Luxemburg läuft rund

Der Büroflächenumsatz 2011 steigerte sich gegenüber dem Jahr 2010 um 43 Prozent auf 165.000 m2. Nachfrage-Treiber war der Finanzsektor. Experten sind jedoch unsicher, ob sich der Leerstandsabbau 2012 fortsetzen wird.

Das Wirtschaftswachstum schwächte sich in Luxemburg von 2,7 Prozent im Jahr 2010 auf rund 1,6 Prozent im vergangenen Jahr ab. Angesichts der schwachen Exportmärkte und der Erwartung einer mäßigen Binnennachfrage wird für das laufende Jahr sogar nur ein Zuwachs der Wirtschaftsleistung von knapp einem Prozent erwartet. Der Arbeitsmarkt wird jedoch den Prognosen der Europäischen Kommission zufolge im laufenden Jahr einen weiteren kräftigen Zuwachs an Beschäftigung verzeichnen, während sich die Inflationsrate gegenüber den 2,8 Prozent in 2011 merklich abschwächen wird.
Mietmarkt: Gesteigerter Flächenumsatz
Nach einer verhaltenen Flächennachfrage auf dem Luxemburger Büromarkt in den vergangenen Jahren zogen die Anmietungsaktivitäten im Jahr 2011 deutlich an: Der Flächenumsatz steigerte sich gegenüber dem Jahr 2010 um 43 Prozent auf 165.000 m2. Bedingt durch mehrere Großtransaktionen nahm dabei das Volumen pro Transaktion deutlich zu. Wesentlicher Treiber der Nachfrage war im vergangenen Jahr mit einem Anteil von rund 40 Prozent am Umsatz der Finanzsektor, gefolgt von Anbietern unternehmensbezogener Dienstleistungen (Anteil 21 Prozent) sowie den öffentlichen Institutionen. Die Leerstandsquote ist seit Herbst 2010 aufgrund des erhöhten Flächenbedarfs von 7,6 Prozent auf nunmehr 5,9 Prozent gefallen. Angesichts der schwächeren Konjunkturaussichten ist es jedoch zweifelhaft, ob sich der Leerstandsabbau im laufenden Jahr fortsetzen wird. Die moderate Leerstandsquote verdeckt, dass innerhalb des Luxemburger Büromarktes gravierende Unterschiede bestehen. Während der Leerstandsanteil in den zentraler gelegenen Teilmärkten Innenstadt, Kirchberg und Bahnhofsviertel weit unter vier Prozent liegt, weisen die dezentraleren und peripher gelegenen Bürolagen Leerstandsquoten von bis zu 30 Prozent auf. Zuletzt deuteten diverse Transaktionen an, dass die Spitzenmiete in Luxemburg wieder auf 480 Euro/m2 angestiegen ist, somit auf das Niveau vor der Lehman-Brothers-Pleite im Jahr 2008. In den Nebenlagen entwickelten sich die Mieten weitgehend stabil, wenngleich Mieteranreize zuletzt nur noch eingeschränkt vergeben wurden. Je nach Teilmarkt werden in den Nebenlagen Nominalmieten zwischen 288 und 336 Euro/m2 p.a. erzielt.


Deutsche Offene Fonds üben Kaufzurückhaltung
Der Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien war auch im Jahr 2011 mangels geeigneter Anlagemöglichkeiten durch ein geringes Transaktionsvolumen gekennzeichnet. Die Ankäufe beliefen sich lediglich auf 374 Millionen Euro (fast ausschließlich Büroimmobilien sowie Landkäufe) und fielen ähnlich gering wie in den Vorjahren aus. Aktiv waren im letzten Jahr fast ausschließlich inländische Käufer (87 Prozent) sowie belgische Investoren (13 Prozent). Die deutschen offenen Publikumsfonds hielten sich dagegen – anders als in den Vorjahren – bei Ankäufen zurück. Tatsächlich sind die deutschen Publikumsfonds, die sich im Prozess der Auflösung befinden, mit über 700 Millionen Euro in Luxemburg investiert. Das Investmentangebot wird sich daher in den kommenden Jahren spürbar ausweiten. Es bleibt abzuwarten, wie sich dies in den Anfangsrenditen für Spitzenbüroobjekte niederschlägt: Der Prime Yield tendierte im ersten Quartal 2012 nach unten und bewegt sich mittlerweile bei etwa 5,75 Prozent.

(Quelle: IVG-Marktreport "Europäische Büroimmobilienmärkte 2012")

IVG Research © IVG Research

Konjunkturdaten

IVG Research © IVG Research

Büromarkt Luxemburg

IVG Research © IVG Research

Investitionsmarkt Luxemburg


Autor:

Datum: 17.07.2012

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Abschluss der Dialog-Runde 2017 in der Blauen Lagune. Diskutiert wurde der digital vorangetriebene Wandel in der Asset Klasse Hotel: Wie sieht er aus? Was definiert das Hotel 4.0 – der Investor? Und wo bleibt der Gast?

Die Wiener werden immer mehr, damit steigt weiter die Belastung am städtischen Wohnungsmarkt. Trotz zuletzt forcierter Neubauleistung (plus sechs Prozent) dürften im heurigen Jahr schlussendlich rund 7.000 Wohnungen fehlen, wie die EHL in ihrem aktuellen Report informiert. Wenn wo gebaut wird, dann im großen Stil – und immer mehr auch in die Höhe.

Mit Deutschland hält die Alpenrepublik die Rote Laterne: Nur 55 Prozent der Österreicher wohnen wirklich in den eigenen vier Wänden, wie Eurostat jetzt ermittelt hat. Überdurschnittlich viele haben einen Mietvertrag in ihrem Schreibtisch liegen.

Plus bei Kennzahlen und Standorten: Die Budget Design Hotelgruppe beschloss das dritte Quartal mit durchwegs positiven Kennzahlen. Weitere Neueröffnungen und ein Markteintritt stehen noch heuer am Programm.

Frische Zahlen zum Wiener Büromarkt: Wie EHL informiert, war auch das dritte Quartal (noch) von Zurückhaltung geprägt. Diese sorgte dafür, dass die Vermietungsleistung seit Jänner 2017 weiter hinter den Zahlen des Vorjahres hinterherhinkt. Das bis vor kurzem sehr geringe Neubauvolumen schlägt hier weiter durch. Doch eine Trendwende scheint in Sicht.

Der Gewerbeimmobilienmarkt gibt weiter Gas. Die großen Transaktionen des Jahres befeuern die Rekordjagd, wie unter anderem CBRE mitteilt. Mit Ende September konnte bereits das alte Spitzenergebnis aus dem Jahr 2015 eingestellt werden. Bis zum Stichtag waren vier Milliarden Euro investiert.

Für die teuerste Wohnung im Schottenviertel der Wiener Innenstadt mussten heuer knapp 32.100 Euro je Quadratmeter bezahlt werden – so nachzulesen in der aktuellen Auflage des Wohnungsatlasses. Im Schnitt sind heuer in der Wiener City beim Erstbezug rund 12.600 Euro zu berappen.

Für den Traum vom Haus im Grünen muss immer tiefer in die Tasche gegriffen werden. Vor allem in Wien, Tirol, Salzburg und Vorarlberg explodieren die Preise. Bundesweit sind im Jahresvergleich die Einfamilienhauspreise um 9,4 Prozent gestiegen, im Fünfjahresvergleich sogar um knapp 25 Prozent, wie das Maklernetzwerk Re/Max in seinem aktuellen Einfamilienhaus-ImmoSpiegel ausweist.