Der erste Schritt einer Überlegung in Richtung einer Sanierung, Adaptierung bzw. eines Umbaus ist immer die Bestandserhebung als Basis für alle künftigen Entscheidungen. Nutzen Sie alle Informationsquellen, beschaffen Sie alle Unterlagen, Aufzeichnungen, Pläne und sonstige „Papiere“ (auch z.B. alte Rechnungen, Briefe der Mizzi-Tante aus dem Jahr 1932 über das schöne neue Haus u.s.w.)
Alte Baubeschreibungen (Materialangaben, bauphysikalische Berechnungen) lassen Rückschlüsse auf die Bausubstanz zu, sind aber keine Garantie für das verwendete Material bzw. die hergestellten Konstruktionen.
Mögliche Informationsquellen können z.B. auch sein:
- Von dem vorhandenen Gebäude muss es in der Regel bei der Baubehörde einen behördlichen Bauakt geben. In diesem Akt sind sämtliche Bauanträge und Baubewilligungen beginnend mit der Baugenehmigung bis zur Genehmigung der letzten baulichen Veränderung gesammelt. Bei älteren Häusern (Errichtet vor dem 2. Weltkrieg bzw. unmittelbar in der Nachkriegszeit) können unter Umständen keine Unterlagen vorhanden sein. Bei solchen Gebäuden muss im Zuge eines Bauantrages ein Antrag um nachträgliche Bewilligung gestellt werden.
- Die Geschichte des Gebäudes ist im Bauakt festgehalten und ergibt sich aus den Genehmigungsdaten der einzelnen Baubewilligungen, wobei bei der planlichen Darstellung immer davon ausgegangen wird, dass das, was im vorhergehenden Antrag bewilligt worden ist, grundsätzlich im darauffolgenden Antrag als Bestand (grau dargestellt) angenommen ist.
- Informationen von z.B. Vorbesitzern, Mietern, Nachbarn, Anrainern etc.
Ebenfalls sinnvoll ist auch wenn folgende Unterlagen vorliegen sollten
- die örtliche Vermessung des Bestandes und Ausarbeitung von genauen Bestandsplänen (auch als Grundlage für die aktuelle Planung), die alten Unterlagen sind meist nicht ausreichend genau bzw. teilweise überholt
- Untersuchung des Bestandes (Bausubstanz, Materialien) durch z.B. freilegen, ausgraben, bohren, Löcher etc., besonders von tragenden Konstruktionen
- Untersuchung der Haus-Technik-Anlagen samt allen zugehörigen Teilen, jeweils ab den Anschlüssen, in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Sonderfachleuten bzw. Fachfirmen