Dialogforum Bau Österreich: Phase zwei ist eingeläutet

Diskutieren, simplifizieren, neu bewerten und Empfehlungen ableiten: Austrian Standards und die Bundesinnung Bau sind angetreten, Bauregeln zu vereinfachen und weitere Verbesserungen im Baubereich zu erzielen. Jetzt liegt der erste Zwischenbericht des gemeinsam initiierten „Dialogforum Bau Österreich“ vor – mit den erwarteten Widersprüchen, wie der Arbeitskreis meldet. Diese sollen nun in Phase zwei ausgeräumt werden.

Obwohl der Nutzen von Standards im Baubereich unbestritten ist, wäre den Dialoginitiatoren zufolge in den letzten Jahren der Unmut über deren Anwendbarkeit unter Bauherrn, die auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zu achten hätten, lauter geworden. Was gleich zum Knackpunkt führt: den sich aufmachenden Spagat zwischen den rechtlichen Rahmenbedingungen und der praxisgerechten Gestaltung von Bauregeln.

Breites Involvement

Um hier Abhilfe zu schaffen, hat Austrian Standards in enger Kooperation mit der Bundesinnung Bau der WKO das Dialogforum Bau Österreich – gemeinsam für klare und einfache Bauregeln ins Leben gerufen. „Alle Betroffenen können ihre Kritikpunkte direkt einbringen. Dort, wo es sinnvoll ist, werden Überarbeitungen angeregt“, sagt Hans-Werner Frömmel, Bundesinnungsmeister und Vorsitzender des Dialogforum Bau Österreich. Verschiedene Formate sollen ein breites Involvement garantieren. Elisabeth Stampfl-Blaha, Managing Director von Austrian Standards, dazu: „Wir haben uns bewusst für einen offenen und transparenten Prozess entschieden. So können alle, die an Lösungen interessiert sind, Änderungen herbeiführen.“

Gesamter Baurechtskomplex ist betroffen

Seit Anfang 2016 werden nun Fachleute direkt eingebunden, die auf viele Kritikpunkte gestoßen sind – hinsichtlich der Baustandardstandards, aber auch in Bezug auf den gesamten Baurechtskomplex. Andreas Kovar, Moderator des Dialogforum Bau Österreich spricht von „Widersprüchen“, die auf unterschiedlichen Regelungen zurückzuführen wären. „Bauregeln werden unterschiedlich interpretiert, Haftungsfragen bleiben oft ungeklärt. Das soll nun behoben werden.“

Phase eins ist abgeschlossen, Phase zwei läuft noch bis Jänner 2017

Dass das Thema vielen unter den Nägeln brennt, zeigt der positive Rücklauf in Phase eins. Mehr als 250 Verbesserungsvorschläge brachte eine erste offene Online-Diskussion, die in zehn Arbeitskreisen mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten behandelt wurden.

In der zweiten Online-Phase, die bis Jänner 2017 läuft, können Statements zu Fragestellungen abgeben werden. Diese werden anschließend konsolidiert. Nach diesem Review werden die Ergebnisse an die entsprechenden Stellen – entweder an das zuständige Normungskomitee oder auch an den Gesetzgeber – weitergeleitet, informieren die Dialogentwickler.


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Datum: 01.12.2016

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