Schwarze Null - FMMI verzeichnet sinkende Produktivität

Mit einem Nullwachstum im Vorjahr - preisbereinigt war die Produktion sogar negativ - und einem spürbaren Rückgang bei den Auftragseingängen ist die Produktivität in der Maschinen und Metallwaren Industrie deutlich im Minus.

FMMI © FMMI

Grafik: Entwicklung von Produktion und Auftragseingängen in der MMI.

Die Maschinen- und Metallwarenindustrie (MMI) ist in Sorge, denn 2013 ist durchwachsen verlaufen. Auch das erste Quartal 2014 gibt keinen Anlass zur Freude. Mit einem Nullwachstum im Vorjahr - preisbereinigt war die Produktion sogar negativ - und einem spürbaren Rückgang bei den Auftragseingängen ist die Produktivität in der MMI deutlich im Minus, so der Fachverband Maschinen & Metallwaren Industrie (FMMI).

FMMI © FMMI

Grafik: Exporte seit 2008.

Mit blauem Auge davon gekommen

Der Produktionswert der MMI lag 2013 bei 34,5 Mrd. Euro. Das bedeutet ein nominelles Wachstum von 0 % - eine "schwarze Null", wie sie Berndt-Thomas Krafft, FMMI-Geschäftsführer nennt. Real, also preisbereinigt, gab es sogar ein Minus von 2 %. Gleichzeitig verzeichneten die Betriebe einen Rückgang um -1,4 % (real -3,4 %) bei den Auftragseingängen. Gestiegen ist der Exportanteil, nämlich um 5,2 %. So hat die Branche im vergangenen Jahr einen so genannten "Sotschi-Effekt" erlebt und konnte die Exporte nach Russland steigern. Christian Knill, Obmann FMMI: "2013 sind wir Maschinenbauer mit einem blauen Auge davon gekommen - eben, weil die Nachfrage im Ausland so groß war. Einige unserer Mitglieder zählten definitiv zu den Gewinnern bei den Olympischen Winterspielen. Dieser enorme Treiber fällt aber nun weg. Außerdem zeichnet sich ab, dass die aktuelle Krim-Krise auch für unsere Branche nicht ohne Wirkung bleiben wird."

FMMI © FMMI

Grafik: Arbeitskosten im Länder-Vergleich.

Problem Hochlohnland

Für 2014 ist man in der Branche grundsätzlich optimistisch, wenn auch verhalten, so Krafft. Ein großes Problem sieht der Fachverband in den österreichischen Standortbedingungen. So fürchtet der FMMI Abwanderungen der Betriebe aus Österreich und verweist auf sinkende Investitionskosten im Inland, die zwar kein Beweis aber ein Indiz dafür seien, dass der Standort zusehends unattraktiver wird. Der Anstieg der österreichischen Arbeitskosten um 18,9 % seit 2008 - die massivste Steigerung im gesamten Euroraum - sei ein Kernproblem, so Knill: "Dass wir damit immer schwerer punkten können, ist logisch. Als Hochlohnbranche in einem Hochlohnland haben wir unseren Beschäftigungsstand 2013 trotzdem noch um 0,4 % ausgebaut - vor allem, weil wir bei Forschung & Entwicklung, der Erschließung neuer Märkte und als Spezialisten für Einzel- und Kleinstserienfertigung viele qualifizierte Mitarbeiter brauchen."

 

 

 


Autor:

Datum: 28.04.2014

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Ein Bild mit ersten Schönheitsfehlern: Der soeben erschienene Konjunkturbarometer des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) zeichnet zwar ein grundsätzliches Hoch. Im Halbjahresvergleich orten die Autoren in einzelnen Produktgruppen aber eine "problematische Tendenz". Laut VÖB würden hier einige auslaufende Großprojekte hineinspielen. Ein weiterer Grund zur Sorge: Neben dem Tiefbau mangle es vor allem im Bereich Gewerbe- und Industriebau an der notwendigen Investitionsbereitschaft.

