Finnland verharrt

Spitzenmieten und Leerstandsquoten variieren auf dem Büromarkt von Helsinki je nach Mikrostandort stark. Das Transaktionsvolumen auf dem finnischen Investmentmarkt lag im Vorjahr auf ähnlich niedrigem Niveau wie im Rezessionsjahr 2009.

Das Jahr 2011 war erneut durch eine kräftige Konjunkturerholung geprägt. Die Wirtschaftsleistung legte nach 3,1 Prozent im Jahr 2010 im vergangenen Jahr nochmals um 2,6 Prozent zu. Die starke Exportabhängigkeit in Verbindung mit schwachen Aussichten für die Weltwirtschaft in 2012 lassen für Finnland jedoch eine deutliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums erwarten. Daher wird sich die positive Beschäftigungsentwicklung des letzten Jahres nicht fortsetzen. Vielmehr rechnet die OECD mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozent auf 8,0 Prozent. Die Inflationsrate stieg im abgelaufenen Jahr auf 3,3 Prozent an. Die Preissteigerungsrate wird 2012 aufgrund des schwachen Euros und somit anziehender Importpreise auf relativ hohem Niveau verharren.

Mietmarkt Helsinki: Leerstand sinkt

Die rasche Konjunkturerholung hat im letzten Jahr in Verbindung mit einer historisch geringen Neuflächenproduktion trotz verhaltener Flächenumsätze zu einem neuerlichen, deutlichen Rückgang der Leerstandsquote von 12,2 Prozent auf 10,6 Prozent geführt. Für das Jahr 2012 wird indes ein leichter Wiederanstieg der Leerstandsquote prognostiziert, der auf eine starke Zunahme der Fertigstellungen bei gleichzeitig stagnierender Flächennachfrage zurückzuführen ist. Spitzenmieten und Leerstandsquoten variieren auf dem Büromarkt von Helsinki je nach Mikrostandort stark. Die niedrigste Leerstandsquote weist die Innenstadt von Helsinki mit rund 5,5 Prozent auf. Die Spitzenmiete ist hier vor diesem Hintergrund im letzten Jahr deutlich auf 354 Euro/m2 p.a. angestiegen. Das zentrale Geschäftsviertel wird zwar auch zukünftig – nicht zuletzt wegen des begrenzten Büroflächenangebotes – den bedeutsamsten Teilmarkt Helsinkis darstellen, es erhält jedoch Konkurrenz durch das neue, gegenwärtig im Bau befindliche Geschäftsviertel Töölönlahti. Einige Innenstadt-Mieter haben sich bereits für eine Standortverlagerung in das neue Geschäftsviertel entschieden. Nach Einschätzung des Maklers Catella werden rund 40.000 m2 Bürofläche im CBD freigesetzt. Angesichts der schwächeren Wirtschaftslage könnten die Mieten insbesondere in den Teilmärkten außerhalb der Spitzenlagen im laufenden Jahr unter Abwärtsdruck geraten.


Transaktionsvolumen weiter auf niedrigem Niveau

Das Transaktionsvolumen lag auf dem finnischen Investmentmarkt im letzten Jahr mit 1,8 Milliarden Euro auf ähnlich niedrigem Niveau wie im Rezessionsjahr 2009. Davon bezogen sich rund 500 Millionen Euro auf Büroinvestments. Auch im ersten Quartal 2012 fiel das Investmentvolumen mit einer halben Milliarde Euro bescheiden aus. Aktive Käufer waren in den letzten Quartalen vor allem deutsche Fonds sowie einheimische Institutionen. Die Spitzenanfangsrendite, die zu Jahresbeginn 2011 noch um zehn Basispunkte gefallen war, verharrt seit April 2011 bei 5,5 Prozent.

(Quelle: IVG-Marktreport "Europäische Büroimmobilienmärkte 2012")

IVG Research © IVG Research

Konjunkturdaten

IVG Research © IVG Research

Büromarkt Helsinki

IVG Research © IVG Research

Investitionsmarkt Finnland


Autor:

Datum: 17.07.2012

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Die Magan Holding, laut eigenen Angaben als „Family Office für die Immobilienwirtschaft“ in Wien und Berlin verortet, expandiert nach Sachsen. Diesen Herbst wurde ein neues Büro in Leipzig aufgesperrt. Holding-Chef Alxander Neuhuber reagiert damit auf die „enorme Dynamik des Immobilienmarkts in den ostdeutschen Städten“, wie es dazu in einer Aussendung heißt. Den neuen Standort hat mit Doris Uehlein eine langjährige Holding-Mitarbeiterin übernommen.

Neue Bausystemlösungen für mehrstöckige Häuser aus Holz: Die Österreich-Offensive wurde letzte Woche vor Fachpublikum im Wiener Architekturzentrum gestartet. Das Unternehmen will die hiesige Bauwirtschaft damit weiter auf den Holzweg führen – und zwar im positiven Sinn.

Was sich Häuslbauer wünschen? Eine Studie im Auftrag der DFH Deutsche Fertighaus Holding AG klärt auf. Wenig überrascht über die auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit fußenden Ergebnisse zeigen sich hierzulande die Spezialisten von Vario-Haus. Ihr Branchenbefund: Die Resultate stünden mit ihren Marktbeobachtungen im Einklang. Die eigene Produkt-Range und -Entwicklung sei längst darauf abgestimmt und damit auf Kundenlinie.

In Sachen Küchenoberflächen ist man zwischen Boden- und Neusiedlersee noch immer äußerst konservativ. Laminat dominiert, innovative Produktlinien und hochwertige Materialien setzten sich nur langsam durch, sagt Oliver Reitter, General Manager von Cosentino Austria. Wie er der heimischen Klientel Innovationen schmackhaft machen will, verriet er im wohnnet Business-Talk.

Die Positivmeldungen zum Wiener Büromarkt reißen nicht ab. Auch laut aktuellem und neu standardisiertem Büro- und Investmentmarktbericht der Otto Immobilien Gruppe weist die Trendkurve für 2016 dank deutlich gestiegener Vermietungsleistung eindeutig nach oben.

Europas Fertighausmarkt zeigt für das Jahr 2015 ein sehr uneinheitliches Bild. Wie eine Interconnection Consulting-Studie herausgefunden hat, gibt es positive Kaufrückmeldungen vor allem aus den westlichen Ländern. Osteuropa hinkt tendenziell weiter hinterher. Auch für Österreich wird ein Minus ausgewiesen.

Damit der Traum vom Eigenheim nicht platzt, müssen Herr und Frau Österreicher den Gürtel immer enger schnallen: Welche Sparmaßnahmen genau ergriffen werden und mit welchen Belastungen künftige Immobilienbesitzer zu kämpfen haben, zeigt eine Untersuchung der ING-DiBa Austria.

Beschleunigter Büro-Boom: Einem EHL-Bericht zufolge hat sich die Vermietungsleistung im Q3 verdoppelt – Tendenz weiter steigend. Von Jänner bis September wurden bereits 220.000 Quadratmeter Fläche umgesetzt, ein Plus von 41 Prozent.

Die Immofinanz expandiert mit ihrer Shopping Center-Marke Vivo!. Das nächste Einkaufszentrum wird in der polnischen Stadt Krosno entwickelt, wie das Unternehmen heute meldet. Der Baustart soll in Kürze erfolgen. Zur Eröffnung wird den Retailern eine Fläche von 21.000 Quadratmetern zur Verfügung stehen, geplant sind 60 Shops. In Summe fließen 34 Millionen Euro in das neue Objekt. – Bis dato ist man am Polen-Markt mit zwei Standorten vertreten.