Hightech-Beton: Leuchtend und mit Carbon

Gehört Carbonbeton und Lichtbeton die Zukunft? Beide sind leichter und damit transportfähiger, des weiteren sollen sie energieeffizienter sein als klassischer Beton. Lichtbeton ist zudem auch hübsch anzusehen.

Leicht und damit transportfähiger, robust und vielseitig ist Textilbeton beziehungsweise Carbonbeton. Und Lichtbeton, also lichtleitender oder transluzenter Beton wiederum wird durch die Einbringung lichtleitender Fasern durchscheinend und so zum Design-Element. Beides sind innovative Techniken und zeigen, dass man um Beton wohl noch länger nicht herum kommt.

Größtes deutsches Bauforschungsprojekt

Dabei möchte Deutschland Leitanbieter für innovative Anwendungen im Bereich Beton werden. Carbon Concrete Composite (C³) ist das größte deutsche Bauforschungsprojekt, vorangetrieben wird es vor allem von der Technischen Universität Dresden.

Starre Normen, baurechtliche Auflagen etc. erschweren im Bauwesen häufig die Einführung innovativer Produkte. Das Forschungsprogramm in Deutschland möchte vielversprechende Ideen aus Forschung und Industrie schneller umsetzen helfen und beitragen, das unternehmerische Risiko zu senken.

Verein für Carbonbeton

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im C³-Projekt wird über den Anfang 2014 gegründeten Verein C³ – Carbon Concrete Composite e.V. unterstützt. Derzeit sind mehr als 140 Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden und Vereinen darin eingebunden. Deren Arbeit kennt vor allem drei Ziele: die Senkung des Energie- und Ressourcenverbrauchs, die Gewährleistung von Mobilität im Bereich der Infrastruktur und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Das C³-Projekt berücksichtigt die gesamte Wertschöpfungskette: Maschinenbau, Beschichtungssystem, Carbonveredlung, Fertigteil-und Bauunternehmen etc. – von den Grundmaterialien bis zum fertigen Bauwerk.

Erste C³-Konferenz

Vor einigen Wochen wurde in der sächsischen Hauptstadt zur ersten C³-Konferenz geladen. Zwei Tage lang präsentierten Carbonbetonforscher aus ganz Deutschland die Ergebnisse des Bauforschungsprojektes. Mehr als 150 Teilnehmer lauschten den Fachvorträgen.

Bis 2020 soll es gelingen, die Schlüsselanwendungen von Carbonbeton auf dem Markt erfolgreich zu platzieren. Der Bund fördert das Projekt C³ mit bis zu 45 Millionen Euro.

Lichtbeton: Vielseitig ...

Auch Lichtbeton ist leichter als herkömmlicher Beton, und energieeffizienter. Die Anwendungsideen für Lichtbeton sind zahllos, schwärmen Architekten. Ob als Raumteiler, Treppenstufen für hochwertige Inneneinrichtung oder exklusive Einbauten für Wellnessbereiche, sogar Möbel lassen sich daraus produzieren.

... und nicht nur was für's Auge

Wand- und Dachelemente aus Lichtbeton sollen auch eine sehr gute Wärmedämmfähigkeit besitzen, was an den Poren im Beton liegt, die die Luft einschließen – so wird Wärme gespeichert. Er kann zudem wasserdicht und frostbeständig gemacht werden.

Einer der österreichischen Hersteller ist die Lustenauer Luccon Lichtbeton GmbH. Für die Ausführungen gab es bereits mehrfach Auszeichnungen: den Österreichischen Staatspreis, den Innovationspreis Vorarlberg sowie den reddot design award winner 2010.


