Der perfekte englische Rasen

Die Kultur der weiten, saftig grünen Rasenflächen ist auf der Insel geboren und "the royal gardeners" haben sie zum Kult erhoben. Auf dem Festland können wir vom typisch englischen Rasen nur träumen, aber wir kommen nahe dran. Zehn Tipps vom Fachmann dazu.

Je weniger Blumenbeete einen Garten zieren und je mehr Rasenfläche vorhanden ist, desto größeren Wert legt der Gärtner auf die Qualität der grünen Fläche. Sie soll samtig weich, dicht bewachsen und saftig grün sein. Und sie soll auch noch etwas aushalten. Schließlich wollen wir darauf barfuß gehen, laufen, springen und spielen, relaxen und sonnenbaden. Wie die Engländer. Auf der Insel herrschen die optimalen Wetterbedingungen für Grünflächen, häufiger Regen und die permanent feuchte Luft lassen Gräser gedeihen, wie sonst nirgendwo. Die Winter sind in der Regel mild und die Sommer nicht so trocken und heiß wie auf dem Kontinent.

Wichtig: das richtige Saatgut

Doch auch für unsere Breiten haben Biologen und Botaniker Saatenmischungen entwickelt, die uns – die richtige Pflege vorausgesetzt – schöne Rasenflächen ermöglichen. Beim Kauf des Saatguts muss man wissen, wie der Rasen künftig benutzt werden soll. Muss er sportlichen Aktivitäten Stand halten oder einfach nur schön sein? Je nach dem werden verschiedene Grasarten gemixt und der Nutzung angepasst. Widerstandsfähige Sorten enthalten meist Weidelgras, Rot- und Schafschwingel. Straußgrassorten und Wiesenrispen. Für Zierrasen werden feinere Gräser eingesetzt, z. B. weißes und rotes Straußgras, Horst-Rotschwingel und haarblättriger Schwingel, die meist langsamer wachsen und eine sehr dichte Narbe ausbilden.

Allen Mischungen gleich ist der Anspruch an die Pflege. Rasen muss regelmäßig gemäht werden – in der Wachstumsphase mindestens zwei Mal pro Woche und er braucht ausreichend Dünger und Wasser.

10 Tipps vom Fachmann

  1. Die beste Zeit, einen englischen Rasen anzulegen ist der Frühling, sobald die letzten Bodenfröste Geschichte sind. Man kann den Rasen aber auch im Herbst anlegen.
  2. Befreien Sie den Untergrund sorgfältig von Unkräutern, lockern sie ihn auf und harken sie ihn danach wieder glatt. Für große Flächen verwenden Sie dafür eine Motor-Bodenhacke.
  3. Säen Sie den Samen dicht und gleichmäßig aus. Entsprechende Hilfsgeräte (Streuwagen) finden Sie in jedem Gartencenter oder Baumarkt.
  4. Rasensamen sind Lichtkeimer und dürfen nicht komplett mit Erde abgedeckt werden, aber Vorsicht: für unsere gefiederten Freunde sind sie ein willkommener Leckerbissen!
  5. Speziell in der ersten Zeit nach der Aussaat muss der Boden regelmäßig bewässert werden.
  6. Ist dem Saatgut nicht schon Dünger beigemischt, sollte von Start weg regelmäßig gedüngt werden. Bitte beachten Sie die Beschreibungen auf den Packungen der Hersteller.
  7. Sobald die Halme eine Höhe von etwa 6-8 cm erreicht haben, wird das erste Mal gemäht. Und zwar vorzugsweise mit einem Walzenmäher. Der schneidet die Halme perfekt ab und reißt sie nicht aus. Die ideale Schnitthöhe liegt bei 4-5 cm.
  8. Den Effekt eines englischen Rasens erzielen Sie, indem Sie in geraden Bahnen mähen. Entfernen Sie den Grasschnitt mit einem Laubbesen. Das lüftet die Grasnarbe. Danach erfolgt ein zweiter Schnitte im 90° Winkel.
  9. Im Frühjahr wird vertikutiert. Ein geeignetes Gerät kann man im Baumarkt auch leihen. Eventuell vorhandene Moose müssen restlos entfernt werden. Sind dadurch kahle Stellen, so genannte „Glatzen” entstanden, sollte dort unverzüglich nachgesät und gedüngt werden.
  10. Regelmäßig wässern! Die oberste Bodenschicht darf nicht komplett austrocknen, es sollen aber auch keine Pfützen stehen bleiben.

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Datum: 22.07.2013

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