage kommt. Jetzt bekommen die Freunde der umweltfreundlichen Nachhaltigkeit einen Trumpf mehr in den Ärmel: Holzschaum.

Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau © Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

Holz, Wasser, Gas

Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Holzforschung im Deutschen Braunschweig entwickelte ein Verfahren, in dem aus Holzresten ein formstabiler Dämmschaum produziert wurde. Bisher führten alle Versuche in diese Richtung zu brüchigen Ergebnissen, die für eine weitere Verarbeitung ungeeignet waren. Der jetzige Schaum jedoch ist so konstruiert, dass er seine Festigkeit und Elastizität komplett aus den holzeigenen Bindungskräften erhält und somit keine zusätzlichen oder gar synthetischen Klebstoffe notwendig sind. Feine Holzfasern mit Wasser vermischt und anschließend mit einem speziellen Gas aufgeschäumt – fertig.

Standards werden alle erfüllt

Die Schaumprodukte wurden freilich bereits nach geltenden Dämmstoff-Normen untersucht. Alle Ergebnisse waren durchweg erfolgsversprechend. Die Druckfestigkeiten bei einer zehnprozentigen Stauchung betragen, je nach Dichte, 20 kPa bis 190 kPa und die Wärmeleitfähigkeit spielt in einer Liga mit den Werten von Polystyrol und Holzfaserdämmplatten. Auch beim Brandverhalten passen die Ergebnisse und ähneln dem Resultat eines Naturfaserdämmstoffs. Zu kaufen gibt es die Holzschaumplatten allerdings noch nicht. Erst muss sich ein Interessent aus der Industrie finden. Doch angesichts der eindrucksvollen Eigenschaften sollte dies wohl zeitnah passieren.

Nicht nur zum Dämmen gut

Ein weiterer Vorteil des Baustoffs ist seine erweiterte Nutzungsfähigkeit. Als „ökologisches Styropor“ lässt sich der Holzschaum auch gut in der Verpackungsindustrie einsetzen. Aber auch als Kernschicht bei Sandwichplatten lässt sich der Stoff hervorragend nutzen und könnte so gut im Möbelbau, für Wandelemente oder beim Messebau zum Einsatz kommen. Entsorgt werden können Reste oder Abfälle übrigens ganz einfach übers Altpapier.

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Datum: 07.08.2017

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