Qualitätssicherung im Bauwesen: So decken Sie Fehler auf!

Mit dem Ansteigen der Qualitätsanforderungen an Gebäude (geringerer Energieverbrauch, anspruchsvolle Architektur und neue Baustoffe) steigt auch die Anforderung an die Ausführungsqualität. Ob Ihr Bau alles hält was er verspricht, können Sie leicht feststellen.

Während es in der Industrie Standard ist, die Qualität der Produkte zu überprüfen, ist der Begriff Qualitätssicherung im Bauwesen großteils noch ein Fremdwort. Qualitätssicherung kann auch als vorbeugende Gesundenuntersuchung im Bauwesen angesehen werden und hilft zukünftige Schäden zu vermeiden.

Qualitätssicherung in der Praxis

Die Qualitätssicherung im Bauwesen beginnt bei der Planung durch z. B. Überprüfung der Anschlussdetails und Baustoffkomponenten, endet bei der Übernahme und beinhaltet Berechnungsmethoden wie Wärmebrückensimulationen, Baustellenbesichtigungen und die messtechnische Überprüfung mittels Thermografie, Luftdichtheits- und Schallmessung u. a.

Aber auch die Kontrolle der Ausschreibungs- und Angebotsunterlagen ist ein wichtiger Punkt.
Nur durch die vollständige Umsetzung aller notwendigen Maßnahmen wird eine annähernd vollständige Fehlerfreiheit gewährleistet. Die Kosten betragen dabei einen Bruchteil der Gesamtinvestition und schützen vor nachfolgenden finanziellen Überraschungen, die bei einem Einfamilienhaus locker die € 50.000,- Grenze übersteigen können.

So werden Fehler aufgedeckt

Fehler wie Wärmebrücken, Zugerscheinungen, Schimmelbildung, Fäulebildung, hohe Heizkosten, Unbehaglichkeit, Rissbildung, Verarbeitungsfehler an Vollwärmeschutzfassaden und mangelhafte Dämmarbeiten oder Feuchtigkeitseintritt könnten wirkungsvoll vermieden werden. Da es nicht immer möglich ist die Arbeiten vor Ort lückenlos zu überwachen, ist es sinnvoll eine zerstörungsfreie Qualitätskontrolle, z. B. Thermografie, heran zu ziehen. Damit ist es dem zertifizierten und fachkundigen Thermografen möglich auch Mängel hinter Verkleidungen, Putzen u. ä. zu erkennen.


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Datum: 27.06.2008

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