Sanierung Parlament: Europaweite Ausschreibungen

Die Wiener Parlamentsdirektion schreibt die Sanierungsmaßnahmen aus: Projektsteuerung, Begleitende Kontrolle und Generalplanerleistungen. Korruption soll außen vor gelassen werden - darüber wachen Rechnungshof und Transparency International Austria.

immonet.at/Ulrike Biberschick © immonet.at/Ulrike Biberschick

Nationalratspräsidentin Prammer (Mitte) hat für die anstehende Generalsanierung des Parlaments Transparenz zur obersten Priorität erklärt.

Das Parlament in Wien muss dringend generalsaniert werden. So eilig dürften es die Verantwortlichen aber nicht haben, denn erst im Sommer 2014 entscheidet der Nationalrat über die Finanzierung der Sanierung. Die Vorbereitungsarbeiten gehen trotzdem schnell voran, sagt Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Die Ausschreibung für die Projektsteuerung erfolgt am 3. August 2012. Rund drei Wochen später soll die begleitende Kontrolle ausgeschrieben werden. Im Spätherbst 2012 soll dann auch die Ausschreibung für die Generalplanerleistungen erfolgen.

Parlamentsdirektion/Mike Ranz © Parlamentsdirektion/Mike Ranz

Dachstuhl: Feuchtigkeitsflecken, Wasserschaden

Parlamentsdirektion/Mike Ranz © Parlamentsdirektion/Mike Ranz

Schäden am Dach

Ausschreibungen

Die Projektsteuerung unterstützt den Projektleiter bei der Projektabwicklung und nimmt die delegierbaren Bauherrenaufgaben wahr, die die Parlamentsdirektion abgibt. Die Projektsteuerung organisiert, dokumentiert und koordiniert die Durchführung von Leistungen, informiert die Auftraggeberin, kontrolliert die Einhaltung von Qualitäten und Quantitäten und überwacht Kosten, Termine und Finanzierung.

Die Begleitende Kontrolle unterstützt die Bauherrin und den Lenkungsausschuss. Sie prüft und bewertet alle Vergabeverfahren, die Leistungserbringung aller am Projekt Beteiligten, die Maßnahmen zur Abwendung von Kosten-, Termin- und Ausführungsänderungen sowie die termingerechte Leistungsübergabe. Außerdem prüft und bewertet die Begleitende Kontrolle laufend die Umsetzung der Projektziele und zeigt Änderungen auf.

Der Generalplaner koordiniert die Planung aller für die Projektdurchführung erforderlichen Leistungsbereiche. Er trägt weiteres die volle Verantwortung und Haftung für die gesamte Planungsabwicklung einschließlich der Termine, der Ausführungsqualität und der Kosten.
Folgende Leistungen muss der Generalplaner erbringen:

  • Planung Architektur und Hochbau, inklusive Barrierefreiheit, Brandschutz und Evakuierungsplanung etc.
  • Planung der Außenanlagen
  • Planung der Innenraumgestaltung, Einrichtung, Möblierung
  • Planung der technischen Gebäudeausrüstung (Elektrotechnik , Heizungs-, Klima-, Lüftungs- und Sanitärtechnik, Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Fördertechnik, Sicherheitstechnik, Beleuchtung, Brandschutz, Medientechnik, etc.
  • Planung der Informations- und Kommunikationstechnik
  • Lichtplanung (Tages- und Kunstlicht)
  • Statische konstruktive Planung
  • Bauphysikalische Planung inklusive Akustik
  • Geotechnische Untersuchungen und Bodenerkundungen
  • Planung Leitsystem / Beschriftung
  • Vermessungsplanung
Parlamentsdirektion/Mike Ranz © Parlamentsdirektion/Mike Ranz

Feuchtigkeitsflecken, Wasserschaden

Parlamentsdirektion/Mike Ranz © Parlamentsdirektion/Mike Ranz

Wasserschaden

Bonus-Malus-System soll Kosten im Zaum halten

Um einen Anreiz zu schaffen, die Kosten zu minimieren und die geschätzten Honorarkosten nicht zu überschreiten, sehen die Ausschreibungsbedingungen sowohl ein Bonus-Malus-System als auch eine Honorarobergrenze vor. Die Kosten für die Generalsanierung des Parlamentsgebäudes wurden in einem von Experten erstellten Gesamtkonzept im Jahr 2010 auf 260 Millionen Euro geschätzt (+/- 20 Prozent), dazu könnten weitere 40 Millionen Euro für effizienzsteigernde Maßnahmen kommen.