Knappes Angebot, steigende Nachfrage und damit einhergehend ein weiteres Preisplus: Wie im aktuellen Vorarlberger Immobilienpreisspiegel nachzulesen ist, lag Österreichs Westen im Jahr 2016 eindeutig im Bundestrend. Eine Entspannung der Lage sei vorerst noch nicht in Sicht, melden die Initiatoren des Immo-Guides, der den Gewerbe- und Wohnmarkt unter die Lupe nimmt.

Am Wohnungsmarkt dreht sich das Preisrad 2017 noch einmal schneller, so der einhellige Tenor der 540 Re/Max-Österreich-Makler in ihrer landesweiten Jahresprognose. Im Schnitt kalkulieren sie im Vergleich zum letzten Jahr mit einem Plus von 3,9 Prozent: basierend auf einem „spürbaren Anstieg“ bei der Nachfrage (plus 4,1 Prozent) und ein Angebotsplus von immerhin 2,6 Prozent.

Tieferer Griff in die Tasche: Was Käufer und Mieter in den letzten Monaten stärker zu spüren bekommen haben, hat mit Blick auf die letzten Zahlen EHL-Wohnexpertin Sandra Bauernfeind im Rahmen der Jahreskonferenz des Immobiliendienstleisters bestätigt. Die Wiener Wohnungspreise sind im Jahr 2016 stärker gestiegen als erwartet. Für heuer rechnet sie aufgrund des steigenden Marktangebots mit einer graduellen Entspannung, die sich in einer stabileren Preis- und Mietentwicklung niederschlagen sollte.

Starke Zahlen, zufriedene Gesichter: Georg Flödl, Präsident des Österreichischen Verbands der Immobilienwirtschaft (ÖVI), sprach gestern vor Journalisten von einem „guten Verkaufsjahr für den heimischen Wohnimmobilienmarkt“. Die Österreicher wären auch 2016 dem Betongold treu geblieben. Zum Jahresfinale präsentierte er gemeinsam mit Immounited eine Analyse der "fünf spannendsten Immo-Regionen Österreichs" – auf Basis der tatsächlich ver- und angekauften, verbücherten Wohnungen. Und so hat Österreich – respektive Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck – im Jahr 2016 performt.

Die Magan Holding, laut eigenen Angaben als „Family Office für die Immobilienwirtschaft“ in Wien und Berlin verortet, expandiert nach Sachsen. Diesen Herbst wurde ein neues Büro in Leipzig aufgesperrt. Holding-Chef Alxander Neuhuber reagiert damit auf die „enorme Dynamik des Immobilienmarkts in den ostdeutschen Städten“, wie es dazu in einer Aussendung heißt. Den neuen Standort hat mit Doris Uehlein eine langjährige Holding-Mitarbeiterin übernommen.

Neue Bausystemlösungen für mehrstöckige Häuser aus Holz: Die Österreich-Offensive wurde letzte Woche vor Fachpublikum im Wiener Architekturzentrum gestartet. Das Unternehmen will die hiesige Bauwirtschaft damit weiter auf den Holzweg führen – und zwar im positiven Sinn.

Was sich Häuslbauer wünschen? Eine Studie im Auftrag der DFH Deutsche Fertighaus Holding AG klärt auf. Wenig überrascht über die auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit fußenden Ergebnisse zeigen sich hierzulande die Spezialisten von Vario-Haus. Ihr Branchenbefund: Die Resultate stünden mit ihren Marktbeobachtungen im Einklang. Die eigene Produkt-Range und -Entwicklung sei längst darauf abgestimmt und damit auf Kundenlinie.

In Sachen Küchenoberflächen ist man zwischen Boden- und Neusiedlersee noch immer äußerst konservativ. Laminat dominiert, innovative Produktlinien und hochwertige Materialien setzten sich nur langsam durch, sagt Oliver Reitter, General Manager von Cosentino Austria. Wie er der heimischen Klientel Innovationen schmackhaft machen will, verriet er im wohnnet Business-Talk.