Immo-Fonds-Tief findet ohne Schweiz statt

Warum die Schweizer bei Offenen Immo-Fonds die Nase vorn haben, ist schnell erklärt: Sie haben die Anlagemöglichkeit 1938 erfunden und mit einem Regulativ ausgestattet, das Panikreaktionen ausschließt. Konservativ, fantasielos - aber wertbeständig

Drastische Rücknahmebeschränkungen - das ist die geradezu magische Zutat, die unseren geschätzten und beneideten Nachbarn bislang vor einer Fondskrise bewahrt hat. Anleger, die in der Schweiz Geld aus ihrem Immobilienfonds abziehen wollen, müssen diese Absicht ein ganzes Jahr im Voraus melden. Was sich angesichts der momentan herrschenden Finanzmarkt-Lage wie Däumchen drehen unterm Damokles-Schwert anhört, verschafft in der Praxis dem jeweiligen Fondsmanagement ausreichend Spielraum, die Liquiditätslage exakt zu steuern.

Anders als sonstwo können die Fonds in der Schweiz auch nicht beliebig weitere Anteile ausgeben und dürfen nur in dem Umfang Kapital aufnehmen, der tatsächlich für den Kauf neuer Immobilien oder die Befriedigung von Rücknahme-Ansprüchen benötigt wird. Dieses Regulativ ist aber beileibe nicht als Daumenschraube konzipiert. Anleger, die in Schweizer Offene Immobilienfonds investiert haben, dürfen jederzeit Fondsanteile liquidieren.

Die momentan etwas gespannte Lage am Fonds-Markt ist bekanntlich keine Premiere. Zuletzt krachte es 2006 - Stichwort damals wie heute: unkontrollierbare Mittelrückflüsse. Damals wurde beispielsweise in Deutschland heftig über eine Reform der deutschen Offenen Fonds nach Schweizer Vorbild diskutiert. Das Vorhaben scheiterte letztlich aber am Widerstand der Banken, die ihre Felle - sprich: ihre Provisionen bei der Fondsvermittlung - davonschwimmen sahen. Wie war das doch gleich mit der Taube am Dach?


Autor:

Datum: 13.08.2009

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Die Umsatzeinbrüche der Jahre 2012 bis 2015 in der Fertighausbranche gehören der Vergangenheit an: 2016 nahm die mittlerweile stark konzentrierte Branche Fahrt auf. Und mit plus sieben Prozent recht deutlich. Die Zahl der verkauften Häuser stieg um 4,6 Prozent, wie Interconnection Consulting in einer aktuellen Studie aufzeigt. 2017 soll den Autoren zufolge ähnlich gut performen. Realistisch sei ein Umsatzwachstum von 6,4 Prozent. Mit ein Grund? Die Häuslbauer werden bequemer; schlüsselfertige Lösungen boomen. Zudem seien der Aufschwung in der Bauwirtschaft und steigende Preise hilfreich.

Wien wächst rasant weiter, im letzten Jahr zogen rund 28.000 Menschen in die Bundeshauptstadt. Damit steigt die Misere auf den Wohnungsmarkt, wie auch der erste Wiener Wohnungsmarktbericht für das Jahr 2017, der heute von der Buwog und EHL im Architekturzentrum Wien präsentiert wurde, belegt. Fazit: der Nachfrageüberhang wird nicht gedeckt. Das hat steigende Mieten und Kaufpreise zu Folge.

Fachmarktzentren, dominierende Großketten, die in die Malls drängen – die Innenstädte haben zunehmend mit dem Geschäftssterben zu kämpfen. In Wien steuert die Wirtschaftskammer mit einem Leerflächenmanagement in enger Kooperation mit der Immobilienwirtschaft gegen – und meldet damit für 2016 positive Ergebnisse. Die Leerstandsquote sank dank Gastronomie und Kleinhandel im Vergleich zu 2015 um 16 Prozent.

Plus bei Umsatz und Gewinn, neue Standorte realisiert und weitere in der Pipeline – auch in Österreich: Die Budget Design Hotelgruppe Motel One präsentierte dieser Tage ihre Bilanz zum Geschäftsjahr 2016 und gab ihre nächsten Expansionsziele bekannt.

Die Immofinanz ließ 2016 am rumänischen Büromarkt die Muskeln spielen: In der Hauptstadt Bukarest wurden circa 80.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet. Das sind laut Unternehmensangaben mehr als 40 Prozent des gesamten Büro-Bestandsportfolios im Kernmarkt.

Die Rekordjagd am heimischen Immobilienmarkt ist auch im Jahr 2016 weitergegangen. Wie das Maklernetzwerk Re/Max meldet, wurden im abgelaufenen Jahr landesweit 121.436 Immobilienverkäufe im Wert von 26,87 Mrd. Euro im Amtlichen Grundbuch vermerkt. Ein Steigerungsrate von satten 8,3 Prozent im Vergleich zu 2015.

Die UBM macht weiter Tempo. Nach dem Pilot Tower in Krakau trennt sich der Immobilienentwickler im Zuge seines strategischen Verkaufsprogramms „Fast Track 2017“ gemeinsam mit seinem Joint Venture-Partner Warimpex für insgesamt 34 Millionen Euro von zwei Hotels in Katowice (PL) und Pilsen (CZ). In Österreich geht das Magna Logistik- und Betriebszentrum in Graz für 17 Millionen Euro an Palmira Capital Partners.

Die Re/Max Commercial Group geht unter die City Consulter. Ziel sei es, den Entscheidungsträgern abseits der Ballungszentren neue Ansätze zur Attraktivitätssteigerung der Innenstädte zu bieten, heißt es dazu aus dem Unternehmen. Ansprechen will man sowohl öffentlichen Entscheidungsträger als auch Wirtschaftstreibende. Bedarf gibt es jedenfalls: Die Verkaufsfläche reduziert sich kontinuierlich, der Handel ist und bleibt im Wandel.

Ein Bild mit ersten Schönheitsfehlern: Der soeben erschienene Konjunkturbarometer des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) zeichnet zwar ein grundsätzliches Hoch. Im Halbjahresvergleich orten die Autoren in einzelnen Produktgruppen aber eine "problematische Tendenz". Laut VÖB würden hier einige auslaufende Großprojekte hineinspielen. Ein weiterer Grund zur Sorge: Neben dem Tiefbau mangle es vor allem im Bereich Gewerbe- und Industriebau an der notwendigen Investitionsbereitschaft.