Hohe Umsatzdynamik in Schweden

Die Spitzenmieten sind aufgrund der Büroflächenverknappung sowohl in der Innenstadt Stockholms als auch in dezentralen Lagen wie Solna und Sundbyberg leicht gestiegen. Trotz schwächerer Konjunktur zeichnet sich kein Einbruch der Nachfrage ab.

Die schwedische Wachstumsdynamik hat nach dem extremen Boomjahr 2010, als die Wirtschaftsleistung um 5,5 Prozent angestiegen war, in den letzten Quartalen spürbar an Tempo verloren, nicht zuletzt unter dem Einfluss der Staatsschuldenkrise in der Eurozone. Für dieses Jahr wird nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent erwartet nach 3,9 Prozent im Jahr 2011. Der Boom am Arbeitsmarkt, der sich letztes Jahr in einem Anstieg der Beschäftigung um über ein Prozent ausdrückte, wird daher ein Ende finden. Die Arbeitslosenquote wird dieses Jahr mangels signifikanter Beschäftigungszuwächse weitgehend bei 7,5 Prozent verharren.


Stockholm: Leerstandsquote etwa bei zehn Prozent
Die gute Konjunktur schlug sich letztes Jahr in einer deutlichen Steigerung der Anmietungsaktivitäten gegenüber 2010 um ein Drittel auf 440.000 m2 nieder. Dabei wurden die Flächenumsätze aufgrund des eingeschränkten Angebotes weniger im Stadtzentrum und dafür vermehrt in anderen Teilmärkten generiert. Die hohe Umsatzdynamik hielt im ersten Quartal 2012 mit 100.000 m2 an, wobei das schwedische Finanzamt die größte Anmietung über 27.000 m2 Fläche in Solna realisierte.


Die gesteigerte Flächennachfrage ließ die Leerstandsquote seit Ende 2010 von 11,2 Prozent auf 10,3 Prozent sinken. Knapp sind Büroflächen insbesondere im zentralen Geschäftsviertel mit einem Leerstandsanteil von rund drei Prozent, während peripher gelegene Standorte Leerstandsquoten von bis zu 15 Prozent aufweisen. Die Spitzenmieten sind letztes Jahr aufgrund der Flächenverknappung sowohl in der Innenstadt als auch in dezentralen Lagen wie Solna und Sundbyberg leicht gestiegen. So legte die Spitzenmiete im Frühjahr 2011 um 2,5 Prozent auf 4.300 SEK/m2 zu, um sich danach stabil auf diesem Niveau zu halten. Da sich bislang trotz schwächerer Konjunktur kein Einbruch der Nachfrage abzeichnet und lediglich mit einem moderaten Leerstandsanstieg gerechnet wird, stehen die Aussichten bislang gut, dass sich die Spitzenmiete in diesem Jahr stabil hält und im Falle einer Konjunkturerholung dann ab dem Jahr 2013 wieder anzieht.

Die Büromärkte in Göteborg und Malmö verzeichneten in 2011 einen Rückgang der Leerstandsquoten auf 7,3 Prozent bzw. 6,3 Prozent, während sich die Spitzenmieten weitgehend stabil entwickelten.

Transaktionsvolumen weiter auf hohem Niveau
Die Investmentaktivitäten haben sich in Schweden in den letzten Quartalen rege entwickelt: Das Transaktionsvolumen erreichte 2011 mit rund 105 Milliarden SEK das Vorjahresniveau, wobei sich davon mehr als ein Drittel auf Büroobjekte bezog. Inländische Käufer waren dabei mit einem Anteil von 65 Prozent die wichtigsten Akteure am Markt. Im ersten Quartal 2012 wurden bereits Gewerbeimmobilien im Wert von 25 Milliarden SEK umgesetzt. Die Spitzenanfangsrendite hält sich in Stockholm nach einem Rückgang um 25 Basispunkte seit dem Frühjahr 2011 stabil bei 4,75 Prozent. Göteborg und Malmö weisen Prime Yields von 5,0 Prozent bzw. 5,5 Prozent auf.