Völlige Transparenz

Die letzten Politik-Korruptionsskandale haben ihre Spuren hinterlassen: Für Nationalratspräsidentin Prammer haben Transparenz und Korruptionsfreiheit oberste Priorität. Erstmals prüft der Rechnungshof die jeweils abgeschlossenen Projektabschnitte zeitnah – und nicht erst im Nachhinein. Außerdem wird Transparency International Austria in das Großprojekt mit eingebunden. Im Sommer 2014 muss der Nationalrat das Großprojekt noch absegenen und entscheiden, was realisiert wird. Erst dann steht auch die Finanzierung.


Autor:

Datum: 01.08.2012

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Immobilienprojekte

Das ehemalige Hauptpostgebäude im Wiener Stubenviertel wird zum „Post Palais“: Geplant sind rund 80 Eigentumswohnungen im klassischen Stilaltbau und zeitgeistige Penthouses, die ab sofort zum Verkauf stehen und von der IVV vertrieben werden. Eine Luxusherberge und ein Restaurant sollen an der historischen Adresse ebenso Platz finden. Für den Umbau wurde ein Architektentrio engagiert. Baubeginn ist noch im heurigen Jahr. Spätestens Anfang 2020 sollen Bewohner und Hotelgäste einchecken können.

Die Buwog Group realisiert im Wiener Stadterweiterungsgebiet Seestadt Aspern gleich drei Projektteile: Geplant sind 285 freifinanzierte Eigentums- und Vorsorgewohnungen in „See See Home“, „See See Living“ und „See See Tower“. Der Spatenstich erfolgte dieser Tage, fertiggestellt sein soll die Anlage laut Konzerninformationen im Frühling 2019.

Übergabe des ersten Wiener Wohnprojekts der NOE Immobilien Development (NID) in der Ghelengasse: 17 Eigentumswohnungen in Ober St. Veit sind fertiggestellt und stehen kurz vor der Übergabe. Ende Juni lädt der Immobilienentwickler im Rahmen eines Open House-Events Anrainer und Interessierte zum Wohnungsschnuppern ein.

Nahe an der Oberen alten Donau, inmitten von sehr viel Grün zieht die Buwog 96 freifinanzierte Eigentumswohnungen hoch. Diese Woche wurde mit 150 Projektpartnern (im Bild) Richtfest gefeiert. Die Anlage in Wien Floridsdorf soll im April 2018 bezugsfertig sein.

Nicht nur an den Rändern verändert Wien sein Gesicht. Auch im Stadtentwicklungsgebiet Nordbahnhof fahren die Bagger auf. Das rund 75 Hektar große Areal wird bis zum Jahr 2025 als Wohn- und Bürogebiet neu in Wert gesetzt. Mit dem Spatenstich für „Nord Star Living“ hat die Strabag Real Estate dort auch ihr nächstes Wohnprojekt in der Ernst-Melchior-Gasse am Start.

Vor einigen Wochen wurde das Wohnbauprojekt „Quartier Zentral“ in der niederösterreichischen Landeshauptstadt präsentiert. Dieser Tage wurde mit den Arbeiten für den ersten Bauteil begonnen. In Summe werden vom Immobilienentwickler Corag rund 40 Millionen Euro investiert. Mit der Vermietung soll noch diesen Sommer begonnen werden.

Der deutsche Immobilienentwickler Vestwerk macht Nägel mit Köpfen: In der Mariahilferstraße 110 erfolgte dieser Tage der Spatenstich für das gemischt genutzte Projekt „Kronenhaus“. Bis Mitte 2019 entstehen in der zentralen Shoppingmeile 34 Serviced Apartments. Zusätzlich werden auf insgesamt drei Stockwerken rund 2.100 Quadratmeter Retailfläche für einen Großmieter realisiert. Wertvolles Gut: Sehr viel Grün in Citylage.

Niederösterreichs Landeshaupstadt wächst, Wohnraum ist mittlerweile Mangelware. Jetzt entwickelt im St. Pöltner Entwicklungsgebiet „Gesundheitsbezirk“ die in Wien beheimatete Corag das Wohnbauprojekt „Quartier Zentral“. Mit an Bord: Die Semper Constantia Immo Invest GmbH, die für die VBV – Vorsorgekasse in eine hochwertige Wohnanlage mit viel Grün- und Spielfläche investiert, und die Erste Immobilien KAG, die bei einem Wohnprojekt mittlerer Preisklasse dabei ist.

Zwei neue Türme für die Grachtenmetropole: Züblin zeichnet für zwei neue Hochhaustürme am nördliche Ufer des Flusses IJ im Amsterdamer Stadtteil Overhoeks verantwortlich. Errichtet werden beim Projekt „Congreshotel & Residential Tower Overhoeks“ ein 110 Meter hoher Hotelturm mit 579 Zimmern sowie ein 101 m hoher Wohnturm mit rund 230 Apartments. Noch im Mai werden die Arbeiten aufgenommen, heißt es in einer Aussendung der Strabag SE. Die Fertigstellung ist für 2020 geplant.