AutorIn:

Datum: 18.08.2016

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Die Umsatzeinbrüche der Jahre 2012 bis 2015 in der Fertighausbranche gehören der Vergangenheit an: 2016 nahm die mittlerweile stark konzentrierte Branche Fahrt auf. Und mit plus sieben Prozent recht deutlich. Die Zahl der verkauften Häuser stieg um 4,6 Prozent, wie Interconnection Consulting in einer aktuellen Studie aufzeigt. 2017 soll den Autoren zufolge ähnlich gut performen. Realistisch sei ein Umsatzwachstum von 6,4 Prozent. Mit ein Grund? Die Häuslbauer werden bequemer; schlüsselfertige Lösungen boomen. Zudem seien der Aufschwung in der Bauwirtschaft und steigende Preise hilfreich.

Wien wächst rasant weiter, im letzten Jahr zogen rund 28.000 Menschen in die Bundeshauptstadt. Damit steigt die Misere auf den Wohnungsmarkt, wie auch der erste Wiener Wohnungsmarktbericht für das Jahr 2017, der heute von der Buwog und EHL im Architekturzentrum Wien präsentiert wurde, belegt. Fazit: der Nachfrageüberhang wird nicht gedeckt. Das hat steigende Mieten und Kaufpreise zu Folge.

Fachmarktzentren, dominierende Großketten, die in die Malls drängen – die Innenstädte haben zunehmend mit dem Geschäftssterben zu kämpfen. In Wien steuert die Wirtschaftskammer mit einem Leerflächenmanagement in enger Kooperation mit der Immobilienwirtschaft gegen – und meldet damit für 2016 positive Ergebnisse. Die Leerstandsquote sank dank Gastronomie und Kleinhandel im Vergleich zu 2015 um 16 Prozent.

Plus bei Umsatz und Gewinn, neue Standorte realisiert und weitere in der Pipeline – auch in Österreich: Die Budget Design Hotelgruppe Motel One präsentierte dieser Tage ihre Bilanz zum Geschäftsjahr 2016 und gab ihre nächsten Expansionsziele bekannt.

Die Immofinanz ließ 2016 am rumänischen Büromarkt die Muskeln spielen: In der Hauptstadt Bukarest wurden circa 80.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet. Das sind laut Unternehmensangaben mehr als 40 Prozent des gesamten Büro-Bestandsportfolios im Kernmarkt.

Die Rekordjagd am heimischen Immobilienmarkt ist auch im Jahr 2016 weitergegangen. Wie das Maklernetzwerk Re/Max meldet, wurden im abgelaufenen Jahr landesweit 121.436 Immobilienverkäufe im Wert von 26,87 Mrd. Euro im Amtlichen Grundbuch vermerkt. Ein Steigerungsrate von satten 8,3 Prozent im Vergleich zu 2015.

Die UBM macht weiter Tempo. Nach dem Pilot Tower in Krakau trennt sich der Immobilienentwickler im Zuge seines strategischen Verkaufsprogramms „Fast Track 2017“ gemeinsam mit seinem Joint Venture-Partner Warimpex für insgesamt 34 Millionen Euro von zwei Hotels in Katowice (PL) und Pilsen (CZ). In Österreich geht das Magna Logistik- und Betriebszentrum in Graz für 17 Millionen Euro an Palmira Capital Partners.

Die Re/Max Commercial Group geht unter die City Consulter. Ziel sei es, den Entscheidungsträgern abseits der Ballungszentren neue Ansätze zur Attraktivitätssteigerung der Innenstädte zu bieten, heißt es dazu aus dem Unternehmen. Ansprechen will man sowohl öffentlichen Entscheidungsträger als auch Wirtschaftstreibende. Bedarf gibt es jedenfalls: Die Verkaufsfläche reduziert sich kontinuierlich, der Handel ist und bleibt im Wandel.

Ein Bild mit ersten Schönheitsfehlern: Der soeben erschienene Konjunkturbarometer des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) zeichnet zwar ein grundsätzliches Hoch. Im Halbjahresvergleich orten die Autoren in einzelnen Produktgruppen aber eine "problematische Tendenz". Laut VÖB würden hier einige auslaufende Großprojekte hineinspielen. Ein weiterer Grund zur Sorge: Neben dem Tiefbau mangle es vor allem im Bereich Gewerbe- und Industriebau an der notwendigen Investitionsbereitschaft.