(Quelle: IVG-Marktreport "Europäische Büroimmobilienmärkte 2012")

IVG Research © IVG Research

Konjunkturdaten

IVG Research © IVG Research

Büromarkt Stockholm

IVG Research © IVG Research

Investitionsmarkt Schweden


Autor:

Datum: 18.07.2012

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Laut den jüngsten Zahlen eines österreichischen Branchenmagazins hielt Re/Max 2016 den Spitzenplatz unter den Immobilien-Franchisern: Aktuell wird dort für das abgelaufene Jahr 2016 ein Umsatz von 44,2 Millionen Euro ausgewiesen. Platz eins gab es für das Netzwerk auch in drei weiteren Kategorien. Und auch 2017 ist laut Maklernetzwerk gut angelaufen.

Österreichs größtes Maklernetzwerk mit seinen mittlerweile 60 Mitgliedsunternehmen begeht dieser Tage seinen zehnten Geburtstag. Der Präsident des Immobilienring IR Österreich, Georg Spiegelfeld, nahm das Jubiläum zum Anlass um zurückzuschauen und – „als neutrales Sprachrohr“ – heiße Eisen, wie etwa die heiklen Themen Maklerprovision und Mietrecht, anzusprechen.

Laut Re/Max ImmoSpiegel wurden 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent mehr Einfamilienhäuser verkauft und verbüchert. Das sind genau 88 Liegenschaften mehr als im Rekordjahr davor: Der Hype um das Häuschen im Grünen ging also in die Verlängerung. Im Vergleich zu 2012 sind die dafür eingesetzten Mittel gleich um ein knappes Drittel nach oben geschnellt.

CBRE meldete heute die ersten Quartalszahlen zum Wiener Büromarkt 2017: Demnach seien rund 36.000 Quadratmeter Fläche neu vermietet worden. Im Vergleich zum Q1 2016 ergibt das ein Minus von 43 Prozent. Doch der Markt soll den Experten zufolge wieder anziehen: Neue Büroflächen und der in die Wege geleitete Brexit könnten für Bewegung sorgen. Die Erwartungen sind jedenfalls hoch.

Es wird viel investiert. Der Motor der heimischen Immo-Branche brummt: Laut den ersten Quartalszahlen aus 2017, die EHL Immobilien in seinem Marktbericht publiziert hat, wurden Objekte mit einem Gesamtwert von rund 710 Millionen Euro gehandelt. Damit wird im Vergleich zu 2016 ein Plus von 45 Prozent ausgewiesen. Und ein Ende des Höhenflugs scheint nicht in Sicht.

Zinshäuser bleiben heiß begehrt. In Wien aber auch im Rest des Landes: Die Otto Immobilien-Gruppe publizierte diese Woche in ihrem Marktbericht aktuelle Wien-Zahlen. Der Zinshausspezialist Hudej hatte bereits zuvor seine Österreich-Bilanz 2016 veröffentlicht.

Der heimische Stadtmensch will eigentlich aufs Land – die Landbevölkerung von dort nicht weg. So der Tenor einer Market-Studie im Auftrag des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie, BAU!MASSIV!, die gestern präsentiert wurde. Der globale Trend, der die städtischen Verdichtungsräume als große „Wunschorte“ ausweise, würde sich den Autoren zufolge hierzulande nicht bestätigen.

Letzten Freitag ist die MIPIM, die größte internationale Gewerbeimmobilienmesse, im südfranzösischen Cannes zu Ende gegangen. Als bestimmende Themen der 2017er-Auflage haben sich die Bereiche Digitalisierung aber auch alternative Assetklassen herauskristallisiert. Die Stimmungslage unter den 23.000 Besuchern war, so einhelliger Tenor an der Côte d´Azur, angehoben: Auch beim auf Logistik spezialisierten Immobilienentwickler Go Asset Development, der das Thema Stadtlogistik ins Spiel bringt.

Eine hohe Transaktionsdichte bei steigenden Preisen meldet Re/Max Austria für das Jahr 2016 am Eigentumswohnungsmarkt: 47.846 Wohnungen seien laut dem heute publizierten Immo-Spiegel verbüchert worden. Dies entspricht im Vergleich zum Rekordjahr 2015 einem Plus von 4.102 Einheiten oder von 9,4 Prozent. Laut den jüngsten Zahlen haben die Preise im Wohnungseigentum um durchschnittlich 4,4 Prozent angezogen.