Leerstandsrate wird bis 2010 noch steigen

Die Krise wird auf Wiens Büromarkt heuer und 2010 für mehr Leerstände sorgen, sagt eine aktuelle Studie

Heuer und 2010 werden in Wien immer mehr Büroflächen leerstehen: Das geht aus dem aktuellen Marktbericht der internationalen Maklerfirma CB Richard Ellis hervor. Konkret erwarten die Immobilienexperten, dass die Leerstandrate, die Ende 2008 bei 4,3 Prozent lag, heuer zwar zuerst leicht sinkt, dann aber bis Ende 2010 kontinuierlich auf mindestens 4,6 Prozent ansteigen wird.

„Nur scheinbar positiv“
Hintergrund ist, dass wegen der Finanzmarktkrise und den damit zusammenhängenden erschwerten Bankenfinanzierungen weniger Projekte gebaut werden, was zuerst „scheinbar positive“ Auswirkungen habe und die Leerstände leicht ausgleiche. Danach würde sich allerdings die Krise auch deutlich auf das Nachfrageverhalten auswirken und zu verminderter, dass heißt, weniger Mietnachfrage führen, sagt CB Richard Ellis-Chef Andreas Ridder.

„Für die Mietpreise bedeute das ein Downgraden, zumindest die Spitzemieten werden sinken“, erwartet Ridder. Dabei sind die Spitzenmieten 2008 trotz Krise in Wien sogar gestiegen, diese Entwicklung werde sich umkehren, sagt Ridder.


Die Topmieten seien 2008 (gegenüber 2007) um sieben Prozent auf durchschnittlich 23,50 € pro Quadratmeter und Monat gestiegen. Weniger gut ausgestattete Wiener Objekte und solche in schlechten Lagen haben dagegen bereits 2008 bei Mieten einen Abschwung erlebt, ebenso wie die meisten Büromieten in den anderen europäischen Hauptstädten.

Insgesamt hat Wien zehn Millionen Quadratmeter Büroflächen, 2,7 Millionen davon wurden von 1999 bis 2008 gebaut. (Bericht: WirtschaftsBlatt)


Autor:

Datum: 12.08.2009

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Österreich glänzt auf der internationalen Investmentlandkarte. Laut den jüngsten Zahlen, die CBRE heute vor Journalisten präsentiert hat, wurden in den ersten sechs Kalendermonaten des Jahres Verträge für rund 2,5 Milliarden Euro unterzeichnet. Mehr als die Hälfte (rund 56 Prozent) ist dabei auf das Konto deutscher Anleger gegangen. Die Experten des Immobiliendienstleisters rechnen bis Ende 2017 mit einer weiteren Milliarde. Damit, sagt Georg Fichtinger von CBRE, werde am Rekord aus 2015 gekratzt.

Trotz vieler Unkenrufe: Die Assetklasse Handel zieht. Internationale Retailer werfen wieder ein Auge auf Europa – und verstärkt auch auf Österreich. Wien rangiert laut einer aktuellen Branchenstudie weltweit unter den Top 10-Städten für internationale Einzelhändler wie Walter Wölfler, Head of Retail CEE & Österreich bei CBRE (im Bild), gegenüber der Presse betont.

Langsamere Preissteigerungen in allen Segmenten – im Schnitt nahe an der Inflationsrate: Der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder präsentierte heute vor Journalisten den Immobilienpreisspiegel 2017, der in Kooperation mit ZT datenforum erarbeitet wurde.

Laut den jüngsten Zahlen eines österreichischen Branchenmagazins hielt Re/Max 2016 den Spitzenplatz unter den Immobilien-Franchisern: Aktuell wird dort für das abgelaufene Jahr 2016 ein Umsatz von 44,2 Millionen Euro ausgewiesen. Platz eins gab es für das Netzwerk auch in drei weiteren Kategorien. Und auch 2017 ist laut Maklernetzwerk gut angelaufen.

Österreichs größtes Maklernetzwerk mit seinen mittlerweile 60 Mitgliedsunternehmen begeht dieser Tage seinen zehnten Geburtstag. Der Präsident des Immobilienring IR Österreich, Georg Spiegelfeld, nahm das Jubiläum zum Anlass um zurückzuschauen und – „als neutrales Sprachrohr“ – heiße Eisen, wie etwa die heiklen Themen Maklerprovision und Mietrecht, anzusprechen.

Laut Re/Max ImmoSpiegel wurden 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent mehr Einfamilienhäuser verkauft und verbüchert. Das sind genau 88 Liegenschaften mehr als im Rekordjahr davor: Der Hype um das Häuschen im Grünen ging also in die Verlängerung. Im Vergleich zu 2012 sind die dafür eingesetzten Mittel gleich um ein knappes Drittel nach oben geschnellt.

CBRE meldete heute die ersten Quartalszahlen zum Wiener Büromarkt 2017: Demnach seien rund 36.000 Quadratmeter Fläche neu vermietet worden. Im Vergleich zum Q1 2016 ergibt das ein Minus von 43 Prozent. Doch der Markt soll den Experten zufolge wieder anziehen: Neue Büroflächen und der in die Wege geleitete Brexit könnten für Bewegung sorgen. Die Erwartungen sind jedenfalls hoch.

Es wird viel investiert. Der Motor der heimischen Immo-Branche brummt: Laut den ersten Quartalszahlen aus 2017, die EHL Immobilien in seinem Marktbericht publiziert hat, wurden Objekte mit einem Gesamtwert von rund 710 Millionen Euro gehandelt. Damit wird im Vergleich zu 2016 ein Plus von 45 Prozent ausgewiesen. Und ein Ende des Höhenflugs scheint nicht in Sicht.

Zinshäuser bleiben heiß begehrt. In Wien aber auch im Rest des Landes: Die Otto Immobilien-Gruppe publizierte diese Woche in ihrem Marktbericht aktuelle Wien-Zahlen. Der Zinshausspezialist Hudej hatte bereits zuvor seine Österreich-Bilanz 2016 veröffentlicht.